Anita Blake-Serie
Die Romanserie wirbt mit: "Buffy für Erwachsene" Ich finde aber, es trifft die gesamte Geschichte überhaupt nicht. Anita ist eine Animatorin, das bedeutet, sie erweckt Zombies - aus Gründen der Klärung von Erbschaftsangelegenheiten etc. , legt sie wieder zur Ruhe und nebenbei jagt sie Vampire, aber nur solche, die gegen das Gesetz verstoßen haben und gegen die ein Exekutionsbefehl vorliegt. Die Serie entführt in eine Welt, in der Vampirismus legal ist, Werwölfe und Hexen existieren und alle miteinander auskommen müssen. Das geht natürlich nicht immer gut. Die Charaktere sind fantastisch beschrieben, man versinkt sofort in diese Welt, fiebert mit der in Ich-Form erzählenden Heldin mit, lernt ihre Schwächen und ihre Stärken kennen und verfolgt ihren Zwist mit sich selbst. Denn neben den ganzen Kämpfen ist Anita auch eine Frau. Da ist der umwerfende Jean-Claude, Meister der Stadt, Vampir, der mehr als nur berufliches Interesse für Anita hegt, da ist der Alpha-Wolf Richard, der sie heiraten möchte und Anita, die ihr Problem mit den Worten: "Die meisten Frauen beklagen sich, dass es keine allein stehenden, anständigen Männer mehr gibt. Mir würde schon genügen, wenn einer ein Mensch wäre." (Zirkus der Verdammten) auf den Punkt bringt.
Die Bücher sind hart, stellenweise sehr blutig und trotzdem, fängt man einmal
an, sie zu lesen, man kann sie nicht wieder weglegen. Laurell K. Hamilton
schreibt in einer Art trockenen Humor, der mir sofort gefallen hat.
Ich habe jetzt alle Bücher gelesen und ich muss sagen, in jedem Buch lässt sich Laurell K. Hamilton etwas Neues einfallen. Wer glaubt, es kann nicht besser werden, dem verspreche ich: Es wird besser. Wenn man in den ersten Bänden über die manchmal doch recht prüde Anita lächelt, so ändert sich das in den folgenden schlagartig. Anita hat eine Menge Grundsätze und im Laufe ihres Lebens stellt sie fest, dass man an Grundsätzen nicht festhalten kann. Einerseits, weil man es nicht will und andererseits, weil man mit jedem Tag an Lebenserfahrung gewinnt und feststellt, dass diese Grundsätze sich nicht mehr mit der derzeitigen Lebenseinstellung vereinbaren lassen.
In fast jedem Buch überwindet Anita eine Schranke, und manchmal macht dies sie härter und „unmenschlicher“, nämlich dann, wenn der Tod eines Menschen sie nicht mehr berührt, weil dieser Mensch in ihren (und auch in meinen) Augen den Tod verdient hat und durch ihre Hand gestorben ist.
Anita gewinnt an metaphysischer Stärke, ihre mentalen Kräfte steigen durch die Bildung eines Triumphirats mit Jean-Claude und Richard, aber sie erhält dadurch nicht nur Vorteile. Plötzlich wird sie damit konfrontiert, an sich Eigenschaften zu entdecken, die nur ein Vampir hat oder nur ein Gestaltwandler. Sie trifft neue Menschen, neue Gefährten und durch ihre neu erwachten Kräfte bindet sie sich an viele von ihnen.
Die Bücher werden von mal zu mal erotischer, bedingt durch die von Jean-Claude gewonnene mentale Kraft, genannt Ardeur, die es ihr ermöglicht, durch Sex zu „essen“ wie ein Vampir. Sie trifft Micah, Werleopard und Nimir-Raj (Leopard-King) des Leopardenclans, auf den sie extrem reagiert und der sie als seine Nimir-Ra (Leopard-Queen) erkennt. Und da wäre natürlich noch Nathaniel, der blutjunge Stripper im Guilty Pleasure, Wereleopard und SM-Sub, der sie liebt und mit ihr leben möchte und Damian, ihr Vampirdiener, den es nach bisherigen Vorstellungen gar nicht geben dürfte.
Anita übernimmt die Verantwortung für die Werleoparden und für all die Männer in ihrem Leben. Sie hat mit Allen Sex und oft nicht nur mit einem zur gleichen Zeit. Nathaliel schafft es sogar, sie von dem Grundsatz („I don’t do furry.“ *gg*) abzubringen und sie haben Sex, während er ein Halbleopard ist. Sehr nett geschrieben, ich hätte nicht gedacht, dass sie es tut, denn Lycanthropy ist nur ansteckend, wenn sich der Lycanthrope im Tierzustand befindet. Aber, wie nächster Absatz zeigt, spielt das für Anita eh keine Rolle mehr.
Das letzte Buch endet mit dem Wissen, dass Anita auch ein medizinisches Paradoxon darstellt. Ein Blutest zeigte, dass sie vier Wer-Tier-Gene in sich trägt: Wolf, Leopard, Löwe und eins, was nicht definiert werden kann, ohne jemals die Gestalt gewechselt zu haben und ebenfalls nachweisbar ist das Vladsyndrom, das einen Vampir ausmacht, ohne dass sie tatsächlich ein Vampir ist. Aber sie hat Eigenschaften von allen in sich, sie spürt das „Biest“ (also alle vier…) und sie empfindet den Drang eines Vampirs nach Blut und Sex im gleichen Maß.
Nun bleibt abzuwarten, was Laurell K. Hamilton sich für die nächsten Bücher einfallen lässt.
