Mercy Thompson - Serie
Mercy, mit richtigem Namen Mercedes Thompson, hat einen ungewöhnlichen Job. Sie besitzt eine Einmann-Kfz-Reparaturwerkstatt und das Buch beginnt, als der Junge Mac vor ihrer Tür steht und nach einem Aushilfsjob fragt. Er bekommt ihn, weil Mercy wirklich Hilfe braucht, aber der Hauptgrund ist, dass Mac ein Werwolf ist und mit ihm irgendetwas nicht stimmt, denn er spürt nicht, was Mercy ist.
Mercy ist kein Werwolf, aber sie kann ihre Gestalt in die eines Koyoten verwandeln - Walker, nennt Patricia Briggs diese Begabung.
Mercy ist in einem Werwolfrudel aufgewachsen, als ihre Mutter sie dorthin abgeschoben hat, nachdem plötzlich eine kleine Koyotin im Kinderwagen lag, aber sie hat das Rudel verlassen, weil sie nicht dazu gehört und will ihren eigenen Weg gehen. Es ist nicht einfach, da sie direkt neben dem Alpha des hiesigen Werwolfrudels wohnt - Adam, der des Öfteren droht, ihre Katze zu fressen. Ihre Werkstatt hat sie von einem Gremlin gekauft, der in den Ruhestand gehen wollte und da sie es sich nicht leisten kann, Schutzgeld an die ortsansässigen Vampire zu zahlen, repariert sie kostenlos deren Autos.
Eigentlich kam Mercy ganz gut klar, aber der junge Werwolf Mac bringt Ärger mit. Sie stellt ihn Adam vor, weil Mac jemanden braucht, der ihn bei den ersten Verwandlungen im Auge behält und verhindert, dass er Menschen tötet, doch damit tritt sie eine Lawine los, die niemand hätte erahnen können.
Adam wird angegriffen, seine Tochter Jesse, ein mir sehr sympathisches Mädchen, entführt und als Drohung liegt auf Mercys Schwelle eine Leiche (ich verrate euch jetzt nicht welche, ich will, dass ihr genauso enttäuscht seid wie ich). Jetzt muss Mercy zeigen, was in ihr steckt, denn an ihren Entscheidungen liegt es nun, ob Adam stirbt oder nicht. Sie wendet sich an das Rudel, in dem sie aufgewachsen ist, um Hilfe und plötzlich wird Mercy in Machtkämpfe, nicht nur zwischen Wölfen, hinein gezogen, deren Hintergründe erst am Ende des Buches aufgelöst werden.
Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt. Natürlich lag es auch wieder an der Hauptfigur, die mit all ihren Schwächen und "Macken" so unwahrscheinlich sympathisch rüber kommt, dass man sich wunderbar mit ihr identifizieren kann. Sie ist stark, aber kann auch Schwäche zulassen, sie ist unabhängig und doch eine engagierte Freundin, unwahrscheinlich stur (da musste ich wirklich manchmal grinsen, vor allem, wenn Adam diese Sturheit ausnutzte, um sie genau das tun zu lassen, was sie tun sollte, nach dem Motto: Sag ihr, sie soll das nicht tun, wenn du willst, dass sie es tut^^) und sie hat Humor. Dadurch, dass das Buch wieder in Ich-Form geschrieben hast, hat man es noch leichter, sich in Mercy hinein zu versetzen.
Aber nicht nur Mercy allein macht dieses Buch zu einem meiner Favoriten. Es sind auch die Nebencharaktere, die neben Mercy keineswegs blass erscheinen. Es ist eher das Gegenteil der Fall. Sie sind unglaublich real und liebeswert. Wir lernen Angehörige des Feenvolkes kennen, mächtige Hexen, Vampire und einen schwulen Werwolf, der mit seinem menschlichen Freund zusammenlebt.
Die Handlung bietet alles, was man sich wünschen kann: Spannung, Humor und ein kleines bisschen Romantik, die niemals in Richtung Kitsch abgleitet (Riesenpluspunkt von mir dafür).
