Nalini Singh
Psy-Reihe
Slave to Sensation - Band 1
Es war 1979, als die Rasse der Psy - ich lasse den Begriff mal so stehen, weil mir kein besserer einfällt, es handelt sich um parapsychisch hochbegabte Wesen - beschloss, ein Projekt namens Silence zu starten, das alle Mitglieder ihrer Rasse von frühester Jugend an so konditionierte, dass keinerlei Emotionen zugelassen wurden. Mit kühler Logik leiten sie seither die Belange der anderen Rassen, der Menschen und der Gestaltwandler, die sie als minderwertig, da von Emotionen geleitet, ansehen. Gesetz Nr. 1: Die Psy sind perfekt und unfehlbar, da nichts sie vom kühlen logischen Denken ablenkt.
Der erste Band von Nalini Singhs Fantasy-Reihe beginnt im Jahr 2079, einhundert Jahre nach dem Start von Silence, und erzählt die Geschichte von Sascha Duncan, einer Kardinal-Psy, die über überragende mentale Kräfte verfügen soll, die sich jedoch nie manifestiert haben. Sascha wird von Emotionen geplagt, die sie eigentlich nicht empfinden dürfte und die sie an den Rand des Wahnsinns treiben. Sie muss verbergen, was sie fühlt, denn sollten die anderen Psy merken, dass sie anders ist, droht ihr eine Komplettlöschung ihres Bewusstseins. Es ist nicht so einfach, denn jeder Psy verlinkt sich automatisch bei der Geburt mit dem sogenannten Psy-Net, dem Kommunikations- und Speichernetzwerk, das die mentalen Bewusstseine der Psy miteinander verbindet und das lebensnotwendig für die Psy ist, da sie mentale Energie aus dieser Vernetzung ziehen, ohne die sie sterben würden. Die Beschreibungen, wenn Sascha durch dieses Netzwerk "surft" sind im Übrigen fantastisch.
Als Sascha mit dem Gestaltwandler Lucas Hunter zusammenarbeiten muss, wird ihre Lage immer bedrohlicher, da die mühsam errichteten Bewusstseinsschilde drohen zusammenzubrechen. Lucas ist Alpha eines Leopardenrudels und er legt es darauf an, sie durch emotionale Dinge aus dem Gleichgewicht zu bringen, da er auf der Ebene, die der Leopard in ihm ihm diktiert, spürt er, dass Sasha anders ist, aber er weiß auch, dass sie eine Gefahr für sein Rudel sein könnte, wenn sie durch die Zusammenarbeit Geheimnisse über seine Rasse erfährt, die die Psy nie erfahren dürfen.
Auch sein Wunsch nach der Zusammenarbeit mit den Psy ist nicht uneigennützig, denn er ist auf der Suche nach einem Serienmörder, der Gestaltwandlerfrauen entführt und auf grausame Weise ermordet. Er erhofft sich durch die Zusammenarbeit Informationen, die ihnen helfen könnten, dem Mann, der zweifelsohne ein Psy ist und den es auf Grund von Silence nicht geben dürfte, das Handwerk zu legen. Sascha ist seine einzige Chance, denn die Psy boykottieren die Suche nach dem Mörder. Sie wollen verhindert, dass jemand erfährt, dass die unfehlbaren Psy trotz fehlender Emotionen doch zu Verbrechen fähig sind und um es zu vertuschen, schützen sie selbst einen Mörder.
Im Laufe des Buches erfährt Sascha Dinge über ihre Rasse, die sie erschrecken, die ihr Angst machen und die sie letztendlich zu dem Schluss kommen lassen, dass sie in ihrer Mitte nicht weiterleben kann. Es ist der Leopard Lucas, der ihr zeigt, dass Gefühle zu haben und diese auch zeigen zu können nicht bedeutet, dass man minderwertig und Tieren gleichgestellt ist. Leoparden verbinden sich für ein Leben und Lucas weiß mit der Sicherheit des Leoparden in ihm, dass Sascha die Eine ist, die zu ihm gehört. Und sie erfährt, welche grandiose Begabung wirklich in ihr steckt, denn es ist eine Fähigkeit, die durch Silence ausradiert und negiert wurde und die seit Silence in keiner Psy mehr ausgebildet wurde.
