Out Of Mind

Buffy/Spike
Allgemeine Story
ab 18
beta by Indiansummer und Laborratte
Eine betrunkene Buffy und ein genervter Spike in einem Motelzimmer, weit entfernt von Sunnydale, und leider haben sie erst die Chance wieder heimzufahren, wenn die Sonne unter gegangen ist… und ohne die Möglichkeit, sich aus dem Weg zu gehen… Die Story spielt direkt nach 'somethings blue'.
komplett
Er hatte gewusst, dass es eine saublöde Idee war. Schon als Red ihn mit ihren treuherzigen Augen angesehen hatte und meinte, er wäre der Einzige, der Buffy bei dieser Aufgabe helfen könnte.
Er wäre stärker als sie alle. Vampirkräfte und so. Und dann kam Giles und appellierte an sein Gewissen - als ob er eins hatte! – und meinte, er hätte soviel Hilfe bekommen, es wäre an der Zeit, auch Mal mit anzupacken.
Und da saß er nun. In diesem Scheißkaff. Der Dämon war tot. Okay, es war eine blutige und gewaltige Angelegenheit gewesen – ganz nach seinem Geschmack – und die Jägerin konnte froh sein, dass er ihr beigestanden hatte.
Aber nein, nicht einmal ein Wort des Dankes.
Spike fluchte lautlos, als das Streichholz zerbrach, mit dem er sich eine Zigarette anzünden wollte. Beim zweiten Versuch klappte es und er inhalierte tief den Rauch, fast als wolle er sich selbst beruhigen.
Er stand vor dem einzigen Restaurant dieses Kaffs, in dem die undankbare Jägerin saß und sich vergnügt mit ein paar Leuten unterhielt, die sie gerade kennen gelernt hatte. Plötzlich war sie der Meinung, dass es lustig sein könnte, mal ein wenig auszuflippen, ihre Jägerinnenaufgabe zu vergessen und erst gegen Morgen heimzufahren.
Seine Meinung zählte da nicht. Sie hatte ihn wie ihr Hündchen losgeschickt, um zwei Motelzimmer zu buchen – in diesem Kaff, in dem es nur ein Motel gab! - und ihm honigsüß erklärt, sie wolle seine Visage bis zum Morgen nicht mehr sehen.
Oder zumindest bis zwei Stunden vor Sonnenaufgang, da sie dann spätestens heimfahren mussten, wenn er sich nicht in ein Häufchen Asche verwandeln wollte.
Er könnte fahren, hatte sie auch gemeint. Aber er hatte keine Lust, morgen die ganze Strecke noch einmal zurück zu legen, um die Jägerin abzuholen. Und außerdem, das gab er sich aber nur sehr schwer zu, war das Letzte, was er wollte, sie mit diesen Typen an ihrem Tisch die ganze Nacht allein lassen.
Trotzdem kochte er vor Wut. Weil in diesem Kaff wirklich der letzte Hund verreckt war.
Aber wenigstens gab es etwas, womit er ihr ihre gute Laune verderben konnte.
Mit seinem typischen Grinsen trat er die Zigarette aus und ging in das Restaurant.
Buffy schaute hoch, als er den Raum betrat und funkelte ihn wütend an. Wie immer. Er konnte sich nicht entsinnen, mal einen anderen Blick an ihr gesehen zu haben, jedenfalls nicht, wenn sie ihn ansah. Vielleicht schaute sie anders, wenn sie diese Schwuchtel Angel anblickte… Pfffhhh…
Noch immer grinsend trat er an den Tisch.
„Eh du etwas sagst! Es ist in diesem Kaff nicht möglich, zwei einzelne Motelzimmer zu buchen. Und ...“ Spike schnitt ihr mit einer wütenden Handbewegung das Wort ab, als sie zum Sprechen ansetzte. „Ich habe die Schlüssel. Wenn du also dann gehen willst, melde dich bei mir. Ich werde mal sehen, ob ich jemanden finde, der mit mir Karten spielt.“
„Das ist nicht wahr!“ schrie Buffy wütend auf. „Das hast du mit Absicht gemacht! Nur, weil ich nicht gleich mit zurückkomme.“ Sie sprang auf und rannte hinter ihm her. „Ich schlafe nicht mit dir in einem Zimmer. Vergiss es. Du… du musst nicht schlafen! Du kannst die Nacht draußen verbringen!“
„Nein.“ Spike biss zornig sie Zähne aufeinander.
