
Autor: Cloegirl
E-Mail Adresse: cloe.girl@web.de
Titel: Planet der Osterhasen
Altersfreigabe: für alle
Teil: 1/1
Inhalt: Inhalt? *lach* Geplagte Osterhasen...
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Spike/Angel, Buffy
Disclaimer: Alles gehört dem Meister Joss Whedon
Beta by: Laborratte
Pic by: anja25ive
Challengevorgaben: Pairing (Spuffy, Spangel, Faithley), Genre
(egal), Bedingungen (Kirche, Eier, gebrochenes Herz, etwas
Verbranntes - etwas Verschwundenes, Party, unerwarteter Besuch - Seelenfrieden,
Überraschung, Hasen, Kuchen - Schokolade, Handschellen, Versprechen), Format
(Verdana 10, mind. 15 Seiten), Verbot (Kein anderes Pairing, Kein
Charakterdeath, Kein Gedicht.)
gewählte Vorgaben: Öhm ja...Hasen (jede Menge), Eier (auch jede Menge),
Schokolade, Handschellen
Widmung: Als erstes widme
ich die Story als Überraschung meiner lieben Indi, die letzte Woche
geweint hat, weil ich mich nicht an der Osterchallenge beteilige. *lol* Ihr
könnt euch bestimmt vorstellen, wie ich mich hier vor dem PC amüsiert habe.
Dann möchte ich mich hier noch einmal bei Laborratte fürs Betan und die Idee mit
meinem Überraschungsupdate und Anja für das niedliche Pic bedanken. *drückeuchbeideganzdoll*
Und dann muss ich hier noch René erwähnen, dem eigentlich die Idee für diese
Story zu verdanken ist, nachdem wir einen halben Abend darüber geblödelt hatten,
was man für Quatsch zu einer Osterchallenge schreiben kann *knuddeldich*
~*~*~*~*~*~*~
„Ich kann nicht mehr“, jammerte Buffy und vergrub
ihr Näschen zwischen ihren Vorderpfoten.
Angel, der neben ihr hockte, warf einen verzweifelten Blick in Richtung Spike.
Dieser stellte die langen Ohren auf und verdrehte die Augen. Das sollte soviel
heißen wie: sie übertreibt maßlos…
Angel sah das nicht so. Vorsichtig nahm er das große, weiße Ei, das hinter Buffy
ins weiche Stroh gefallen war, an sich und hoppelte zu Spike.
„Das war Ei Nummer Einhundertfünf“, jammerte Buffy weiter. „Wir müssen eine
weitere Häsin einstellen. Ich schaffe das nicht allein. Zumindest nicht in der
Osterzeit.“
Spike runzelte sein Näschen und schaute hinüber zu dem Faxgerät, wo laufend neue
Aufträge eingingen. Dieses Jahr war es wirklich verrückt. Als wäre den Menschen
zum ersten Mal bewusst geworden, was es hieß, Ostern zu feiern. Der Blattstapel
an Aufträgen war schon wieder um einiges gewachsen.
Dann nahm er Angel vorsichtig das Ei aus der Hand. Es war ein perfektes Ei.
Wunderschön oval und rein weiß. Einfach perfekt. Leider wünschten die Menschen
keine perfekten Eier.
Andere Völker rissen sich nach rein weißen Eiern, aber jetzt im Moment waren
ihre Hauptauftraggeber die Menschen vom Planeten Erde – so wie jedes Jahr – denn
sie feierten ein Fest, das sie Ostern nannten.
Spike schüttelte den Kopf und seufzte, als er das schöne weiße Ei betrachtete.
Angel war vor ihm hocken geblieben und schaute ihn aus seinen treuherzigen
braunen Augen an. Mit einem hinreißenden Lächeln, das seine wunderschönen
perlweißen langen Zähne zeigte beugte sich Spike nach vorn, um kurz wortlos sein
Näschen an Angels zu reiben.
„Wir sollten eins behalten und ausbrüten“, brummte er durch die langen Nagezähne
hindurch.