Um den Serienmörder zu finden, ist es nötig, ihm eine Falle zu stellen. Eine Falle, durch die Sascha zu erkennen geben muss, dass sie anders ist und es gibt für sie nur eine Möglichkeit, danach einer Verfolgung durch die anderen Psy zu entgehen - sie muss ihren Link zum Psy-Net lösen und das bedeutet automatisch ihr Todesurteil, denn kein Psy kann ohne die Verbindung zu einem mentalen Web leben. Das jedoch ist etwas, was Lucas nicht akzeptieren will.
Ich denke mal, mehr sollte ich nicht verraten, oder? *g*
Ich lese jetzt mal Band 2...
Vision of Heat erzählt die Geschichte von Faith Night-Star, einer F-Psy (Foresight). F-Psy sind in der Gesellschaft hoch angesehen, da sie darauf ausgebildet werden, Vorhersagen zu geschäftlichen und wirtschaftsbezogenen Dingen zu tun. Und Faith ist sehr gut. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Vorhersagen eintreffen, liegen bei fast einhundert Prozent und aus diesem Grund ist sie für ihrem Clan Millionen wert. Aber F-Psy sind auch psychisch viel labiler und jede von ihnen weiß, dass keine F-Psy alt wird und geistig gesund bleibt. Deshalb leben sie in traditioneller, zweckmäßiger Isolation, umgeben von Monitoren, die ihr Leben und ihre Gesundheit überwachen und die Alarm schlagen, wenn eine F-Psy tagelang in Visionen versinkt und vergisst zu essen.
Dann aber passiert es, dass Faith plötzlich Visionen von Dunkelheit, Gewalt und Tod hat, beginnend damit, dass sie den Tod ihrer Schwester voraussieht. Sie dürfte auf Grund von Silence keine Angst haben und sie dürfte sich gleich gar keine Vorwürfe machen, dass sie den Tod ihrer Schwester nicht verhindern konnte. Aber sie tut es.
Die Visionen drohen ihre psychische Konditionierung zu durchbrechen und sie hat Angst, dass schon der Zeitpunkt gekommen ist, an dem ihre geistige Gesundheit droht zu brechen. Sie weiß, sollten die anderen Psy das bemerken, würde man sie jetzt schon wegsperren und einer Art Gehirnwäsche unterziehen, die ihre Persönlichkeit zerstört.
Ihre einzige Hoffnung ist Sascha ("Slave to Sensation"), die einzig bekannte Psy, die außerhalb der kontrollierten Psy-Welt lebt und bei der sich Faith sicher sein kann, dass sie ihr Geheimnis nicht an die Regierung (das Council) verraten wird, da Sascha nicht mehr ins PsyNet integriert ist. Faith versucht Kontakt zu Sascha aufzunehmen und stolpert als erstes über den Jaguar Vaughn, den eine geheime Faszination immer wieder zu ihrem Haus zieht, weil er das Geheimnis der dort einsam lebenden Psy erkunden möchte.
Vaughn, der Gestaltwandler-Jaguar, der in Lucas Leopardenrudel lebt, ist wilder und mehr von Emotionen getrieben als andere Gestaltwandler, da sein Jaguar, bedingt durch ein Ereignis in seiner Kindheit, viel näher an der Oberfläche liegt als bei anderen. Hier treffen zwei krasse Gegensätze aufeinander: Faith, die kühle, isoliert lebenden Psy und der wilde, sinnliche Jaguar, der Berührungen braucht wie die Luft zum Atmen.
