Jenna Black
Morgan Kingsley- Series
The Devil Inside
Dieses Buch ist der 1. Band in der Morgan Kingsley-Serie.
Morgan Kinsley ist eine Exorzistin in einer Welt, in der neben der Unseren
(Human Plain) eine sogenannte Dämonenwelt (Demon Realm) existiert, aus der
körperlose Dämonen in einen freiwilligen menschlichen Körper wechseln können.
Menschen bewerben sich als Host, da mit der Übernahme eine Menge
Vorteile verbunden sind – große körperliche Stärke und starke
Selbstheilungskräfte. Das hat zur Folge, dass Dämonen in allen Branchen
arbeiten, die gefährlich sind und sie sind in gewisser Weise Helden.
Natürlich passiert es auch, dass ein Dämon einen menschlichen
Körper illegal übernimmt. Dann kommt Morgan ins Spiel mit ihrer Fähigkeit,
Dämonen aus den menschlichen Körpern zu vertreiben. Es gibt nur zwei
Möglichkeiten, einen ungewollten Dämon wieder loszuwerden, entweder durch einen
Exorzisten oder man verbrennt den menschlichen Host, ohne dass er
vorher Hautkontakt zu einem anderen Menschen hatte, denn dann wäre es ein
leichtes, dass der Dämon den Körper wechselt.
Das Buch beginnt, als Morgan einen Dämonen von einem jungen
Mädchen vertreiben soll. Ein wenig geht schief und das Mädchen kann Morgan
berühren, aber nachdem sie eine befreundete Exorzistin, Valerie, über ihre Aura
hat blicken lassen und diese sie beruhigt, kann sie erst einmal heimgehen.
Allerdings wird sie richtig skeptisch, als sie eines Morgens einen Zettel
findet, den sie in der Nacht an sich selbst geschrieben hat:
Es kann kein weiterer Dämon in deinen
Körper eintreten, weil er bereits besessen ist.
Morgan will das nicht glauben, denn normalerweise übernimmt
der Dämon den Körper und der vorherige Besitzer ist nur Gast,
und geht noch einmal zu Val, um sie zu
bitten, einen Exorzismus vorzunehmen. Ab diesem Zeitpunkt beginnen sich die
Ereignisse zu überschlagen. Plötzlich sind ihre Freunde nicht mehr ihre Freunde
und diejenigen, die sie als Feinde betrachtet hat, stehen ihr zur Seite.
Ja, Morgans Körper beherbergt einen Dämon, aber nicht
irgendeinen. Es ist Lugh, der König der Dämonen, der einer der wenigen ist, der
stark genug ist, in Morgans Körper zu wechseln, aber es trotzdem nicht schaffte,
diesen zu übernehmen. Und nein, schlimmerweise erfahren wir nicht, wieso Morgan
diese Fähigkeit besitzt. Lugh kann sich nur in ihren Träumen bemerkbar machen
oder über Zettelchen, die er schreibt, wenn sie schläft, kommunizieren. Lugh
befindet sich nicht freiwillig in Morgan, sondern landete dort, weil
Machtintrigen in der Dämonensphäre seinen Tod wünschen.
Um sich selbst und ihren unfreiwilligen Passagier zu schützen,
muss Morgan Hilfe von anderen Dämonen annehmen und sie weiß selten vorher, wer
ihr Freund und wer ihr Feind ist.
Das Buch ist toll geschrieben und hat mich von Anfang an
gefesselt. Es war mal etwas anderes, weil man sich erst an den Gedanken einen
besessenen Menschen gewöhnen muss, aber Jenna Black erzählt es auf eine tolle
Weise. Morgan war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn ich ihre sprunghaften
Entscheidungen, die meist falsch waren und alles noch schlimmer machten, nicht
immer nachvollziehen konnte. Aber man musste sich vor Augen halten, wie schwer
es ihr fiel, einem Dämon zu vertrauen, da sie von Kindesbeinen an damit
aufwuchs, dass ein Dämon ihr ihren Bruder wegnahm, der sich als freiwilliger
Host meldete und ihre Eltern als Anhänger der Dämonenfreunde ihre Arbeit aufs
Strengste verurteilten.
