F r e u n d s c h a f t

 

Mir gingen in den letzten Wochen, ja Monaten, einen Menge Dinge durch den Kopf. Ich bin sehr aktiv im Netz unterwegs und natürlich trifft man auf diesem Weg andere Menschen. Ich war nie ein Typ, der sonderlich kommunikativ ist und es dauerte eine Weile, ehe ich mit jemandem warm werde. Wenn ich es aber bin, wenn ich dieses Gefühl von Nähe zu einer bestimmten Person spüre, dann mache ich keinen Unterschied, ob ich diese Person virtuell kennengelernt habe oder in der Realität. Für mich haben beide Dinge den gleichen Stellenwert.

Ich war der Meinung, dass es im Netz sogar einfacher ist, einen Kontakt aufrecht zu erhalten. Aber die letzten Monate haben mir gezeigt, dass es andersherum genauso ist. Es ist auch ganz leicht, den Kontakt wieder einschlafen zu lassen. Und man kann nichts dagegen tun.

Das einzige, was ich momentan fühle, ist Enttäuschung. Vielleicht ist es wirklich ein Naturgesetz, dass man Menschen trifft, man ein Stück des Lebens gemeinsam geht, und diese Menschen dann wieder aus deinem Leben verschwinden.

Manchmal beruht es auf Gegenseitigkeit. Wenn beide Seiten schweigen, sagt es mir, dass man sich wirklich still auseinander entwickelt hat und sich nichts mehr zu sagen hat.

Aber es gibt auch den anderen Fall. Den Fall, in dem ich nicht schweige, sondern versuche, den Kontakt aufrecht zu erhalten und scheitere...

Ich kann es nicht erklären, ich weiß nur, dass ich traurig bin. Traurig, weil ich in bestimmte Menschen Erwartungen gesteckt habe, die sie nicht erfüllen. Traurig, weil diese Menschen sicherlich nicht einmal wissen, wie viel sie mir bedeuten. Und traurig, weil ihr Schweigen mir sagt, dass ich ihnen nichts bedeute...

 

3.10.2007