Vaughn und auch Sascha sind sich einig, dass Faith nur eine Chance hat, die dunklen Visionen zu kontrollieren: Indem sie Gefühle zulässt. Visionen von Gewalt und Tod gehören genauso zum Leben einer Psy wie die Vorhersage von wirtschaftlichen Ereignissen, aber dies wurde verschwiegen und durch Silence vollkommen unterdrückt. Faith muss erkennen, dass früher, vor Silence, F-Psy auch Verbrechen verhindert haben und dass ihre Gabe etwas unendlich Wertvolles ist und sie nicht nur ein Instrument ist, um für ihrem Clan Millionen zu verdienen.
Der Gegensatz zwischen Faith und Vaughn ist sehr interessant und es prickelt beim Lesen, wenn es zu Szenen zwischen den beiden kommt. Mir gefielen vor allem die Beschreibungen wie Mensch und Tier in einem Gestaltwandler miteinander kommunizieren. Sätze wie: "I'm a cat. Soft silky things make me purr.", fand ich einfach nur niedlich.
Trotzdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass Band 2 nicht ganz an die Spannung von Teil 1 heran kommt. Ich kann es nicht genau erklären, vielleicht weil ich manchmal wirklich das Gefühl hatte, dass Vaughn mir für die isoliert aufgewachsene faith fast zu aufdringlich war. Manchmal hab ich gedacht: 'Gib ihr doch mal Luft zum Atmen!' Vielleicht war es aber auch, dass ich mit zu hohen Erwartungen an das Buch gegangen bin.
Nichtsdestotrotz ist das Buch sehr empfehlenswert, vor allem auch, da es wieder kleine neue Extras vorstellt: Wir lernen das NetMind kennen, ich nenne es mal das Unterbewusstsein des PsyNets, und wir erfahren, wie eine neue Zukunft für die Welt der Psy aussehen könnte.
In Band 3 begeben wir uns in die Mitte des Wolfsrudels der SnowDancer. Die Wölfin Brenna Kincaid, das Entführungsopfer aus dem ersten Band, ist zwar körperlich genesen, scheint jedoch psychische Schäden zurück behalten zu haben. Seltsame Träume plagen sie, die mich ein wenig an Faiths Visionen aus Band 2 erinnern und die dann auch noch wahr werden. Brenna weiß nicht mehr ein noch aus und wendet sich an die Person, von der sie glaubt, dass sie ihr helfen kann: an den abtrünnigen Psy Judd Lauren, der mit seiner Familie das Psy-Net verlassen und bei dem Wolfsrudel Asyl gefunden hat.
Judd ist ein Arrow, ein hochkarätischer Tk-Psy (Telekinese), der in sich die gleichen Fähigkeiten trägt wie der Mann, der Brenna in Band 1 entführt hat. Als Arrow gehörte er zur Spezialelite des Psy-Rates und wurde mit einem Ziel eingesetzt: als Attentäter und Mörder. Judd, der eigentlich keine Emotionen haben dürfte, kann Brenna nichts abschlagen. Er fühlt sich schuldig, weil es ein Psy mit seinen Fähigkeiten war, der Brenna entführte und sie fast tötete.
Brenna gelingt es, Judds harte Schale zu durchdringen, aber damit entsteht eine neue Gefahr. Judds Konditionierung hat auf die Art stattgefunden, dass sich sein Talent gegen ihn richtet, sobald er gegen Silence verstößt, d.h. sobald Emotionen drohen ihn zu überwältigen. Er kann sie nicht zulassen, denn damit würde er die Menschen in seinem Umfeld, vor allem natürlich Brenna, in Gefahr bringen.
Man fiebert und leidet mit den beiden mit. Sie kommen sich näher, doch immer wieder besteht die Gefahr, dass ein falscher Schritt, eine falsche Berührung eine Katastrophe auslösen und alles zunichte machen könnte. Ich habe wirklich bis zum Ende überlegt, wie Nalini Singh diesen Konflikt lösen will.