Aufgelockert wird das ganze zwischen den teilweise brutalen
Szenen durch die anderen Hauptcharaktere, mit denen Morgan gezwungenermaßen und
gegen ihre Überzeugung zusammenarbeiten muss. Sie versucht ihren Freund Brian zu
schützen, was nicht immer erfolgreich ist, und fühlt sich oft genug angeekelt
von sich selbst, wenn sie sich einerseits angezogen und gleichzeitig abgestoßen
vom Dämon Adam und seinem Partner Dominic fühlt, mit denen sie zusammenarbeiten
muss, die aber beide eine spezielle Vorliebe für harte SM-Spielchen haben. Ich
musste manchmal grinsen, wenn Morgan mal wieder rot anlief, weil die beiden
zweideutige Bemerkungen machten oder in ihrer Gegenwart zeigten, wie sehr sie
sich zueinander hingezogen fühlten. Die SM-Szenen halten sich zum Glück in
Grenzen, aber es waren zwei drin, die meiner Meinung nach nicht unbedingt hätten
hineingemusst, aber nun ja, das ist schließlich Sache der Autorin.
Das Buch ist und bleibt toll und ich kann es nur
weiterempfehlen.
Adam fand heraus, dass es etwas in Morgans Familie gab, von dem Morgan nie erfahren hatte. Vor 28 Jahren gab es eine Akte in der Polizei zu einem Vergewaltigungsfall, an dem Morgans Mutter beteiligt war. Der Fall war niemals zur Aufklärung gekommen und auch niemals ernsthaft verfolgt worden. Der größte Schock jedoch ist, dass Morgan erfahren muss, dass es einen Vaterschaftstest gab und ihr Vater nicht ihr biologischer Vater ist. Adam möchte, dass Morgan ihre Familie darauf anspricht, was diese jedoch zuerst ablehnt.
In einem Traumgespräch mit Lugh erzählt ihr dieser, dass es in ihrem Kopf Erinnerungen gibt, die zwar da, aber nicht zugänglich sind und sie betreffen eine Zeit in ihrer Kindheit als sie sehr krank war und eine Zeitlang in einem Krankenhaus verbracht hat, das unter Dämonenaufsicht stand.
All diese Dinge beschäftigen Morgan und der gesamte 2.Band beschäftigt sich mit dem herausfinden, was in ihrer Vergangenheit passiert ist und welchen Einfluss es auf die Gegenwart hat. Ich hatte schon meine Bedenken, aber zum Glück erfahren wir alles, es hätte mich sonst wahnsinnig gemacht.
Nebenbei ist natürlich die Gegenseite im Dämonenreich noch immer damit beschäftigt, ihren Plan, Lugh zu töten, zu erfüllen und Morgan muss, um sich selbst, ihren Passagier und alle Leute, über die man zu ihr Kontakt aufnehmen kann, zu schützen.
Diesmal stellt sie sich nicht so dumm an und verprellt alle Menschen/Dämonen, die ihr helfen wollen und auf ihrer Seite stehen. Wir bekommen wieder ein paar interessante Einblicke in Dämonen/Host-Beziehungen, vor allem, wenn es um Adam und Adam-Dämon geht, als dieser seinen Host kurzfristig verlassen muss und in Dominic wechselt, um dessen tödliche Verletzungen zu heilen.
Lugh wird mir immer sympathischer und er treibt Morgan mit seinen erotischen Traumspielchen teilweise fast in den Wahnsinn. Ist schon ein komischer Gedanke, wenn man jemanden im Körper sitzen hat, der alles mitbekommt, was man denkt und der auch jede Gefühlregung spürt.