„Aber keins von meinen Eiern!“, kreischte Buffy im Hintergrund. „Soviel könnt
ihr mir gar nicht bezahlen, dass ich euch beiden eins meiner Eier schenke!“
„Blöde Ziege“, murrte Spike, aber Angel schüttelte beschwichtigend den Kopf.
„Ich werde mich an die Gewerkschaft wenden!“, schimpfte Buffy weiter.
„Wir können uns nicht leisten, dass sie kündigt, Engelchen“, flüsterte Angel und
stieß Spike die Pfote in die Seite. „Schau dir die Aufträge an. Jetzt ist die
absolute Hauptsaison.“
Spike verzog das Schnäuzchen. Dann griff er wortlos zum Pinsel und begann, das
weiße Ei zu bemalen. Seiner Meinung nach verunstaltete er das schöne Ei jetzt,
aber was sollte er tun?
Eigentlich liebte er es, wunderschöne Motive auf die Eier zu malen. Er konnte
richtige Kunstwerke erschaffen, aber solche Kunstwerke wollten die Menschen
nicht. Einerseits wären die Eier dann viel zu teuer und niemand würde sie ihnen
abnehmen und zweitens würdigte keiner dieser dummen, zweibeinigen Menschen die
Arbeit, die ein schwer schaffender Osterhase hineinsteckte.
Seufzend pinselte Spike Farbe auf das Ei und versah es mit bunten Tupfen. Im
Hintergrund jammerte Buffy weiter, als sie das nächste Ei legte, aber Spike
ignorierte sie. Er ignorierte auch den gequälten Blick von Angel, der ihm das
nächste Ei in den Korb legte, in dem sich die Eier befanden, die noch gefärbt
werden mussten.
Ostern war eine schreckliche Zeit. Das ganze Jahr über konnte Spike seinem
künstlerischen Drang nachgeben und die Eier so verzieren wie sie es verdient
hatten. Ostern nicht. An Ostern mutierte ihre kleine Eierfabrikation zu einer
reinen Fließbandarbeit und er hasste das.
Er legte das fertige Ei vorsichtig in das weiche Stroh zu den anderen und warf
einen schnellen Blick zu der immer noch lamentierenden Buffy. Zum Glück war
diese gerade zu sehr mit Jammern beschäftigt, als dass sie bemerkt hätte, wie
Spike schnell nach dem Spiegel griff, der unter seinem Eieranmaltisch lag.
Verzückt lächelte er sich selbst an und zupfte an ein paar – seiner Meinung nach
– schief stehenden Härchen an seinen Augen. Schnell, ehe Angel wieder einmal
schimpfte, griff er nach einem filigranen Pinsel für die Feinheiten an seinen
Eierkunstwerken, benetzte ihn mit schwarzer Farbe und zog er seine Augen neu
nach. Nach einem weiteren kritischen Blick in den Spiegel gab er auch seinem
Näschen ebenfalls ein neues, frisches Aussehen.
„Angel!“, kreischte Buffy und Spike zuckte so zusammen, dass er fast den Spiegel
fallen gelassen hätte. „Spike malt schon wieder nur sich selbst an!“
„Petze“, knirschte Spike zwischen den Zähnen hindurch, schenkte dem streng
blickenden Angel ein wunderschönes Lächeln und ließ den Spiegel verschwinden.
Er hasste Ostern…
*******
„Spike, ich muss auch mal ins Bad!“, schimpfte Angel vor der Tür und klopfte
dagegen.
Spike rümpfte das Näschen, während er mit dem Lockenstab das Fell zwischen den
langen Ohren gekonnt ondulierte. Er liebte die Farbe seines Fells. Es schimmerte
in einem hellen Ton, fast weiß und es passte wunderschön zu den ozeanblauen
Augen. Sein Fell war außerdem viel weißer als das Blond von Buffy, bei dem Angel
einmal gesagt hatte, dass er es auch mochte.
Spike war damals beleidigt davon gehoppelt und Angel hatte lange gebraucht, ehe
er diese Aussage wieder hatte gutmachen können.
„Engelchen“, drängelte Angel wieder vor der Tür. „Könntest du dich beeilen? Ich
möchte die Sendung im Fernsehen über die Erde sehen.“
Spike wollte die nicht sehen und aus genau dem Grund ließ er sich soviel Zeit.