„Oh, komm schon.“ Buffy stellte sich genervt in seinen Weg. „Wir bringen uns gegenseitig um, das weißt du. Gib mir den Schlüssel!“ Auffordernd streckte sie ihre Hand aus.
Spike funkelte sie böse an. „Ich denke überhaupt nicht dran! Wegen deiner Sturheit bin ich gezwungen, die Nacht in diesem Kaff zu verbringen. Es ist der absolut langweiligste Ort auf der ganzen Welt! Und als ob das nicht reichen würde! Ich stecke hier fest. Mit dir! Das allerletzte, was ich tun werde, ist, es dir noch angenehm zu machen!!“
Buffys Hände ballten sich ohnmächtig zu Fäusten. „Ich hasse dich!“
„Das ist mir scheißegal, Jägerin!“
Wütend fuhr sie herum, ging zurück zu ihrem Platz und rief zur Kellnerin. „Hallo, bringen Sie mir doch bitte gleich eine Flasche Wein, ja.“
Ehe Spike im Nachbarzimmer verschwand, rief er noch durch den Raum. „Wenn du betrunken bist, trage ich dich nicht ins Hotel! Ich werde dich an deinen Haaren hinter mir her zerren!“
„Du musst mich überhaupt nicht ins Hotelzimmer begleiten!“
„Ich habe den Schlüssel!“
Mit einem Krachen schlug die Tür hinter ihm zu und Buffy stöhnte unterdrückt. Sie kippte ihr Glas Wein hinunter und füllte es neu. „Womit habe ich das verdient?“ knurrte sie noch immer wütend zu sich selbst, bemerkte erst dann, dass die drei Personen am Tisch sie eigenartig ansahen und lächelte gezwungen. „Wo waren wir stehen geblieben?“
Grinsend packte Spike seinen Gewinn zusammen, ignorierte die bösen Blicke der anderen Mitspieler und stand auf. Hundert Jahre Erfahrung im Kartenspiel und im Betrügen machten sich bezahlt.
Vergnügt über die Menge an Geld in seiner Tasche und der Vorstellung, was er alles damit anstellen konnte, machte er sich auf den Weg in die Gaststube, in der Buffy noch immer mit den mittlerweile betrunkenen Tischgenossen schwatzte und beschloss, dass ihm heute nichts mehr die Nacht verderben konnte. Nicht einmal eine ätzende Jägerin in seinem Zimmer.
Und er entschied, dass es Zeit war, zu gehen. Egal, wie wütend sie jetzt werden würde, er hatte vor, sie jetzt mit zu nehmen. Seiner Meinung nach geschah es ihr nur recht, dass es keine einzelnen Motelzimmer gab und sie auf seine Gesellschaft angewiesen war.
Als er jetzt den Raum betrat und sie am Tisch neben der leeren Flasche Wein sitzen sah, stöhnte er wieder. Toll! Das konnte lustig werden!
Buffy war so in ihr Gespräch - oder wie auch immer man das bezeichnete, wenn sich Betrunkene unterhielten - vertieft, dass sie sein Auftauchen nicht gleich bemerkte.
Spike winkte nach der Kellnerin. „Hallo, bringen Sie mir meine Rechnung und die von der jungen Dame dort auch gleich noch mit.“
Buffy kicherte und er schüttelte schon wieder ärgerlich den Kopf. Die Kellnerin brachte die Rechnungen und er zahlte wortlos.
„Hey“, protestierte Buffy. „D-das ist meine ...“ brachte sie dann hervor.
„Hoch jetzt, Luv. Du hast genug.“ Genervt nahm er ihre Jacke und zog sie hoch.
Halt suchend griff sie nach seinem Arm, weil sie schwankte und schimpfte. „Fass misch n-nischt an...“
Spike verdrehte die Augen. „Du hängst an mir, Pet“, kommentierte er böse. Ihre Blicke ignorierend, da sie in diesem Zustand sowieso lächerlich wirkten, fasste er unter ihren Arm, stützte sie und zog sie hinter sich her. „Irgendwann ist meine Geduld am Ende“, warnte er missmutig.