Gegenspieler ist diesmal ein psychopathischer Dämon, der Der Jäger genannt wird und alles daran setzt, zu erfahren, in welchen Körper Lugh angeblich gewechselt (Schlusstäuschung am Ende 1.Band) ist. Um an Morgan heranzukommen, wechselt er seine Hosts wie Kleidung und lässt diese als leere Hülle ohne funktionierendes Hirn liegen, wenn er sie nicht mehr braucht (Morgans Definition dafür: Vegetable). Dies ist eine Gefahr, die jedes Mal besteht, wenn ein Dämon seinen Host verlässt, aber Morgan erfährt in diesem Teil, dass es am Dämon liegt, ob das passiert oder ob dieser sich so um seinen Host sorgt, dass er für eine fortlaufende geistige Gesundheit sorgt.
Dem Jäger ist das egal und der letzte Host, den er wählt, ist Morgans Vater. Morgan muss eine harte Entscheidung fällen, denn sie weiß ganz genau, dass ein Exorzismus einen Dämonen nicht tötet, sondern nur zurück ins Dämonenreich schickt, von dem aus er jederzeit wieder zurück in einen anderen Körper wechseln kann. Nur das Verbrennen des Hosts, solange sich der Dämon noch in ihm befindet, tötet ihn.
Es ist eine Entscheidung, die ein Mensch nicht fällen kann, aber in Morgan sitzt ein Teil, der nicht menschlich ist...
Zu diesem Teil muss ich sagen, dass er mir zwar auch gefallen, aber bei weitem nicht so gefesselt hat wie die beiden vorangegangenen Bände.
Der Hauptplot beginnt damit, dass Claudia Brewster Morgan engagieren will, damit diese ihren Sohn von einem Dämon befreit. Claudia ist überzeugt, dass ihr Sohn illegal vereinnahmt wurde, obwohl er alle Formalitäten für ein legales Hosting unterzeichnet hat. Sie begründet ihre Bedenken damit, dass ihr Sohn einer Organisation angehörte, die sich God's Wrath nennt und bei der es sich um harte Dämonengegner handelt. Sie kann nicht glauben, dass ihr Sohn seine Einstellung zu Dämonen innerhalb von 10 Tagen einfach so ändert und dieser Meinung kann sich Morgan nur anschließen. Allerdings sind ihr die Hände gebunden, da das gesamte Ritual vorschriftsmäßig durchgeführt und alle Unterschriften geleistet wurden. Würde Morgan einen Exorzismus durchführen, wäre dieser illegal und Morgan müsste sich dafür verantworten.
Das hält Morgan natürlich nicht davon ab, weiter zu forschen und dieser Plot zieht sich durch das gesamte Buch. Auf der Suche nach Antworten stößt sie auf weitere Projekte der Dämonen, den perfekten Host zu züchten, und muss sich mit Raphael auseinandersetzen, der mehr über die ganze Sache zu wissen scheint als er zugeben will.
Nebenbei muss sie sich natürlich mit "ihrem" Dämon Lugh herumschlagen, der gern seine eigene kleine Dämonenarmee in der Welt der Menschen hätte, da man ihm und somit auch Morgan noch immer nach dem Leben trachtet. Und Morgan soll unbedingt daran arbeiten, dass sie fähig ist, Lugh ihren Körper übernehmen zu lassen, wenn es die Situation erfordert, weil sie dann stärker ist und er sie heilen kann, sollte etwas passieren.
An sich ist mir Morgan mit all ihren Macken recht sympathisch, aber eins nervt mich tierisch. Sie schiebt wichtige Dinge vor sich her, frei nach dem Motto: Wenn ich es nicht mache oder nicht daran denke, erledigt es sich vielleicht von selbst. Ich wollte sie mehr als einmal schütteln, wenn ich der Meinung war, sie sollte das tun und sie war der Meinung, Verdrängung ist besser. Natürlich treibt Jenna Black durch genau dieses dusselige Verhalten die Geschichte voran und es würde gar keine geben, wenn Morgan anders handeln würde.