Es reichte, dass die Menschen all die schönen Eier bekamen. Er wollte nicht noch
sehen, was sie mit den Eiern anstellten.
„Gleich“, rief er und gelte das Fell zwischen den Ohren zu niedlichen Spitzen.
Angel mochte das und vielleicht vergaß er dann die blöde Sendung ganz schnell
wieder.
Erst dann fiel ihm ein, dass Buffy ja in der Osterzeit bei ihnen wohnte und
seine Stimmung sank auf den Nullpunkt. Wenn ihm diese Ziege mit ihrem Gequassel
den ganzen Abend verdarb, würde er ihr das Stroh aus dem Bett mausen, damit sie
auf dem harten Boden schlafen musste.
Vor sich hin grummelnd öffnete er die Tür und wurde ein wenig entschädigt, als
Angels dunkle Augen anfingen zu strahlen.
„Engelchen, du siehst fantastisch aus“, raunte Angel und küsste ihn aufs
Näschen.
Angel hatte dunkles Fell, das sehr gut mit seinen dunkelbraunen Augen
harmonierte und war ein Stück größer als Spike. Viele Osterhasen hatten dunkles
Fell, Spike selbst war eine Ausnahme und er war sehr stolz darauf.
Am liebsten hätte er sich jetzt auf Angel gestürzt und ihm gezeigt, was es
bedeutete, ein ordentlicher Hase zu sein, aber sein Blick fiel in das mit Stroh
ausgelegte Wohnzimmer und Buffy, die schon mit wachen Augen verfolgte, was der
Fernseher zeigte.
„Du könntest Buffy ja Wein anbieten“, flüsterte Angel in Spikes Ohr und vergrub
sein Näschen in dessen weichem Fell. „Du riechst so gut…“, murmelte er
verträumt.
„Ich weiß gar nicht, warum sie bei uns wohnen muss“, brummte Spike missmutig.
Angel schaute ihn streng an. „Wir können es uns nicht leisten, sie in einem
Hotel unterzubringen und wir brauchen sie zehn Stunden am Tag. Es ist nur eine
kurze Zeit, bald hast du mich wieder für dich allein.“
Sein Blick jagte Spike einen Schauer über das Fell und es stellte sich
automatisch auf. „Wenn es nur schon wieder soweit wäre“, seufzte er sehnsüchtig.
Als hätte Buffy gehört, worüber sie sprachen, rief sie aus dem Wohnzimmer:
„Könntet ihr endlich mal die Pfoten voneinander lassen?! Die Sendung geht los!“
Angel stürzte ins Bad und Spike hoppelte genervt ins Wohnzimmer. Wie üblich lag
Buffy auf seinem Lieblingsplatz und er brummte missmutig, um sie zur Seite zu
scheuchen.
„Wenn ich Stress habe, lege ich weniger Eier“, fauchte sie zurück. „Und dann du
bist Schuld!“
Spike streckte ihr die Zunge heraus. Er glaubte das nicht, aber wenn er jetzt
anfing, sich mit Buffy zu streiten, würde Angel sauer werden und das wollte
Spike auf keinen Fall. Im Stillen hoffte er noch immer darauf, am Abend noch
eine gemütliche Stunde mit Angel allein zu haben.
Eigentlich war die Idee mit dem Wein gar nicht so schlecht. Wenn Buffy genug
getrunken hatte, würde sie vielleicht schlafen.
Ein breites Grinsen huschte über Spikes Schnäuzchen und brachte die Barthaare
zum vibrieren. „Möchtest du ein Glas Wein, Buffy?“, säuselte er.
Buffy musterte ihn scheel von der Seite. Eigentlich war sie eine niedliche Häsin
- wenn man auf Häsinnen stand - aber sie war Spike einfach zu zickig.
„Was ist das jetzt für eine Masche?“, fragte sie schnippisch.