Ich weiß, dass ich es nicht aushalte, auf den nächsten Teil in Deutsch zu warten und werde wohl wieder zum Englischen übergehen, denn ich möchte jetzt wissen, wie es weiter geht.
Es war nicht anders zu erwarten. Ich habe es natürlich nicht ausgehalten, auf Band 2 in Deutsch zu warten.
Diesmal begeben wir uns in das Reich der Vampire und erfahren eine Menge mehr über die Untoten in der von Patricia Briggs erschaffenen Welt. Stefan, der Vampir, dessen Auto Mercy ab und an repariert, tritt an sie heran, um sie um den Gefallen zu bitten, den sie ihm noch schuldet. Wider besseren Wissens - man sollte um Vampire einen Bogen machen - sagt Mercy zu und begleitet Stefan in Coyotenform zu einem Treffen mit einem anderen Vampir, der sich ohne Genehmigung in der Stadt aufhält. Stefan braucht einen Zeugen, denn er ahnt, dass das Treffen nicht unbedingt so ablaufen könnte wie es sollte.
Er hat recht und Mercy bleibt nur am Leben, weil der neue Vampir sie für ein Tier hält und nicht für voll nimmt. Zum ersten Mal steht Mercy einem Vampir gegenüber, der von einem Dämon besessen ist und dem es ein leichtes ist, den alten und sehr starken Stefan unter seine Kontrolle zu bekommen.
Stefan überlebt ebenfalls, sieht sich aber mit einer Erinnerung konfrontiert, die anders als Mercys ist und dann gibt es noch ein Opfer, dessen Tod seine Schuld sein soll. Nur Mercys Zeugenaussage vor dem Vampirtribunal kann ihn vor einer Hinrichtung durch seine Herrin Marsilia, die oberste Vampirin der Stadt, retten.
Mit diesem Tag beginnt die Jagd auf den von einem Dämon besessenen Vampir, den es zu töten gilt, da die Verbrechensrate in der Stadt, bedingt durch das Wirken des Dämons, sprunghaft in die Höhe schnellt und es abzusehen ist, dass die Existenz von Vampiren bald nicht mehr verborgen bleiben kann. Mercy wird verboten, sich an der Jagd zu beteiligen, da sie als Frau und Coyote zu schwach ist, um gegen den Dämon zu bestehen. Aber dann verschwinden Stefan und Adam, der Alpha der Werwölfe, und ebenso Samuel, während sie auf der Jagd nach dem Dämon sind und Mercy wird mit der Tatsache konfrontiert, dass da niemand mehr ist, der dem Dämon Einhalt gebieten kann, ja dass sie davon ausgehen kann, dass ihre Freunde tot sind.
Und plötzlich tritt Marsilia an sie heran und bittet sie, den dämonbesessenen Vampir zu töten, da sie als Walker als einzige die Chance hat, das zu tun. Mercy weiß nicht weshalb und den einzigen Hinweis, den sie von der Vampirin erhält ist: Weil sie ein Walker ist und Geister sehen kann.
Mercy will Stefan und die Werwölfe retten und gerät ab diesem Moment mitten hinein in die Kämpfe, in Vampirpolitik und Werwolfmachtspielchen. Aber sie ist weder an die Regeln des Rudels gebunden, noch an Zwänge der Vampirhierarchie und in einem hat Marsilia recht. Nur Mercy kann den besessenen Vampir finden und töten - wenn sie sich beim Töten auch der Hilfe des Feenvolkes bedient, denn es ist der Gremlin, von dem sie ihre Werkstatt gekauft hat, der ihr die Tasche mit den Utensilien in die Hand drückt, die sie braucht, um einen Vampir zu töten.