Ein kleines Beispiel. Lugh möchte, dass auch Saul, Dominics ehemaliger Dämon, wieder zur Verfügung steht. Das heißt, er braucht einen Host und wer wäre dafür besser geeignet als Dominic. Das Problem ist, dass Adam Dominic liebt und nicht Saul und Dominic in den Hintergrund treten würde, sollte Saul seinen Körper übernehmen. Also weigert sich Morgan, mit Adam und Dominic über dieses Thema zu reden, weil sie denkt, Adam wird sich an Lughs Befehl halten und Dominic wird zustimmen, weil er schon immer gern ein Held war und für die gute Sache gern selbst zurücktritt. Und sie weigert sich sehr sehr lange. Ich meine, es ist nicht ihre Entscheidung, sondern die von Adam und Dominic, und dass sie es nicht ewig schafft, sich selbst wach zu halten, um zu verhindern, dass Lugh im Schlaf die Kontrolle übernimmt und das Gespräch selbst führt, war auch klar. Aber was sie sich alles ausdenkt, um das Gespräch hinauszuschieben, grenzt schon an ein klein wenig Irrsinn.
Nun ja, es war auch klar, dass sie eine Lösung finden, die allen gerecht wird. Nebenbei klären sie den Fall von Claudia Brewsters Sohn auf, was uns einen etwas besseren Einblick in die Dämonenwelt und das Denken ihrer Bewohner beschert. Auch wenn mich das Buch ein wenig enttäuscht hat, habe ich den nächsten Band bestellt und lasse mich überraschen, was der neues bringt.
Morgan Kingsley hat es nicht leicht. Nachdem im vorherigen Band Jordan Maguire Jr. nach erfolgreicher Austreibung seines illegalen Dämons hirntot endete, verklagt jetzt sein Vater Jordan Maguire Sr. Morgan als die verantwortliche Exorzistin. Morgan darf natürlich niemandem sagen, dass der Dämon nicht tot, sondern nur zurück in die Dämonensphäre geschickt wurde und dass es am Dämon liegt, wie sein Host endet, denn das weiß sie nur durch ihre Verbindungen zum königlichen Gefolge um Lugh.
Durch dieses laufende Verfahren wurde Morgan vorübergehend als Exorzistin suspendiert. Und als würde das nicht reichen, versucht ein Unbekannter ihr das Leben unheimlich schwer zu machen. Sie erhält Morddrohungen, plötzlich bekommt sie eine abgeschnittene Hand in einem Päckchen geliefert und dann zerstört ein Brief mit Informationen und gefälschten Fotos ihre Beziehung zu Brian. Schlussendlich wird sie selbst noch des Mordes verdächtigt, da der Anwalt und ein Zeuge tot aufgefunden werden, nachdem Morgan Kontakt zu ihnen hatte.
Auch ohne Brian, dessen Zurückweisung Morgan in ein seelisches Tief stürzt, hat sie ein paar Menschen/Dämonen an ihrer Seite, die sie unterstützen und versuchen herauszufinden, wer es auf sie abgesehen hat. Diesmal haben wir es nicht mit einer Verwicklung zu tun, die darauf aus ist, Lugh zu schaden oder Morgan als dessen Host zu töten.
Nein, es handelt sich ganz einfach um einen völlig unbekannten Dämon auf einem Rachefeldzug und Morgan braucht eine ganze Weile, um hinter die Motive des Psychopathen zu kommen. Es ist nicht einfach, aber bei ihren Ermittlungen trifft sie auch auf die "Reporterin" Barbie, die durch ihre privatdedektivischen Ermittlungen für Maguires Anwalt erst einmal dazu beigetragen hatte, dass Morgans Leben den Bach hinunter geht, die aber erst durch Adams Erpressung und dann aus freier Überzeugung dazu beiträgt, Dinge aufzudecken, die sonst vorborgen geblieben wären. Morgan, die sonst keine weibliche Freundin hat, hat einige Schwierigkeiten, damit umzugehen, dass eine Frau ganz anders zu handhaben ist als die Männer, die bisher ihr Leben bestimmten.