„Ich möchte nur, dass du dich wohl fühlst“, erwiderte Spike mit einem noch
breiteren Grinsen. Schnell hoppelte er zu dem Schrank an der linken Seite des
Zimmers und entnahm der Hausbar eine Flasche Rotwein. „Extra für dich, Buffy.“
„Ist der auch noch gut? Oder hast du was rein gemixt?“
Schade, dass ihm die Idee nicht früher gekommen war. Ein Schlafmittel wäre
bestimmt eine gute Idee gewesen.
In diesem Moment kam Angel aus dem Bad wieder und schaute mit großen Augen zu
Spike. „Engelchen, du wirst wirklich bald zu einem sehr guten Gastgeber“, rief
er begeistert. „Ich wusste, ich muss nur die Hoffnung nicht aufgeben.“
Spike hätte am liebsten mit den Zähnen geknirscht und er war froh, dass Angel
seine Gedanken nicht lesen konnte. Um einer weiteren Konfrontation aus dem Weg
zu gehen, entnahm er dem Schrank noch drei Gläser und hoppelte zurück.
Angel hatte sich neben Buffy gelegt, wahrscheinlich, um als Puffer bei
Streitigkeiten zu fungieren und zog Spike an seine Seite. „Und jetzt ist Ruhe,
ich will den Bericht über die Erde sehen.“
Spike verdrehte die Augen und Buffy quietschte begeistert. „Au ja!“
In wenigen Wochen war auf dem Planeten namens Erde Ostern. Spike hatte keine
Ahnung, wie diese komischen, auf zwei Beinen laufenden Wesen darauf kamen,
Ostern mit Hasen und Eiern zu verbinden, aber er verfolgte den Bericht mit
gelangweilten Augen. Menschen waren wirklich hässliche Wesen. Sie hatten am
ganzen Körper kein Fell, etwas, was Spike extrem eklig fand. Nur ihr Kopf war,
mal mehr, mal weniger behaart und manche von ihnen verzierten auch ihre
Gesichter damit.
„Was machen sie eigentlich mit den Eiern?“, brummte er nach einer Weile, in der
er verfolgt hatte, wie in riesigen Fabriken die Eier verpackt und weiter
versandt wurden.
Buffy verdrehte die Augen. „Du Dummkopf. Sie verstecken sie und ihre Kinder
suchen nach den Eiern.“
„Und dann?“
„Spike“, schimpfte Angel. „Ich will den Bericht sehen. Das wird gleich alles
gezeigt.“
Spike vergrub sein Näschen in seinen Pfoten. Wenn Angel so schimpfte, war es ihm
ernst und man legte sich besser nicht mit ihm an. Seufzend verfolgte er die
Bilder im Fernsehen. Bis er etwas sah und fast kerzengerade in die Luft sprang.
„Was ist das?“, schrie er entsetzt. „Die glauben nicht wirklich, diese Kreaturen
würden unsere Eier legen, oder?“
Angel zog ihn wieder an seine Seite zurück und kraulte in beruhigend hinter den
Ohren. „Reg dich nicht auf, Engelchen. Das sind so genannte Kaninchen. Um den
Kindern zu zeigen, welche Tiere die Eier bringen, werden diese Kaninchen
gehalten.“
„Ich habe gehört“, mischte sich Buffy ein, „dass die Menschen die Kaninchen
essen.“
„Was?!“ Spike starrte Buffy konfus an. „Wie essen?“
Angel schlug mit der Pfote nach Buffy. „Sei still. Es ist der Hase, der die Eier
bringt und ein Hase unterscheidet sich von einem Kaninchen nur durch seine
Größe.“
„Sind das Verwandte von uns?“, fragte Spike dazwischen.
„Lass mich doch jetzt mal ausreden“, schimpfte Angel wieder. „Nein, der Hase ist
ein wild lebendes Tier, ohne wirkliche Intelligenz. Im Frühjahr kommt er auf der
Futtersuche in die Dörfer und Gärten und auf Grund des ungewöhnlichen
Verhaltens, sich in Menschennähe aufzuhalten, wird ihm gleichzeitig das Ablegen
der besonderen Eier angedichtet. In Verbindung steht damit das Frühlingserwachen
der Tiere und Pflanzen in dieser Zeit.“
„Die wissen gar nicht, dass die Eier von uns kommen?“, unterbrach ihn Spike
wieder, diesmal echt fassungslos.