An der frischen Luft angelangt, ließ ihn Buffy abrupt los. „Isch kann... kann allein gehen.“
Spike sah sie spöttisch von oben bis unten an. „Sicher.“ Dann drehte er sich um und ging. Natürlich folgte sie nicht und er blieb stehen, ein kurzes Stoßgebet zum Himmel schickend. Dann blickte er zurück. „Was jetzt?“
Sie folgte ihm langsam, setzte bedächtig ein Bein vor das andere. „Die Welt schwankt.“
„Du schwankst.“
Buffy kicherte wieder und er wunderte sich, warum er das plötzlich amüsant fand. Dann stolperte sie, fing sich selbst an seinem Arm und murmelte. „Niemals.“
„Okay, okay.“ Spikes Hand griff automatisch zu und stützte sie. „Du wirst mir das Morgen nicht vorhalten, verstanden! Ich helfe dir nur. Ich weiß zwar nicht, womit du das verdient hast, aber ich bin kein Unmensch… ähm… Unvampir.“
Buffys Hände umkrampften seinen Arm. „Gott“, würgte sie. „Alles dreht sich...“
„Bloody hell“, fluchte Spike, als sie ihre Stirn an seinen Arm lehnte, weil ihn das plötzlich wieder an Willows missglückten Zauber erinnerte, und er schüttelte sie. „Komm schon, Luv, schlafen kannst du gleich. Jetzt wird ein Stück gelaufen!“
„Mir ist schlecht.“ Sie schloss die Augen, da sein Schütteln die Übelkeit noch verstärkte.
„Geschieht dir recht!“ Entschlossen schlang er seinen Arm um ihre Hüfte und zog sie mit sich. Buffy versuchte, sich halbherzig aus dem Griff zu befreien.
„Reiß dich jetzt zusammen!“ fuhr er sie zornig an.
„Lass mich los!“ protestierte sie störrisch und schlug mit ihrer freien Hand nach ihm.
Spike fing ihrer Hand ab und fauchte: „Ich werde meine Drohung wahr machen, Jägerin, und dich an deinen Haaren hinter mir her schleifen! Oder ich werfe dich über meine Schulter und versohle dir den Hintern wegen dieser Dummheit. Es reicht nicht, dass du mir den Abend versaust, hm? Du musst noch den Rest der Nacht drauf packen?“
Buffy schloss die Augen, weil der Schwindel schon wieder zu groß wurde und vergaß ihre patzige Antwort. Sein Schütteln weckte sie wieder.
„Bleib jetzt bloß wach“, knurrte er und begann, sie wieder mit sich zu ziehen.
Zum Glück war es nicht weit bis zu dem Motel und so zog er die kichernde, an seinem Ledermantel hängende, Jägerin über den grünen Rasen zu dem Zimmer mit der Nr. 4. Er hatte keine Ahnung, weshalb dieses Scheißmotel ausgebucht war und Zorn stieg wieder in ihm hoch.
Buffy umklammerte immer noch seinen Arm und brachte ihn damit fortwährend aus dem Gleichgewicht.
Als er die Tür des Zimmers hinter sich geschlossen hatte, atmete er erleichtert auf. Grinsend setzte er Buffy auf das breite Doppelbett – auch das noch!! - und betrachtete das Häufchen Elend.
Er begann sich auszumalen, wie er morgen, wenn sie wieder völlig nüchtern war, über sie herziehen würde. Er wusste jetzt schon, wie peinlich es ihr sein würde, dass sie wie eine Klette an ihm gehangen und seine Hilfe benötigt hatte, um überhaupt in das Motelzimmer zu gelangen.
Und es würde ihm eine Genugtuung sein, darauf herum zu reiten.
Ich sollte es ausnutzen, ging es ihm hämisch durch den Kopf. Natürlich würde er es nicht tun.
„Ich geh duschen...“ murmelte Buffy und stand schwankend auf. Mit Mühe und Not erreichte sie die Tür zum Bad und stieß sie auf.
Spike beobachtete ihr Tun skeptisch. Das würde nie gut gehen. „Geh einfach schlafen, Luv“, versuchte er sie davon abzuhalten.
Sie stützte sich am Türrahmen ab und funkelte ihn an. „Lass... mich in Ruhe“, brachte sie heraus, obwohl ihre Zunge ihr nicht so recht gehorchte. „Du hascht mir... nischts zu sagen.“
Spike sprang auf und schrie wütend durch die Tür, die sie ihm vor der Nase zu krachte. „Ich werde dir nicht helfen, wenn du da drin irgendwelche Scheiße baust, hörst du? Sieh zu, wie du klar kommst!“ Und setzte leiser hinzu. „Dämliche Pute.“
Sie murmelte etwas, das er nicht verstand. Dann hörte er, wie das Wasser angestellt wurde und drehte sich achselzuckend um.