Lugh ist diesmal eine richtig nette Unterstützung für Morgan und die Kommunikation zwischen beiden wird auch im vollen Wachzustand Morgans besser. Für mich ist zwar der Gedanke, dass man nicht allein in seinem Körper ist, immer noch eigenartig, aber es ist nett zu lesen. Vor allem als Lugh Morgan dann wieder mal auf eine kleine pornographische Erlebnisreise in ihren Träumen führt, um sie abzulenken. Erotische Szenen beinhalten bei Jenna Black meist nette Ausflüge in die SM-Szene, der ja Adam und Dominic angehören.
Morgan möchte auch ihre Beziehung zu Brian nicht aufgeben und kämpft zum ersten Mal in ihrem Leben richtig darum. Brian liebt sie immer noch, aber er kann nicht damit umgehen, dass sie ihm nicht vertraut, sondern ihm Informationen oder Gefühle vorenthält, um ihn zu schützen und ihn damit als unfähig selbst zu entscheiden, was richtig ist, hinstellt.
Es ist Dominic, dem sich Morgan anvertraut und den sie um Rat deswegen fragt, und ihr könnt euch sicher vorstellen, welchen Vorschlag der M-Part in einer SM-Beziehung hat, um Brian zu beweisen, dass Morgan ihm vertraut. Ich fand richtig süß, was sich Dominic ausgedacht hat und war ziemlich neugierig, wie der liebe Brian darauf reagiert.
Nun, alles in allem hat mir dieser Band wieder besser gefallen als der vorherige, auch wenn die Entwicklungen und die Aufdeckung des fremden Dämons nicht sooo spektakulär waren, las es sich richtig unterhaltsam.
Bis zum nächsten Teil ist es nun eine ganze Weile hin, was ich schade finde, da es demnächst wieder um Lugh und den Kampf um den Thron gehen soll. Aber nun ja, nicht zu ändern.
Guardians of the Night - Serie
Es ist drei Jahre her, dass Gray Carolyn zwei Tage vor der gemeinsamen Hochzeit verlassen hat und trotz seines Abschiedsbriefes glaubt sie nicht daran, dass er sie einfach verlassen hat. Sie suchte so versessen nach Spuren, dass man sie bei ihrem Job als Polizistin schon für verrückt hielt. Sie gab dieses Job auf, um als private Ermittlerin weiter zu arbeiten, aber auch nach drei Jahren hat sie keine Spur von ihm gefunden.
Dann plötzlich steht er vor ihr, als Retter in der Not, obwohl Carolyn auch allein mit dem Angreifer fertig geworden wäre. Er sieht gesund und munter aus, ein wenig männlicher und gefährlicher als sie ihn in Erinnerung hat, und er ist nicht bereit, ihre Fragen zu beantworten. Carolyn dagegen will nicht akzeptieren, dass er einfach wieder aus ihrem Leben verschwindet und stellt Ermittlungen an - eine Spezialität von ihr. Mit dem Ergebnis jedoch hat selbst sie in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet.
Gray fiel damals einem Vampir zum Opfer und ist nun selbst eine Kreatur der Nacht. Obwohl er kein Mörder ist und sich von Tierblut ernährt, will er jeden Kontakt abbrechen, da er der Meinung ist, er wäre zu gefährlich für sie. Er erklärt ihr, dass jeder Vampir, der einmal getötet hat, wie ein Suchtkranker ist, der jederzeit wieder in dieses Schema zurückfallen kann. Und obwohl es nur ein Mensch war, den ihm seine Schöpferin vorsetzte, nachdem sie ihn ausgehungert hatte, und Gray dann "gerettet" wurde, schwebt diese Gefahr über ihm.
Carolyn erfährt außerdem, dass es eine Vampirorganisation gibt, dieselbe, die damals Gray gerettet hat, die sich damit beschäftigt, Vampire zu jagen, die zu Mördern geworden sind. Sie versuchen, die zu retten, die man noch retten kann, aber sie töten gnadenlos jene, die der Blutsucht verfallen sind. Sie nennen sich "Guardians of the Night".