„Spikey, du bist soooo dumm“, kicherte Buffy. „Natürlich wissen sie es nicht.
Die Hasen auf der Erde legen nicht einmal Eier und sie glauben trotzdem dran,
dass die Ostereier von einem Hasen kommen. Die Menschen sind fast so dumm wie
du.“
„Es ist doch nur ein Brauch“, versuchte Angel, das menschliche Ritual zu
erklären. „Ein Frühlingsfest, das Erwachen der Natur und vor allem den Kindern
kommt eine große Bedeutung zu, da sie die Zukunft und damit das Weiterleben der
Generationen symbolisieren.“
Spike schüttelte sein Köpfchen. „Was hat das mit Eiern zu tun?“
„Gar nichts.“
„Versteh ich nicht.“
„War klar“, kam es von Buffy.
„Halt die Klappe“, giftete Spike.
Eine Weile verfolgte Spike die Bilder auf dem Schirm. Man sah Menschen, die Eier
bemalten und Spike dachte so für sich, dass niemand solch schöne Eier bemalen
konnte wie er selbst. Dann erklärte der Nachrichtenhase die verschiedenen
Bräuche der Menschen zu Ostern, unter anderem die Eiersuche und es wurden ein
paar Bilder gezeigt, auf denen Kinder durch den Garten wuselten und sich über
jedes Ei, das sie fanden, jubelnd freuten.
Spike langweilte sich zu Tode.
Dann erklärte der Sprecher, dass manche der Eier nicht vom Planeten Easter
kamen, sondern aus anderen Materialen hergestellt wurden, unter anderem aus
Schokolade.
„Was ist Schokolade?“, störte er wieder die Ruhe und Angel stöhnte auf.
„Kannst du nicht mal still sein?“
„Was ist Schokolade?“
„Du weißt aber auch gar nichts, Spikey“, kicherte Buffy wieder. „Schokolade ist
eine Süßigkeit. Braun und klebrig und schmeckt ganz süß. Menschen stehen
darauf.“
„Warum hab ich noch nie Schokolade gegessen, Mausi?“, fragte Spike und warf
Angel einen anklagenden Blick zu.
„Ich mag es nicht, wenn du mich Mausi nennst“, entgegnete Angel streng.
Spike wackelte provozierend mit den Ohren. Er konnte sich noch haargenau daran
erinnern, was das letzte Mal passiert war, als er es auf die Spitze getrieben
hatte. Es hatte ihm gefallen. Manchmal gefiel es ihm, wenn Angel den strengen
Hasen herauskehrte, er hatte dann so etwas Dominantes an sich. Allein der
Gedanke verursachte ein Prickeln in Spikes Bauch.
„Ich mag Mausi als Kosewort. Es passt zu dir“, setzte er deshalb hinzu. „Oder
Hasilein.“
Buffy kicherte. „Ihr seid soooo schwul.“
Spike langte über Angels Rücken und schlug Buffy die Pfote auf den Kopf.
„Und kindisch!“, schimpfte Angel und versetzte Spike einen Nasenstüber. „Wegen
euch verpass ich jetzt alles!“
„Ich weiß gar nicht, was interessant daran ist, Menschenkindern zuzusehen, wie
sie Eier im Gras suchen“, maulte Spike. „Ich würde ja auch gern nach Eiern
suchen…“
Dabei wackelte er so provozierend mit den feinen Härchen über seinen blauen
Augen, dass Angel anfing zu husten.
„Aber nicht im Gras“, fuhr Spike fort.
„Ich würde jetzt lieber nach Schokolade suchen“, trällerte Buffy. „Und ich würde
es vorziehen, eurem schwuchteligen Liebesgeflüster nicht mehr zuhören zu
müssen.“
„Könnten wir sie nicht an den Eierlegearbeitsplatz fest ketten?“, fragte Spike
böse. „Du hast da doch diese netten Handschellen, Hasilein…“
„Spike!“, fuhr Angel auf und wurde unter seinem dunklen Fell feuerrot.