Noch kann man nicht abschätzen, warum Vampire Wesen wie Mercy gejagt und getötet haben, aber am Ende des Buches findet man einen Hinweis darauf - den ich euch natürlich jetzt nicht verrate.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Buch klasse ist und dem ersten in nichts nachsteht. Es ist spannend, absolut nicht kitschig und ziemlich blutig diesmal. Ab der ersten Seite steckt man voll in der Handlung, fiebert mit Mercy mit und bangt um die Personen, deren Leben in Gefahr ist. Mercy ist keine Superheldin, sondern bleibt in ihren Handlungen absolut menschlich, eine Frau mit Rückgrat, Mut und Witz, einfach jemand, mit dem man sofort warm wird. Wer allerdings in den Büchern noch eine tolle Love-Story erwartet, wird enttäuscht, aber gerade das ist es, was mir hier auch gefällt, weil ich nicht noch eine Serie mit einer nymphomanischen Superheldin lesen möchte. Aber trotzdem gibt es da die kleinen Szenen, in denen es prickelt, denn da sind schon ein paar Männer, die Mercy alles andere als nicht anziehend finden.
Ich habe Band 3 jetzt hier liegen und stürze mich da jetzt drauf^^
Iron Kissed - Band 3
Im dritten Band der Serie legt sich Mercy mit den Fae an. Da sie im letzten Teil Utensilien der Fae zweimal benutzte, obwohl sie ihr nur für einmal geliehen worden waren, schuldet sie den Fae einen Gefallen. Zee, der Gremlin, von dem sie ihre Werkstatt gekauft hat und Onkel Mike, Besitzer eines Pubs, in dem nur Fae, Vampire und Werwölfe verkehren, bitten sie, mit ihrer Koyotennase Mordschauplätze im Fae-Reservat zu überprüfen.
Mercy findet heraus, dass der Mörder ein menschlicher Wächter des Reservat ist. Als Zee und Onkel Mike in der Wohnung des Mannes auftauchen, stehen sie mitten in einem erneuten Mordschauplatz. Jemand hat den Mann getötet, indem er ihm mit großer Gewalt den Kopf abgerissen hat. Ehe die beiden etwas unternehmen können steht die Polizei vor der Tür und verhaftet Zee, der sich opfert und damit verbirgt, dass noch ein zweiter Fae am Schauplatz ist, da er einer der wenigen "iron kissed" Fae ist, d.h. dass er keine Problem hat, Metall zu berühren und für jeden anderen Fae eine Haft hinter Gittern äußerst qualvoll wäre.
Zee ist unschuldig, und obwohl jeder Mercy davor warnt, auf eigene Faust zu ermitteln, lässt sie nichts unversucht, um Spuren zu finden, die Zees Unschuld beweisen und den wahren Täter aufdecken. Die Fae möchten die Sache totschweigen und lieber Zee opfern, als den Menschen gegenüber zuzugeben, dass es gefährliche Fae-Artefakte gibt, hinter denen der Mörder wahrscheinlich her war. Sie wollen auch den wahren Mörder nicht finden, da es ihnen reicht, die gestohlenen Artefakte zurück zu haben.
Und wieder gerät Mercy in die Ziellinie, denn die Fae mögen es nicht, wenn Nicht-Fae zu viele ihrer Geheimnisse kennen und in ihren Angelegenheiten herumschnüffeln.
Obwohl ich sagen muss, dass Teil 3 nicht an Teil 2 heranreicht, war er wieder spannend und mitreißend geschrieben. Und ich muss ehrlich zugeben zum Ende hin wird er der dramatischste und Mercy muss eine Menge einstecken. Ich möchte euch nicht zuviel verraten, aber ich empfehle empfindlichen Gemütern, diesen Teil nicht zu lesen oder sich auf einen derben Schock vorzubereiten. Manchmal frage ich mich, warum jede Geschichte im Internet mit Warnungen versehen werden muss, während Bücher mit dem gleichen Inhalt jeder kaufen kann.
Begeistert war ich, wie Patricia Briggs Mercys fällige Entscheidung zwischen den beiden Männern in ihrem Leben löst, denn diese Entscheidung zwischen zwei dominanten Werwölfen musste fallen, ehe sich die beiden aufeinander stürzen. Und wieder artet nichts in Kitsch aus und wer sich eine wahnsinnig detaillierte Liebesszene erhofft, der wird enttäuscht werden, aber trotzdem muss ich sagen, es ist genau so gelöst, wie ich es mir für diese Reihe gewünscht habe.