Dann erschüttert eine Mordserie die Stadt und der Hauptverdächtige ist Gray, da der Täter ein Vampir ist und Carolyn gibt nicht auf, mit ihren Ermittlungen dazu beizutragen, dass Gray unschuldig ist.
"Watchers In The Night" ist der erste Band einer neuen Vampirserie von Jenna Black und als solcher durchaus vielversprechend. Mir hat diesmal weniger zugesagt, dass das Buch nicht in Ich-Form geschrieben ist, wodurch wir allerdings einen Einblick in mehrere Handlungsebenen erhalten. Und nein, es ist nicht Carolyn, die als Hauptheldin im Mittelpunkt steht, sondern diese Bücher beschreiben die Tätigkeit der Vampirorganisation. Natürlich steht im ersten Band die Beziehung Gray/Carolyn und ihre Lösung im Vordergrund, aber wir lernen auch all die anderen Mitglieder der Organisation kennen, die in späteren Bänden eine Rolle übernehmen werden.
Band 2 spielt ein paar Monate nach Band 1. Carolyn ist offizielles Mitglied der Guardians und die menschliche Verlobte von Gray. Aber nicht diese beiden spielen diesmal die Hauptrolle, sondern der Vampir, der in Band 1 Gray so gar nicht leiden konnte.
Jules Gerard erfährt, dass der Mann, der ihn erschaffen hat, Ian, in Baltimore mordet. Er möchte, dass die Guardians nach Baltimore gehen und dem Treiben ein Ende machen und nebenbei möchte er den Mann töten, den er auf GRund der Dinge, die er ihm angetan hat, abgrundtief hasst.
Eli, der Gründer der Guardians, lehnt es mit der Begründung ab, dass in jeder großen Stadt Vampire töten und sie nicht überall präsent sein können und dass sie ihr Augenmerk auf Philadelphia richten müssen.
Jules setzt sich über seine Anweisungen hinweg und geht nach Baltimore, obwohl er ahnt, dass er gegen den älteren Vampir keine Chance hat. Carolyn, die nicht will, dass ihm etwas passiert, schickt ihre Freundin Hannah, ebenfalls eine Privatdedektivin hinter ihm her und Eli, der weiß, dass Jules sich nicht an seinen Befehl halten wird, sendet ihm Drake nach. Drake kennen wir ebenfalls aus Band 1. Bei ihm handelt es sich um den Vampir, der nicht direkt zu den Guardians gehört, da er ein Killer ist und sich von Menschenblut ernährt, der aber von Eli geduldet wird, weil er loyal ist und Elis Pläne unterstützt und auch wenn er selbst von der Blutsucht nicht loskommt, er doch nur Opfer tötet, die seiner Meinung nach den Tod verdient haben.
Drake erfährt von Eli den wahren Grund, warum es einen Nichteinmischungspakt mit Baltimore gibt und dieses Wissen schockt ihn ein wenig. Eli, der Mann, der fast wie ein Heiliger in den Augen der Guardians erscheint hat eine dunkle Vergangenheit. Vor langer langer Zeit (wir erfahren noch immer nicht, wie alt Eli ist) heiratete er eine Frau, Camille, die er dann zum Vampir machte und die sich in eine Kreatur verwandelte, die herzlos und skrupellos zum eigenen Vergnügen tötet.
Vampire sind an sich unfruchtbar, aber wenn sie ein gewisses Alter erreichen, kehrt die Fertilität zurück, etwas, was Drake bis dahin nicht wusste. Eigentlich nahm Eli an, dass ein Vampir 500 Jahre alt sein muss, damit das passiert, aber Camille war gerade mal 250, als sie Elis Sohn Gabriel zur Welt brachte. Gabriel hatte nie die Wahl, kein Vampir zu sein, da er als dieser geboren wurde und er wuchs zum gleichen Mörder auf wie seine Mutter.