Buffy drehte den Kopf und blinzelte verwirrt. „Du hast Handschellen, Angel? Was
machst du damit?“
Spike vergrub seinen Kopf in seinen Pfoten, um nicht laut loszulachen, während
Angel etwas davon stotterte, dass er sich zur Faschingszeit mal als Polizeihase
verkleidet hatte und diese Handschellen zur Ausstattung gehörten.
„Ja, er sah in dem Kostüm einfach reizend aus“, musste sich Spike dann doch
einmischen. „Wie ein großer, böser Cop.“ Er zwinkerte in Angels Richtung. „Ich
habe ihn geliebt, als bösen Cop.“
Buffy stöhnte auf und griff nach ihrem Glas Wein. „Ich will nichts mehr hören.
Mir vergeht das Eierlegen bei der Vorstellung. Ich werde Erschwerniszuschläge
verlangen.“
Erschrocken drehte Angel seinen Kopf. „Nein, Buffy. Möchtest du noch ein Glas
Wein? Wie wäre es, wenn ich dir Schokolade besorge?“
„Ich will die Schokolade“, quengelte Spike und kuschelte sich an Angels Seite.
„Du hältst jetzt die Klappe!“
„Ätsch!“, machte Buffy und rollte sich zufrieden zusammen.
Fünf Minuten vergingen, in denen sich Spike redlich Mühe gab, die Sendung zu
verfolgen. Aber seine Gedanken schweiften ab und Angels Geruch, der ihm ins
Schnäuzchen stieg, weil dieser sich an ihn kuschelte, trug nicht dazu bei, ihn
abzulenken. Es war viel zu lange her, dass er und Angel so richtig Zeit
miteinander verbracht hatten.
Genau eine Woche, gab er sich dann grummelnd zu. Seit Buffy hier wohnt
und seit der Osterstress losgegangen ist. Kein Wunder, wenn seine Gedanken
jetzt immer wieder zu Angel im Polizistenkostüm eilten. Die Uniform hatte ihm
sooo gut gestanden.
Spike seufzte unbewusst. Hasen waren einfach nicht dazu gedacht, sieben Tage
ohne Sex auszukommen. Osterzeit hin oder her. Das war ungesund.
„Was hast du, Engelchen?“, fragte Angel sanft und streichelte ihm über die
Stirn. Allein Spikes Blick brachte ihn zum Schmelzen und er hätte sich am
liebsten sofort auf ihn gestürzt.
Als hätte Spike seine Gedanken gelesen, grinste er anzüglich. „Ich denke an dich
als bösen, bösen Cop…“
Angel stöhnte auf und Buffy verdrehte die Augen. „Haltet endlich die Klappe!
Wenn ich euch noch länger zuhöre, wird mir schlecht!“
Spike presste sich an Angel. „Du hattest auch so einen schönen Schlagstock“,
flüsterte er. „Mit dem du eine Menge unanständiger Dinge anstellen konntest…“
Angels lange Ohren richteten sich auf und er knurrte heiser: „Wenn du nicht
gleich still bist, hole ich den Stock.“
Spike kicherte. „Ist das ein Versprechen?“ Er wackelte provozierend mit seinem
Stummelschwänzchen. „Dazu musst du mich aber erst einmal fangen, du böser Cop.“
„Spike!“
„Du willst nicht böser Cop spielen, Hasilein?“, erkundigte sich Spike mit einem
unschuldigen Augenklimpern.
Angel sprang hoch, doch Spike hatte schon kehrt gemacht und stürzte aus dem
Zimmer. Buffy vergrub ihren Kopf zwischen ihren Pfoten, als Angel hinter Spike
her stürmte.
„Erschwerniszulage“, murmelte sie jammernd und hielt sich die Ohren zu, als es
im Nachbarzimmer polterte. „Morgen rufe ich die Gewerkschaft an…“
Sie drehte die Lautstärke des Fernsehers hoch, aber selbst das reichte nicht, um
das Stöhnen und Keuchen aus dem anderen Zimmer zu übertönen. Hasen hatten eine
Menge Kondition und Buffy verabschiedete sich schon einmal von dem Gedanken an
eine ruhige Nacht.