Ich würde die Bücher mit einer Alterfreigabe versehen, obwohl ich davon nirgends etwas gelesen habe. Ab 18 jetzt definitiv, denn die Sexszenen sind jetzt schon pornographisch zu nennen, und natürlich auf Grund der wirklich blutigen und manchmal grausamen Mörder- und Schießszenen.
Es sind bisher 14 Bücher erschienen:
Guilty
Pleasure
Bittersüße Tode
The Laughing
Corpse
Blutroter Mond
Circus Of The
Damned
Zirkus der Verdammten
The Lunatic
Cafe
Bloody
Bones
The Killing
Dance
Burnt Offerings
Blue
Moon
Obsidan
Butterfly
Narcissus in
Chains
Cerulean
Sins
Incubus Dreams
Micah
Danse Macabre
The Harlequin - noch nicht gelesen
Blood Noir - erscheint 2008
Ich bin der Empfehlung gefolgt und habe mir die nächsten in Englisch bestellt. Wer es lesen kann, dem empfehle ich dasselbe. Erstens wartet man nicht so lange auf die Fortsetzung und zweitens, es liest sich genauso toll.
http://www.laurellkhamilton.org/
Schattenkuss - Band 1
Nachdem ich nun alle Anita Blake-Bücher
gelesen habe, musste ich mir natürlich auch die restlichen Bücher von Laurell
K. Hamilton bestellen.
Ich habe geahnt, dass diese genauso
faszinierend sind. Den ersten Band „Schattenkuss“ habe ich innerhalb einer
Woche verschlungen. (war aber auch in Deutsch *g*)
Diesmal geht es um die sterbliche Unseelie-Prinzessin Meredith, die vom
Unseelie-Hof, den ihre Tante regierte, geflohen war, weil sie wusste, sie würde
die nächsten Mordanschläge nicht überleben, denn sie verfügt über keine der
aufregenden Sidhe-Fähigkeiten und kann sich gegen die Zauber der anderen nicht
schützen. Sie versteckte sich unter falschem Namen und mit dem einzigen Zauber,
den sie wirklich beherrscht, dem Blendzauber, versehen, in Los Angelos, wo sie
in einer Kanzlei arbeitete, die Menschen auf Grund ihrer Fey-Fähigkeiten
anstellt, da diese bei der Lösung von Fällen helfen.
Ihre Tarnung fliegt auf, als sie den Lockvogel in einem neuen Fall spielt, bei
dem ein Mensch Brandwyns-Tränen (ein tatsächlich wirkendes Aphrodisiakum)
benutzt, um sich Frauen gefügig zu machen und Sidhe, die Elfen in Hamiltons
neuer Welt, anzubeten.
Plötzlich steht Meredith wieder im Licht der Öffentlichkeit und den
Leibwächtern ihrer Tante gegenüber, die sie mit der Forderung der Königin
konfrontieren, sofort am Hof zu erscheinen. In der ersten neuen
Auseinandersetzung erwacht plötzlich und überraschend Merediths Zauberkraft,
die sie zu einer echten Sidhe macht – die Hand des Leibes.
Die Leibwächter der Königin, allesamt Unsterbliche, begleiten Meredith zum Hof
der Königin und müssen nebenbei schon wieder mit den nächsten Mordanschlägen
kämpfen, denn irgendjemand will nicht, dass Meredith den Hof lebend erreicht.
Dort angekommen erfährt sie, dass ihre Tante keineswegs möchte, dass die
Blutlinie ihres Geschlechts ausstirbt und erklärt Meredith ihren Plan. Die
Königin hat zwei Nachfahren, ihren Sohn Cel, und Meredith, ihre Nichte. Wer von
beiden innerhalb der nächsten drei Jahre einen Nachkommen zeugt, wird die
Nachfolge der Königin antreten. Aus diesem Grund hebt die Königin das Zölibat
für ihre Leibwächter (von denen manche seit Jahrhunderten keinen Sex hatten,
die Ärmsten…) auf und weist Meredith an, unter diesen ihre Gefährten für die
nächsten Wochen oder Monate zu wählen. Damit beginnt für Meredith ein Wettlauf
gegen die Zeit und genau damit endet der erste Teil…
Wieder entführt Hamilton in eine völlig andere Welt. Diesmal sind nicht nur die
erklärten magischen Fähigkeiten fantastisch, nein auch das Aussehen der
mitspielenden Personen ist einfach nur exotisch zu nennen, manchmal sogar ein
wenig gewöhnungsbedürftig. Jedenfalls für mich, denn mich in eine Liebesszene
hineinversetzen, wenn einer der Beteiligten grüne/goldene/blaue Haut, dazu
entsprechende Haare, Tentakel am Körper (das war extrem, aber zum Glück hat sie
mit dem nicht geschlafen *gg*), Schwimmhäute zwischen den Fingern hat, ist
schwierig oder wenn sie gar die Schönheit von Kobolden beschreibt, bei denen
überzählige Körperteile (viele viele Augen, zu viele Gliedmaßen und ja gar
mehrere Geschlechtsteile) als Schönheitsideal gelten.
Auch die Beschreibung der gewirkten Zauber ist wie üblich toll. Man kann sich
bildlich vorstellen, wie solch ein Zauber stattfindet und wie er „aussieht“ –
ich habe kein besseres Wort dafür.
Aber jetzt stürze ich mich auf Band 2 und schau mal, wer der exotischen
Liebhaber sie nun am Ende schwängert. *kicher* Da es allerdings insgesamt schon
wieder fünf Bände gibt, denke ich, dass ich im nächsten Teil noch nicht
sonderlich viel erfahre.
erschienene
Bücher:
A Kiss of
Shadows
A Caress of
Twilight
Seduced by
Moonlight
A Stroke of
Midnight
Mistral's
Kiss
A Lick of Frost - erscheint 12/2007