Irgendwann konnte es Eli mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren, dass er zwei Monster eschaffen hatte und wollte seinen Sohn töten. Er konnte es nicht, aber er vertrieb beide aus Philadelphia und schloss den Pakt, dass keiner von ihnen sich jemals wieder in die Quere kam. Sollte also Jules ein Mitglied von Camilles Clan töten, würde dieser Nichteinmischungspakt aufgeheben werden und Camille und Gabriel nach Philadelphia kommen, um die Guardians zu vernichten.
Das konnte Eli nicht riskieren, also informierte er Drake und auch Camille über Jules und damit beginnen die Verwicklungen dieses Teils.
Komischerweise war mir Gabriel von Anfang an etwas sympathisch, trotz seiner düsteren Vergangenheit und trotz der Beschreibungen, die eigentlich abschrecken sollten. Dass das von Jenna Black so gewollt ist, wird erst später klar, denn in der Vampirszene ist es nicht immer einfach, schwarz und weiß zu trennen.
Und auch Hannah mit ihrer großen Klappe, die Jules bald in den Wahnsinn treibt, finde ich klasse. Wir erfahren, dass Gabriel eine Schwäche für Menschen hat und dass es hauptsächlich die Vampire sind, die er hasst. Menschen dagegen tötet er zwar, um sich zu ernähren, aber er würde sie niemals zum Vergnügen quälen. Ein Vampir kann schließlich das Bewusstsein der Opfer beeinflussen und ihm Angst und Schrecken nehmen.
Der gesamte Band spielt in Balimore. Jules wusste nicht, dass es Ians Plan war, ihn und auch die anderen Guardians nach Balimore zu locken, denn er hatte vor, Camille die Herrschaft über die Stadt abzunehmen. Und plötzlich stecken Jules, Hannah und Drake im Machtkampf der Vampire Baltimores und sie müssen sich gezwungenermaßen mit einer Seite verbinden, um zu überleben.
Am Ende muss Jules eine Entscheidung fällen, bei der ihm ausgerechnet Gabriel hilft und das Buch endet mit einem vielversprechenden Ausblick auf den nächsten Band, in dem Gabriel und sein Verhältnis zu Eli eine große Rolle spielen wird.
Dieser Teil hat mir bedeutend besser gefallen als Band 1, vielleicht weil mir Hannah und Jules sympathischer waren als Carolyn und Gray vielleicht auch, weil ich Drake und Gabriel in mein Herz geschlossen habe.
Also stürze ich mich mal auf Band 3.
Mittelpunkt von Band 3 ist Gabriel, der nach Philadelphia gekommen ist, um Rache an seinem Vater Eli zu nehmen. Im Vorfeld hat er die einzige Vampirin, die er in seinem Leben erschaffen hat, Jezebel (sie war Ians Opfer im letzten Band und stand kurz vor dem Tod, als Jules, Hannah und Gabriel das Haus stürmten), nach Philadelphia geschickt, um ihm als Spion zu dienen. Mit ihrer Erschaffung hat er eine Verbindung geschaffen, von der er noch nicht ahnt, welche Konsequenzen das für ihn hat, denn es gibt keine Erfahrungen mit natürlich geborenen Vampiren.
Jezebel selbst hat es im Leben nicht leicht gehabt. Aufgewachsen als Tochter einer drogenabhängigen Prostituierten und mit dem Zwang, auf Grund von Diabetes auf Insulinspritzen angewiesen zu sein, infizierte ihre Mutter sie mit HIV, da sie zu geizig war, frische Nadeln zu kaufen. Jezebel hatte nie ein normales Leben und auch als ihre Mutter an einer Überdosis starb und ihre Großmutter sie aufnahm, ließ diese sie immer nur spüren, dass sie genauso verdorben wäre wie ihre Mutter und die HIV-Infektion eine Strafe Gottes war. Um nicht noch mehr verletzt zu werden, reagierte sie gegenüber ihrer Großmutter genauso wie diese es erwartet, indem sie es zwar nicht tat, sie aber in dem Glauben ließ, sie wäre wie ihre Mutter.