**********
„Ei Nummer Vierhundertzwanzig!“
„Yeah!“, schrie Spike und fing das Ei, das ihm Angel überschwänglich zuwarf.
Buffy fiel ins Stroh und streckte alle vier Pfoten von sich. „Ich bin sooooo
tot…“
Dieses Ei gehörte zur letzten Lieferung an den Planeten Erde und mit dem
heutigen Tag kehrte Ruhe ein.
Spike hatte seine Beinchen übereinander geschlagen und malte pfeifend an dem
letzten Ei.
„Jetzt will ich euch zwei Schwuchteln in den nächsten Wochen nicht zu Gesicht
bekommen“, fuhr Buffy fort, ohne die Augen zu öffnen.
„Keine Bange“, trällerte Spike. „Wirst du nicht.“ Er lachte. „Weil wir die
Wohnung gar nicht verlassen! Angelhasi“, rief er dann. „Endlich haben wir wieder
richtig Zeit für uns.“
Buffy drehte träge den Kopf. „Was hattet ihr denn in den letzten Wochen?! Ich
konnte kaum schlafen, weil ihr in eurem Zimmer so rumgerammelt habt!“
„Pööööhhh“, machte Spike mit gespitztem Mund. „Du bist nur neidisch“, singsongte
er dann.
„Nächstes Jahr sucht ihr euch eine andere dumme Häsin“, brummte Buffy missmutig.
Spike legte das fertige Ei vorsichtig neben die anderen und verschloss die
Kiste. „Erledigt.“
Erst dann schaute er sich suchend um und entdeckte Angel, der in einem der
Schränke kramte. „Was machst du da, Mausilein?“
Neugierig reckte er sich, um zu erkennen, was sein geliebter Angel da tat und
seine Augen wurden groß, als er ein liebevoll eingepacktes Päckchen zum
Vorschein brachte.
„Ein Geschenk?“, entfuhr es ihm überrascht. „Für mich?“
„Spike“, schimpfte Angel und dieser sackte in sich zusammen.
„Nicht für mich?“, fragte er kläglich.
„Das ist für Buffy.“
„Für Buffy?“, schrie Spike entsetzt.
„Für mich?“, echote Buffy und hopste auf ihre vier Pfoten. Mit großen Augen
verfolgte sie, wie Angel auf sie zu hoppelte und sie anlächelte.
„Wir möchten uns bei dir bedanken, Buffy“, sagte er liebenswürdig und Spike
verzog hinter seinem Rücken das Gesicht. „Wir wissen auch, dass es in der
Osterzeit sehr stressig ist, aber wir möchten uns für die gute Zusammenarbeit
bedanken.“
Spike musste sich echt auf die Zunge beißen, um nicht zu lachen, aber er war
auch zu neugierig und kam vorsichtig näher.
Zum ersten Mal, seit Spike Buffy kannte, fehlten der Häsin die Worte. Angel
legte das kleine Päckchen in ihre Pfötchen und umarmte sie.
Spike grummelte vor sich hin.
„Also ich…“, brachte Buffy dann hervor. „Ich weiß…nicht…was ich sagen soll.“
„Mach es auf“, sagte Angel noch immer lächelnd und Spike linste über seine
Schulter.
Mit zitternden Pfötchen öffnete Buffy das Papier und ihre Augen wurden
kugelrund. „Schokolade“, seufzte sie ehrfürchtig.
„Schokolade?“, schrie Spike entsetzt und hatte im nächsten Moment einen
Nasenstüber von Angel erhalten. „Aua!“
„Du bist jetzt still“, schimpfte Angel.
„Du hast meine Frisur zerstört“, jammerte Spike kläglich und zupfte an den
Härchen zwischen seinen Ohren und im Nacken. Natürlich war alles noch
wunderschön so gestylt wie am Morgen, was einer Menge Gel und Haarspray zu
verdanken war, aber es war immer mal gut, ein bisschen zu klagen.
Buffy sah Angel mit leuchtenden Augen an. „Das ist aber lieb von dir“, seufzte
sie gerührt, brach ein Stück der dunklen Schokolade an und steckte es in ihr
Schnäuzchen.