Leider sieht es so aus, dass es den nächsten Band erst 2009 geben wird... Wie schade, aber nicht zu ändern.
Bones Crossed - Band 4
Bones Crossed schließt genau an den
vorhergehenden Teil an und zwar an die Szene, als sich Mercy und Adam im
Schlafzimmer befinden und eigentlich alle das gleiche denken. Aber weit gefehlt.
An sich wäre ich auch enttäuscht gewesen, denn nach dem traumatischen Erlebnis
im letzten Band wäre es unvorstellbar, dass sich Mercy sofort auf eine sexuelle
Beziehung zu dem Alpha-Wolf einlässt. Aber sie fällt eine Entscheidung in Bezug
auf Adams Mating-Angebot.
Dank der Berichterstattung der Zeitungen weiß jedermann, was passiert ist und
geht Mercy mit Fragen nach ihrem Wohlbefinden gehörig auf die Nerven.
Doch Mercy soll es nicht zu gut gehen, also bekommt sie den nächsten Schock, als
sie zu ihrer Werkstatt kommt, die Wände besprüht sind und sie beschimpft wird.
Das allein macht ihr wenig Kopfzerbrechen, aber das Symbol aus gekreuzten
Knochen an ihrer Eingangstür schon. Denn dieses Symbol hat nichts mit den
Graphitisprühern zu tun, sondern wurde im Auftrag Marsilias, der Führerin des
Vampirclans in Tri City, angebracht und hat eine Bedeutung.
Marsilia hat erfahren, dass Mercy nicht ganz unbeteiligt am Tod von André und
auch, dass Stefan, ihr Vampirfreund, sie deckt. Sie will Rache und zeigt mit
diesem nicht zu vertuschendem Symbol (nicht einmal Zee kann es mit seinem
Glamourzauber), dass Mercy für alle übernatürlichen Wesen vogelfrei ist.
Zu dieser Zeit bekommt Mercy Besuch einer alten Collegefreundin, die ein
Geisterproblem hat und Mercy bittet, ihr zu helfen. Mercy nutzt diese
Gelegenheit, um die Stadt und damit Marsilias Einflussbereich zu verlassen. Sie
ahnt nicht, dass es noch viel verrücktere Vampire als Marsilia gibt. Natürlich
wird sie gewarnt, dass es in der anderen Stadt nur einen einzigen Vampir gibt
und sie dem bitte aus dem Weg gehen soll, aber *Überraschung* es war abzusehen,
dass genau das nicht passiert und unsere Mercy dem Vampir Blackwood schon am
ersten Abend gegenüber steht.
Nun ja, Mercy erfährt so einige überraschende Sachen über Blackwood, von denen
eine bequemerweise direkt Marsilia betrifft. Eine gute Sache, denn so hat Mercy
und das Wolfsrudel etwas in der Hand zum verhandeln. Und am Ende sind es Mercy
und ihre Freunde, die in einen Kampf verwickelt werden, der sie nicht unbedingt
etwas angeht, aber an deren Aufgabe es ist, für einen guten Ausgang zu sorgen.
Besonders gut hat mir in diesem Band gefallen, dass man mehr über die Gabe der
Walker , Geister zu sehen, erfahren hat – ein Grund, aus dem Walker ein
verborgenes Talent haben, Vampire aufzuspüren und zu töten und auch ein Grund,
warum Vampire Walker lieber tot als lebendig sehen.
Auch Mercys Umgang mit dem Trauma aus dem letzten Teil wurde einfühlsam
behandelt, ohne dass es in klischeehaften Szenen oder Mitleidsdramen ausartete.
Es ist ein Talent von Patricia Briggs, ihre Charaktere so darzustellen, dass man
sich in sie hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen kann. Ich mag Mercy einfach,
mitsamt ihren Fehlern und Macken und mitsamt ihren des Öfteren gefällten
Fehlentscheidungen – genau das macht sie so menschlich.
Für alle, die die Reihe mögen, ist das Buch ein Muss.