Nebenbei muss sich das Wolfsrudel noch mit einem Verräter in ihren eigenen Reihen und den Intrigen des Psy-Rates beschäftigen, aber am meisten hat mich in diesem Band Judd fasziniert. Man glaubt förmlich vor dem Mann zu stehen, der einem Eisblock gleicht, keine Miene verzieht, kühl alle Emotionen ausschaltet und eiskalt kalkuliert und bei dem es doch die junge Wölfin Brenna schafft, seine eisige Schale bröckeln zu lassen.
Ich würde diesen Band fast als den besten der drei bezeichnen, obwohl ich in diesem die tollen Beschreibungen des Psy-Nets vermisst habe. Und auch von dem interessanten Psy-Mind aus Teil 2 erfährt man nichts Neues.
Bleibt abzuwarten, was Teil 4 sagt, auf den ich jetzt schon sehr sehnsüchtig warte.
Mine to Possess - Band 4
Im vierten Band von Nalini Singhs Psy-Changeling-Saga werden wir das erste Mal mit einer menschlichen Hauptfigur konfrontiert.
Der Dark-River Leopard Clay hatte seine Jugend mit seiner menschlichen Mutter verbracht, die von ihm verlangte, seine Changeling-Seite vollständig zu unterdrücken. Seine beste Freundin zu diesem Zeitpunkt war das menschliche Mädchen Talin. Für die kleine Talin war Clay der Beschützer schlechthin, aber sie verschwieg ihm eine schwerwiegende Sache - dass sie von ihrem Stiefvater missbraucht wurde. Clay kam dazu und die bis dahin unterdrückte animalische Seite übernahm die Herrschaft. Er zerfetzte den Mann vor den Augen des achtjährigen Kindes, wurde verhaftet und, obwohl minderjährig, in ein Gefängnis gesteckt. Die beiden so aneinander hängenden Kinder wurden getrennt und jeder für sich mit einem Trauma zurück gelassen. Jahre später erfuhr Clay, dass Talin durch einen Autounfall ums Leben gekommen war und er wäre völlig zusammen gebrochen, wenn ihn nicht das Dark River Rudel aufgenommen und ihm Rückenhalt gegeben hätte.
Jetzt, zwanzig Jahre später, steht Talin vor Clay und bitte ihn um Hilfe. Clay ist vor Wut und Zorn über ihre Lüge und ihre Täuschung außer sich, aber das Band, das sich in der Kindheit zwischen ihnen gebildet hatte, ist noch immer vorhanden. Er kann es ihr nicht abschlagen.
Talin arbeitet jetzt für eine Organisation, Shine, die sich Straßenkindern annimmt und unter deren Obhut auch Talin aufgewachsen ist. Jetzt verschwinden Kinder, für die Talin die Verantwortung getragen hat, und tauchen nur tot wieder auf. Ein Psychopath scheint hinter genau diesen Kindern her zu sein und für den ersten Augenblick ist nicht nachvollziehbar, ob es eine Verbindung zwischen all den Kindern gibt.
Gemeinsam mit Clay und dem Clan der Leoparden, bei dem Clay ein Zuhause gefunden hat, suchen sie nach den Kindern, die noch verschwunden sind, in der Hoffnung, diese lebend retten zu können.
Entgegen vieler Meinungen, die ich im Netz gelesen habe, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich mochte Clay, der hin und her gerissen war zwischen der Anziehung zu seiner Jugendfreundin und dem Zorn, der durch ihre Lüge noch immer in ihm brodelte. Und ich mochte auch die menschliche Talin, deren Angst und deren psychische Probleme durch das, was sie erlebt hatte, nachvollziehbarer waren. Beide gewinnen aus dem erneuten Zusammentreffen und der sich - wie sollte es sein - entwickelnden Liebesbeziehung.