Mit 18 verließ sie ihre Großmutter, aber ihre einzigen Freunde waren Homosexuelle, die sie im Therapiezentrum kennengelernt hatte. Da sie soviel Verantwortung besaß, um niemanden mit der Krankheit zu infizieren, war sie noch Jungfrau als Ian sie aufgriff und zusammen mit seinen Gehilfen vergewaltigte.
Dass Gabriel sie zur Vampirin machte, rettete ihr das Leben nicht nur in einer Hinsicht, sondern es beseitigte auch alle Krankheiten. Durch die eigenartige mentale Verbindung, die zwischen ihnen entstand, bekam Jezebel einen Einblick in sein Wesen und sie erkannte, dass sie sich beide unwahrscheinlich ähnlich waren und Gabriels Handeln genauso auf Trotz und Zorn basierte wie ihr Verhalten ihrer Großmutter gegenüber.
Und auch wenn Gabriel alle im Glauben lässt, er würde seine Opfer einfach so wählen, stimmt das nicht, denn er besitzt die Gabe, zu fühlen, wenn jemand böse ist, Schuld auf sich geladen hat, die nie gesühnt wurde und ein durchweg schlechter Mensch ist. Nur diese Menschen wählt er als Opfer.
Eli weiß das nicht, als er die Opfer als Geschenk und Kampfansage seines Sohnes erhält und der Plan, ihn zu töten entsteht. Durch Jezebel jedoch ist Gabriel immer auf dem Laufenden und kann alles verhindern, was sein Vater geplant hat.
Zur gleichen Zeit flüchtete Camille zurück nach Europa, da sie Baltimore nicht mehr erträgt und in ihre ursprüngliche Heimat zurück will. In der alten Welt herrschen noch andere Gesetze und die Vampire sind ungleich älter. Sie muss um Erlaubnis fragen, um bleiben zu dürfen und einen Platz zu erhalten. Und um an den Seigneur von Paris heranzukommen, muss sie über den Maitre gehen, der sich als ein uralter Feind herausstellt, der noch eine Rechnung mit Gabriel offen hat. Er wird ihr den Weg zum Seigneur nur ebnen, wenn sie ihm Gabriel liefert und Camille stimmt dem ohne zu zögern zu. Bartolomeo di Cesare kann Gabriel zwar in einem direkten Duell nicht besiegen, aber er besitzt eine Droge, die auch einen Vampir ausschaltet.
So fliegt Camille mit Bartolomeo zurück nach Baltimore, aber überraschenderweise steigt in ihr Flugzeug noch Brigitte und ihr Abkömmling Henry, die einzige außer Gabriel geborene Vampirin.
Gabriel ist nun mit einer Gefahr konfrontiert, deren Größe er nicht erkennt, aber er muss überlegen, was wichtiger ist: die Rache an seinem Vater oder der Kampf gegen Bartolomeo und ob es nicht vielleicht besser ist, die Vergangenheit zu begraben und einen Bund mit Eli zu schließen.
Das Buch ist klasse, was man daran sieht, wie schnell ich es wieder gelesen habe. Durch das Auftauchen der Vampire aus der alten Welt erfahren wir mehr über ältere Vampire und zum ersten Mal auch, wie alt Eli ist und was das für ihn bedeutet. Brigitte hat einige Erfahrungen gemacht, von denen Gabriel nichts ahnt, die ihm jedoch unwahrscheinlich helfen, auch wenn sie ihre eigenen Ziele verfolgt.
Und natürlich ist es schön zu lesen, wie es Jezebel schafft, den Schutzpanzer, den Gabriel um sich geschaffen hat, nach und nach zerbröseln zu lassen und ihm zu zeigen, dass er keineswegs das Monster ist, für das er sich hält, sondern dass er sich nur selbst bestraft, indem er das behauptet.
Hungers of the Heart
coming soon