Er warf sich auf das Bett und stellte den Fernseher an. Ab und zu streifte sein Blick wieder die Tür zum Bad und er überlegte, ab welchem Zeitpunkt er beginnen sollte, sich Sorgen zu machen.
Es war verdächtig still da drin, kein Geräusch, außer dem des Wassers der Dusche. Nein, wies er sich zurecht. Du machst dir keine Gedanken. Soll sie doch da drin ersaufen. Konnte man in einer Dusche ertrinken? Er sah auf die Uhr und stellte fest, dass sie jetzt schon 35 Minuten in der Duschkabine verbrachte.
Vorsichtig ging er zur Tür und klopfte.
„Jägerin? Alles okay?“ Als er keine Antwort erhielt, fluchte er lautlos. „Jägerin? Ich komme jetzt rein.“ Aber er überlegte noch immer, ob er das tun sollte.
Er hatte keine Lust als Aschehäufchen auf den Fliesen zu landen, nur weil er sich Sorgen um sie machte. Und er hatte auch keine Lust, sich morgen erst in den Aschehaufen zu verwandeln, weil sie behauptete, er hätte ihren Zustand ausgenutzt, um ihr in die Dusche zu folgen.
Er würde ihr niemals in die Dusche folgen! Nicht einmal in seinen Träumen! Na gut, im Traum durfte man das.
„Jägerin?“ fragte er deshalb noch einmal. Als er noch immer keine Antwort bekam, wurde seine Sorge größer als seine Bedenken über ihre mögliche Reaktion. Außerdem war sie eh sturzbetrunken, heute würde sie ihn garantiert nicht mehr pfählen.
Vorsichtig stieß er die Tür der Duschkabine auf und trat in den von Wasserdampf erfüllten Raum. Er konnte kaum etwas sehen und fluchte wieder. „Jägerin, du Nervensäge, wo steckst du?“
Das Wasser der aufgedrehten Dusche rauschte noch immer und er riskierte einen Blick um den Sichtschutz in den geräumigen Duschbereich.
Und fing an zu lachen. Buffy saß auf den Fliesen und lehnte mit geschlossenen Augen an der Wand.
Das wäre noch nicht so lächerlich, wenn sie nicht auch noch ihre gesamten Sachen tragen würde. Sie war pitschnass und sah aus wie ein begossener Pudel, während das Wasser noch immer über sie strömte.
„Herrlich“, kommentierte er. „Ich habe mir schon immer gewünscht zu erleben, dass du dich völlig idiotisch benimmst.“
„Geh...“ murmelte sie mürrisch.
„Stell das Wasser ab.“
„Lass mich in Ruhe. Ich bin müde.“ Sie lehnte die Stirn auf ihre Knie und ignorierte ihn.
„Gott, wie dumm bist du eigentlich. Ich wollte auch noch duschen. Stelle jetzt das Wasser ab, ich werde mich bestimmt nicht auch noch einweichen.“ Innerlich amüsierte er sich köstlich. Es war das erste Mal, dass er sie in einer derartigen Situation erlebte.
„Verschwinde“, lallte sie.
Spike stütze eine Hand an der Begrenzung des Duschbereichs ab und betrachtete genüsslich das Bild, das sich ihm bot.
„Machst du jetzt das Wasser aus...?“ Sie reagierte nicht. „Jägerin, ich werde nicht mit Kleidung zu dir rein kommen“, warnte er nochmals. Dann grinste er spöttisch. „Du wirst morgen in den Boden versinken wollen, wenn du dich daran erinnerst. Und ich werde dich auslachen.“ Oh ja, das werde ich, wenn ich nicht vorher gepfählt werde.
Dann atmete er noch einmal tief durch und begann, seine Sachen abzulegen. Wahrscheinlich war das ein Fehler, aber er hatte wirklich keine Lust, seine Kleidung auch noch zu ruinieren. Es reichte, wenn sie wie eine eingeweichte Ente aussah. Dann kletterte er in die geräumige Duschkabine und zog sie vom Boden hoch.
„Schluss jetzt mit den Faxen.“ Er stellte das Wasser ab und sah kurz auf sie herab. Wenn er sie los ließ, fiel sie garantiert wieder um.
Das Beste wäre, er würde sie gleich noch von diesen nassen Klamotten befreien. Und morgen würde sie ihn dafür lynchen. Im günstigsten Fall. Garantiert!