Talin sogar fast noch mehr, denn sie kam zu Clay mit der Diagnose, dass sie totsterbenskrank wäre und nur noch wenige Monate zu leben hatte, da ein Defekt in ihrem Hirn sie nach und nach lahm legte. Sie verschob die Klärung dieses Problems auf später, denn erst wollte sie die vermissten Kinder finden, doch dieses Problem erledigte sich von allein. Denn bei ihren Recherchen wurden sie mit dem Wissen konfrontiert, dass die Organisation Shine nach exakt den Kindern suchte, die Nachfahren jener Psy waren, die vor Silence aus dem PsyNet verschwanden, weil sie sich gegen Silence auflehnten und in all diesen Kindern ein gewisser Prozentsatz Psy schlummerte, der sich manchmal auswirkte und manchmal nicht. Auch Talin war durch Shine "aufgefangen" worden und obwohl sie nur drei Pronzent Psy-Gene in sich trug, stellten sie erst am Ende des Buches fest, dass es das fehlende Biofeedback war, das jeder Psy zum Leben braucht, das Talin fehlte.
Doch darüber muss sie sich keine Gedanken mehr machen, denn Leoparden verbinden sich für's Leben und durch das Mating-Band wird Talin Teil des "Web of Stars", das den Alpha Lucas mit seinen Sentinels und deren Gefährten verbindet, und aus dem auch die beiden abtrünnigen Psy Sascha und Faith ihr Biofeedback beziehen.
Nebenbei retten sie
natürlich die beiden noch verschwundenen Kinder, aber ich will euch ja nicht
alles verraten.
*g*
Obwohl Dorian den Mörder getötet hat, schwelt der Hass noch immer in ihm, doch plötzlich trögt er die Verantwortung für die schöne, kühle Ashaya, die natürlich in Lebensgefahr schwebt, weil das Konzil hinter ihr her jagt.
Was niemand weiß, ist, dass Ashaya seit ihrer Kindheit dagegen kämpfen muss, niemandem zu zeigen, dass sie doch nicht so emotionslos ist, wie sie scheint. Sie ist eine Meisterin darin, das zu verbergen und einer der Gründe dafür ist ihre Zwillingschwester, mit der sie auf Grund der Zwillingsband enger verbunden ist als mit dem Psy-Net und die auf Grund fehlender Emotionen und einem genialen wissenschaftlichen Verstand alles daran legte, zu untersuchen, was Emotionen in ihrer Schwester bewirken.
Ashaya ist hin und her gerissen zwischen der Verantwortung für ihre Schwester, die ohne sie außer Kontrolle geraten würde, ihrem Sohn, der das Psy-Net schon verlassen hat und den Gefühlen, die der Leopard Dorian in ihr auslöst.
Es ist eine schöne Geschichte. Dorian ist keineswegs so aufdringlich wie Vaughn und die langsame Annäherung zwischen den beiden ist wirklich realistisch dargestellt. Anfangs war ich skeptisch, was es mit Ashayas Schwester auf sich hat und welche Lösung sie dafür finden wollen und ich muss sagen, die Lösung hat mir gefallen.
Wer sich noch an den Teil mit der F-Psy Faith erinnert, weiß, dass da noch eine Vision offen ist, deren Zeitpunkt Faith nicht vorhersagen konnte und die sie für sich behalten hat, weil sie niemandem unnötig Hoffnungen machen wollte. Visionen, die weiter in der Zukunft liegen, sind immer veränderbar, aber fest stand, es gab eine Vision in der Dorian seine Leopardengestalt annehmen konnte, obwohl er bisher nie dazu in der Lage war und darunter litt. Aber mit Ashaya trifft er die Frau, die in der Lage ist, in sein genetisches Material zu schauen und die vielleicht den Fehler finden kann, der verhindert, dass er die Gestalt wechselt.