Etwas neidisch verfolgte Spike, wie sich ihr Gesichtsausdruck verklärte. Wo
hatte Angel überhaupt die Schokolade her? Und dann für Buffy? Das konnte doch
wohl nicht wahr sein.
Angel, der zu bemerken schien, wie schlecht sich Spike fühlte, zog den jüngeren
Hasen an seine Seite und strich mit seinem Näschen beruhigend über Spikes. Er
liebte es, wenn Spike so süß schmollte.
Buffy hatte endlich ihre Augen wieder geöffnet, aber der verklärte
Gesichtsaudruck war noch nicht wieder verschwunden. Mit einem gerührten Lächeln
musterte sie das Paar vor sich.
„Ich weiß schon, warum du das getan hast, Angel“, sagte sie.
Angel hatte sogar den Anstand, ihrem Blick auszuweichen. Doch Buffy lachte
leise, hoppelte nach vorn und umarmte den größeren Hasen noch einmal.
„Ihr seid wirklich die zwei komischsten Hasen, die ich kenne“, gab sie dann zu
und gab Angel einen Kuss auf die Seite seiner Schnauze. „Aber mit euch wird es
nie langweilig.“ Dann sah sie Spike an, der noch immer vor sich hin schmollte.
„Und okay, meinetwegen ruft mich im nächsten Jahr wieder an.“
„Yeah“, rief Angel und fiel Buffy noch einmal um den Hals.
Spike musterte Buffy mit schief gelegtem Kopf. „Aber jedes Jahr kriegst du keine
Schokol… Aua!“, schrie er dann, als Angels Pfote wieder auf seiner Nase landete.
„Komm her, du verrückter Spikey“, kicherte Buffy und hielt ihr Arme auf.
Angel stieß Spike in die Seite, bis dieser meckernd nach vorn hoppelte. Buffy
umarmte ihn ebenfalls und lachte lauter, als Spike sein Mäulchen verzog, als sie
ihm genauso einen Kuss gab wie Angel.
„Bis zum nächsten Jahr“, verabschiedete sie sich dann und winkte noch einmal.
„Und treibt’s nicht zu wild.“
„Wer?“, murmelte Spike mürrisch und wischte an seiner Schnauze, da, wo ihn Buffy
geküsst hatte. „Wir?“
Buffy ließ grinsend ein weiteres Stück Schokolade in ihrem Schnäuzchen
verschwinden und hoppelte davon.
Die Tür war kaum hinter ihr ins Schloss gefallen, als sich Angel zu ihm
umdrehte. „Das war gar nicht nett, Engelchen“, sagte er mit dieser Stimme, die
Spike einen Schauer über das Fell jagte.
Seine Augen leuchteten auf. „Nein“, gab er dann ganz geknickt zu. „Ich war ganz,
ganz böse.“
Angel nickte. „Sehe ich auch so…“
„Fang mich!“ Spike sauste von dannen und Angel war keine Sekunde später hinter
ihm her.
Mit diesen Worten wurde das endgültige Ende der Osterzeit eingeleitet. Vergessen
war der Stress, Buffys Gejammer und die erzwungene Gesellschaft in ihrer
Wohnung.
Jetzt hatten sie Ruhe, konnten die entsetzlichen Zweibeiner vom Planeten Erde
und all die Einschränkungen der letzten Wochen zu ihren Erinnerungen verbannen.
Die Tage würden wieder erfüllt sein vom freundlichen Geplänkel, Herumtollen im
Gras und den heißen Tagen und Nächten, die sie damit verbrachten, sich
gegenseitig…
Spike grinste bei der Vorstellung breit und vergaß einen Moment, dass er davon
rennen wollte. Im nächsten Moment sprang Angel auf seinen Rücken und presste ihn
auf den Boden.
Ein seliges Lächeln huschte über Spikes Schnäuzchen. Seine Welt war wieder in
Ordnung.
Bis zum nächsten Ostern. Bis zum nächsten Jahr.
Aber das war noch soooo lange hin…
Ende