Er lehnte sie an die Wand, hielt sie mit einer Hand fest und schlug ihr mit der anderen leicht ins Gesicht. „Hallo, Luv, das Bett ist draußen. Wie wär’s, wenn wir dich jetzt mal aus diesen Sachen schälen und ins Bett verfrachten?“
Träge öffnete sie ihre Augen und sah ihn an. Plötzlich hob sie ihre Hand und strich über seine Brust. Spike fühlte übergangslos ein ganz eigenartiges Gefühl in sich aufsteigen.
„Wow“, murmelte sie dumpf. „Du hast ja gar nischts... an.“
Er fing ihre Hand, ehe sie weiter an seinem Körper auf Wanderschaft gehen konnte. „Ich ziehe meine Sachen immer aus, bevor ich dusche. Und hör auf, mich anzufassen, ich bin auch nur ein Vampir.“
Dann bemühte er sich, die Knöpfe ihrer Bluse zu öffnen, was sich als sehr schwierig heraus stellte, da ihre Hände immer wieder auf seiner Haut unterwegs waren, sobald er sie losließ.
„Jägerin“, zischte er wütend und schlug auf ihre Hand. „Hör auf mit dem Scheiß.“
Sie kicherte nur. Er hatte es endlich geschafft, die Knöpfe zu öffnen, zog ihr die Bluse von den Schultern und warf sie aus der Kabine.
„Nett“, murmelte er und seine Stimme klang etwas heiser. „Ich wollte schon immer mal wissen, was du für Unterwäsche trägst.“
„Ehrlich?“ Sie stützte ihre Hände auf seinen Schultern ab, als er ihre Hose öffnete und über ihre Hüften zog.
Ich bin ein Idiot, dachte Spike gerade. Sie wird mir morgen einen schönen Pflock ins Herz stoßen.
Irgendwie hatte er geahnt, dass sie nackt genauso perfekt aussah wie mit Sachen und er verfluchte sich selbst für seine blöde Idee. Ihre Hose folgte der Bluse und er bemühte sich, sie nicht anzusehen, als er sie noch von dem BH und dem Slip befreite.
„Raus jetzt aus der Dusche“, knurrte er fast böse, als ihre Hände schon wieder über seine Haut fuhren. „Setz dich hin und warte, oder geh ins Bett, wenn du das schaffst und lass mich einfach duschen.“
Buffy lehnte den Kopf an seine Brust und er schloss für einen Moment fast verzweifelt die Augen. Bescheuert, er war einfach bescheuert.
Dann schob er sie gewaltsam von sich und lehnte sie an die Wand. Er würde das jetzt nicht ausnutzen. Niemals. Egal wie sehr sie es heute in diesem benebelten Zustand vielleicht drauf anlegte. Morgen würde sie ihn pfählen.
Er benötigte seine gesamte Selbstbeherrschung, um sie loszulassen und das Wasser wieder aufzudrehen. In Rekordzeit seifte er sich ein und spülte sich gerade ab, ohne Buffy eines Blickes zu würdigen, als er hörte, wie sie an der Wand zusammen rutschte.
Zum wiederholten Mal schickte er ein Stoßgebet zum Himmel, ehe er sich umdrehte und sah, dass sie auf ihren Knien gelandet war.
„Jägerin, du machst wirklich eine Menge Ärger“, murmelte er.
„Ganz schön... schwankend... alles.“ Sie sah hoch zu ihm, ein wissendes Grinsen im Gesicht, das er noch nie an ihr gesehen hatte. Dann hob sie ihre Hand und berührte ihn, an einer Stelle, an der er völlig hilflos war und die sofort zum Leben erwachte.
„Buffy!“ stieß er erschrocken aus. Seine Stimme klang fast panisch und seine Hand griff in ihre Haare, um sie davon abzuhalten. Von, was auch immer sie vorhatte.
Buffy sah noch einmal zu ihm hoch. „Ich wollte das... schon... immer mal tun...“
Seine Hand krallte in ihre Haare. „Oh Gott, nein... Jägerin... bloody Hell ...“ Er hatte keine Macht mehr über sich, als sie ihn in den Mund nahm. „Jägerin!“
Sie würde ihn pfählen. Morgen. Doch es fühlte sich zu gut an. Ihre Hand, die den Schaft seines Schwanzes auf und nieder strich und ihre Lippen, die diesen Bewegungen folgten und ihn immer wieder in die Hitze ihres Mundes saugten. In diese wahnsinnige Hitze.