Der nächste Band lässt wieder ein wenig auf sich warten. Aber lassen wir uns mal überraschen, wie eine Beziheung zwischen einem Wolf und einem Leoparden endet xD
Angel-Series
Meine erste Frage war: Was haben Vampire, Vampirjäger und Engel miteinander gemeinsam und wie verarbeitet man eine Handlung, die alle drei miteinander verbindet?
Nalini Singh hat es geschafft, auch wenn man sich erst ein wenig mit ihrem neu erschaffenen Universum auseinander setzen muss. Engel und Erzengel sind unsterbliche Wesen, die seit Äonen die Erde beherrschen. Sie sind die Erschaffer der Vampire, die ihnen als Bedienstete oder Helfer zur Verfügung stehen. Vampire entstehen in einem Prozess, der „Made“ genannt wird, und sie werden aus den Menschen auserwählt, die sich dafür bewerben. Es winkt die Unsterblichkeit, aber im gleichen Moment unterzeichnen sie einen Vertrag mit den Engeln, der sie für die Ewigkeit an diese bindet. Nicht alle neu geschaffenen Vampire sehen ein, dass sie solch ein Vertrag zwingend bindet. Sie flüchten, meist in der Phase, wenn sie die Kontrolle über die Blutlust noch nicht erlangt haben, und hinterlassen eine Spur des Todes.
Die Engel können sich eine solche Gefahr nicht leisten und sie pochen auf eine Einhaltung des Vertrags. Jetzt wenden sie sich an eine Organisation namens „Guilt Hunters“, Vampirjäger mit Sinnen, die es ihnen ermöglicht, die Spur entlaufener Vampire aufzunehmen und diese zu ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzubringen.
Elena Deveraux ist eine dieser Vampirjägerinnen. Sie ist die Beste und das ist der Grund aus dem der Erzengel Raphael ihre Dienste fordert, als es darum geht, einen speziellen Auftrag zu erledigen. Elena ahnt schon, als sie erfährt, wer der Auftraggeber ist, dass es eine Aufgabe auf Leben und Tod ist, aber niemand lehnt den Auftrag eines derart gefährlichen Erzengels ab, wie Raphael einer ist. Und dann erfährt sie, wen sie jagen soll: einen anderen Erzengel, der zum sogenannten Engel des Blutes geworden ist. Nur sie kann auf Grund ihrer speziellen Sinne den anderen verfolgen, aber nur Raphael kann ihn töten, denn nur ein Erzengel ist in der Lage, einen anderen Erzengel zu vernichten.
Das Buch las sich toll. Am Anfang war ich ein wenig skeptisch über diese ganze Engelsgeschichte und es fiel mir schwer, mir Wesen vorzustellen, die den ganzen Tag mit Flügeln auf dem Rücken herumrennen müssen. Man bedenke nur, welche Probleme sie haben, durch normale Türen zu gehen, dass sie spezielle Betten brauchen und auch eine normale Badewanne nicht ausreicht. Da dieses Buch Nalini Singh geschrieben hat, ist natürlich klar, dass unser gefährlicher und eiskalter Raphael phantastisch aussieht und die liebe Elena mit dem losen Mundwerk eine unwahrscheinliche Anziehungskraft auf ihn ausübt. Und obwohl Erzengel mit einer kurzen Handbewegung töten können, die Macht haben, jedem sterblichen Wesen ihren Willen aufzuzwingen und sich eigentlich nehmen, was sie wollen, gefällt es Raphael viel besser, die Jägerin zu verführen. Unlogisch, wenn man bedenkt, dass er unwahrscheinlich alt ist und ihn das noch nie gekümmert hat, aber heh, wer bin ich, mich darüber zu beschweren?
Das Ende war ein wenig kitschig, etwas, was ich bei Nalini Singh nicht erwartet habe, aber wenn sie die Geschichte weiterführen will, blieb ihr wahrscheinlich keine andere Lösung. Aber muss ich sagen, dass ich vom Ende ein wenig enttäuscht war. Trotzdem bleiben das Buch und auch die Grundidee absolut empfehlenswert.