Spike hatte vergessen, wie heiß Menschen waren, so lange war es her, dass eine Sterbliche dies getan hatte. Er stützte seine Hände Halt suchend an der Wand ab und fühlte jede Kraft aus sich weichen.
Alles, auf was er sich konzentrieren konnte, waren ihr Mund und ihre Zunge. Verzweifelt und hilflos schloss er die Augen, als er fühlte, wie sich alles in seinem Körper zusammen zog.
„Verflucht...“ stammelte er, als sie ihre Bewegungen verstärkte. „Gott... Buffy...“
Verdammt, wo hatte sie das gelernt!?
Und dann explodierte er. Bunte Sterne tanzten vor seinen Augen, als er sich in ihren Mund ergoss. Er fühlte sie schlucken, fühlte, wie sie noch einmal über die Spitze seines Schwanzes leckte und riss sie hoch.
Sie schlang die Arme um seinen Hals und ihre Beine um seine Hüften und er wusste genau, wenn er in diesem Moment dazu fähig gewesen wäre, er hätte es getan. Er hätte sie an die Wand der Duschkabine gepinnt und sich in ihr vergraben. Und sich nicht darum geschert, dass sie betrunken war.
„Wenn du mir morgen irgendetwas vorwirfst“, keuchte er. „Bringe ich *dich* um.“
Und dann küsste er sie, spürte, wie sie den Mund öffnete und ihre Zunge, die sich mit seiner duellierte. Doch ehe seine sprichwörtliche Vampirausdauer wieder erwachte, riss er schon gewaltsam seinen Kopf von ihr los und starrte sie einen Moment fast wütend an. Sie hätte das nie zugelassen, wenn sie nüchtern wäre. Nie.
Mit ihr zusammen verließ er die Duschkabine und begab sich in das Motelzimmer. Er legte sie auf dem Bett ab und überlegte kurz, ob er ihr noch etwas anziehen sollte.
Er entschied sich dagegen, weil er sie dann wieder berühren musste und nicht für seine Beherrschung garantieren konnte. Das was bis jetzt passiert war, war nicht seine Schuld. Morgen würde sie das Gegenteil behaupten, aber das würde ihm keine Gewissensbisse bereiten. Jedenfalls nicht viel.
Sie nahm ihm jede Entscheidung ab, als sie sich auf dem Bett zusammen rollte und die Decke um sich zog. Kurz darauf verrieten ihm ihre Atemzüge, dass sie eingeschlafen war.
Seufzend zog er seine Jeans wieder an und warf sich auf die andere Seite des Bettes.
„Gott, Luv“, murmelte er. „Ich möchte morgen nicht in deiner Haut stecken...“
Buffy erwachte mit stechenden Kopfschmerzen. Sie stöhnte leise in die Kissen vor ihrem Gesicht und fühlte, wie sich das Hämmern in ihrem Kopf noch verstärkte.
Scheiße, scheiße, scheiße, ging es ihr fluchend durch den Kopf.
Als sie die Augen öffnete, blendete sie das grelle Licht und sie schloss sie schnell wieder, als das Dröhnen um sie herum noch eine Oktave anstieg.
„Sind wir wieder im Land der Lebenden?“ fragte eine spöttische Stimme mit britischem Akzent neben ihr.
Sie riss erschrocken den Kopf zur Seite und stöhnte wieder verkrampft, da diese Bewegung die Schmerzen fast unerträglich werden ließ.
Spike lehnte am Kopfende des Bettes, ein Buch in den Händen, und trug nichts weiter als seine schwarzen Jeans. Buffy suchte verzweifelt nach Erinnerungen in ihrem Kopf.
„Was machst du in meinem Bett?“ fragte sie vorsichtig.
„Das ist auch mein Bett“, stellte er fest. „Und ich warte seit Stunden, dass du aufwachst, aber jetzt ist die Sonne aufgegangen und wir sitzen noch einen Tag hier fest. Sehr schön hin gekriegt, Jägerin!“
Buffy starrte ihn fast hilflos an. Gott, wenn sie sich nur an irgendetwas erinnern könnte…
„Aha“, gab sie dann von sich. Sie hatten diesen Dämon erledigt und dann hatte sie einen lustigen Abend mit… wie hießen sie doch gleich?
Erfreut, dass wenigstens etwas in ihrem Kopf auftauchte, wollte sie sich aufrichten und im gleichen Moment wurde ihr siedend heiß. Sie trug... nichts.
Panik griff nach ihr und sie warf einen vorsichtigen Blick in Spikes Richtung. Er sah sie ebenfalls an und irgendwie war sein Blick anders als sonst, nicht so voll Spott oder Ärger, sondern eher abwartend und fast... ängstlich?
Fieberhaft versuchte Buffy, sich zu erinnern. Sie hatte sich Wein bestellt, sie hatte auch die Flasche getrunken und dann war Schluss. Scheiße…
„Wieso... wieso habe ich nichts an?“ Sie versuchte, die Panik in ihrer Stimme zu verbergen, scheiterte jedoch kläglich.
Spike musterte sie prüfend. „Du erinnerst dich nicht?“ erkundigte er sich dann und wenn Buffy nicht zu sehr mit der Panik in sich selbst beschäftigt gewesen wäre, hätte sie vielleicht bemerkt, dass in seiner Stimme ein Hauch Unsicherheit mitschwang.
„Ist da irgendetwas, an das ich mich... erinnern sollte?“ brachte sie Ewigkeiten später hervor, während in ihrem Kopf nur ein einziger Gedanke kreiste: Wenn er jetzt sagt, was ich denke, bekomme ich einen Schreikrampf.
„Nein.“ Seine Antwort kam schnell. Zu schnell. Und die Erleichterung in seinem Gesicht gefiel ihr gar nicht.
Die Decke mit sich ziehend, sprang sie hoch, taumelte kurz, als der Schmerz in ihrem Kopf mit aller Macht zuschlug. „Verdammt Spike, lüg mich nicht an! Wo sind meine Sachen? Was, zum Teufel, ist passiert?“ Jetzt drang die Hysterie in ihrer Stimme deutlich durch, aber es war ihr scheißegal. „Gott, Spike, sag bitte nicht, dass wir... haben wir...?“
Er verzog den Mund. „Nein.“
„Nein?“
„Nein.“
Trotz allem war sie noch längst nicht beruhigt. Er verbarg etwas, sein ganzes Wesen, das Fehlen des immer so allgegenwärtigen Spottes, all das ließ nagende Zweifel an der Ehrlichkeit seiner Aussage hochkommen.
„Wo sind meine Sachen?“ fuhr sie ihn an, während sie mit der Decke kämpfte, um sie um ihren Körper zu schlingen.
„Im Bad“, sagte er nur.
Sie stolperte über die Decke und fiel fast bei dem krampfhaften Versuch, sie nicht los zu lassen.
„Mach nicht so ein Drama, Luv. Ich habe dich letzte Nacht schon ohne Sachen gesehen“, setzte er dann noch mürrisch hinzu.
Buffy erstarrte, drehte sich langsam um und schaute ihn entsetzt an.
„Was glaubst du, wie du deine Sachen los geworden bist?“ fragte er süffisant. „Und du brauchst gar nicht ins Bad zu schauen, denn deine Klamotten sind in den paar Stunden nicht getrocknet.“
Buffy sah aus, als wolle sie gleich anfangen zu weinen. „Was hast du getan?“ quietschte sie.
„Ich?!“ Spike sprang wütend auf und kam auf sie zu. „Wieso sollte immer ich etwas getan haben?“ schrie er in ihr Gesicht und bemerkte, dass ihre Lippen begannen zu zittern. „Du warst betrunken! Du konntest nicht allein laufen. Du wolltest unbedingt duschen. Du hast deine Sachen beim Duschen angelassen! Du! Du! Du! Was hätte ich tun sollen? Dich in der Dusche sitzen lassen? Dich mit den nassen Sachen ins Bett legen?“
Buffy schluckte. Wenn sie sich nur erinnern könnte… Er schien wirklich ziemlich wütend zu sein und dass, obwohl Buffy keine Ahnung hatte, warum. Seine blauen Augen funkelten wirklich zornig und er hatte die Hände zu Fäusten geballt, als er sich vor ihr aufbaute.
Ihre Stimme gehorchte ihr allerdings noch immer nicht so richtig. „Du... du hast mich ausgezogen und... ins Bett gelegt? Mehr nicht?“ fragte sie fast ängstlich.
„Mehr habe ich nicht getan“, bestätigte er und sagte sich, dass das eigentlich die Wahrheit war. Sie war jetzt schon hysterisch. Und obwohl er ihr haargenau unter die Nase reiben wollte, was passiert war, tat er es nicht. Sie wusste es nicht mehr. Gut, dann wollte er es auch dabei belassen. Sie musterte ihn noch immer eigenartig und er versuchte, seine Miene so gleichgültig wie möglich aussehen zu lassen.
„Ich... sollte mich vielleicht bei dir...ähm… bedanken?“ fragte sie unsicher.
Shit! Ich sollte mich auch bedanken. „Musst du nicht“, knurrte er, jetzt schon ruhiger.
Schweigend verschwand Buffy samt Decke im Bad. Ihre Sachen hingen ordentlich über der Heizung und würden wahrscheinlich bis zum Abend trocknen.
Als sie in den Spiegel schaute und sich selbst bleich und blass erblickte, stöhnte sie noch einmal unterdrückt. Dann fiel ihr Blick auf die Duschkabine und ihre Zähne vergruben sich in ihrer Unterlippe. Es war ihr noch nie passiert, dass da komplett ein Stück ihrer Erinnerung fehlte. Er hätte es gesagt, oder?
„Verdammt“, flüsterte sie leise und wusste, dass sie ihm nicht glaubte. Aber sie wusste nicht, was sie dagegen tun sollte. An seine Gedanken kam sie schließlich nicht heran.
Als sie das Bad verließ, fühlte sie schon wieder seinen eigenartigen forschenden Blick. Als sie jedoch den Kopf drehte, um ihn anzusehen, sah er schnell weg und schaute in ein Buch, als würde ihn nichts mehr als dieses interessieren. Wo hatte er überhaupt ein Buch her??
Buffy biss die Zähne aufeinander und kämpfte erneut mit den Tränen. Aber sie war eine Kämpfernatur und noch nie davor zurück geschreckt, sich einer Herausforderung zu stellen. Zögernd, da es diesmal um ihr eigenes, sicherlich sehr dämliches, Verhalten ging, dem sie sich stellen wollte, ging sie auf ihn zu.
„Spike?“ fragte sie und ihr Herz schlug plötzlich bis zum Hals. Er hob den Kopf und seine Augen verfingen sich in ihren. „Habe ich mich irgendwie... ähm… dumm benommen?“
„Nun ja, es ist schon dumm, vollständig bekleidet unter der Dusche zu stehen“, murmelte er.
„Das meine ich nicht. Verdammt!“ Sie setzte sich neben ihn auf das Bett und suchte nach Worten. „Hab ich... ich meine... du würdest es mir sagen, ja? Wenn wir... ich meine ... wenn ich ...“ Mit großen grünen Augen, in denen Tränen schimmerten und in denen die Angst vor seiner Antwort stand, starrte sie ihn an. Sie bemerkte nicht einmal, wie sich langsam eine Träne aus ihrem Auge löste und sich den Weg über ihre Wange bahnte.
Wie von selbst hob sich Spikes Hand zu ihrem Gesicht, strich sanft über ihre Wange und fing die Träne mit seinem Daumen. Ein Seufzen entrang sich seiner Kehle, als er ihr Erstarren fühlte. Allerdings brachte er es noch immer nicht über sich, ihr die komplette Wahrheit zu sagen. „Buffy, wenn wir miteinander geschlafen hätten, würdest du dich verdammt noch mal daran erinnern.“
Sie rührte sich nicht, einzig und allein ihr Atem war etwas schneller geworden und sie stieß auch seine Hand nicht zur Seite.
Spike hob seine Augen wieder vom Spiel seiner Finger und begegnete ihrem Blick. „Und ja, ich hätte es tun können. Du hättest es mich tun lassen und irgendwie hatte ich das Gefühl, du wolltest es.“
„Ja?“ quietschte sie wieder und wünschte sich, der Erboden möge aufgehen und sie verschlingen.
„Ich habe dich geküsst“, setzte er leise hinzu, ohne den Blick aus ihren Augen zu lösen.
„Ja?“ Sie schluckte krampfhaft, unfähig irgendein anderes Wort hervor zu bringen.
Er nickte langsam.
„Erzähl mir alles.“
„Verdammt! Das war alles!“ Spike sprang auf und das Entsetzen, das überdeutlich in seiner Stimme zu hören war, ließ ihr Herz fast aussetzen.
„Du verschweigst etwas!“, kreischte sie. „Ich wusste es! Spike, bitte. Sehr viel schlimmer kann es doch gar nicht werden. Ich... ich kann damit umgehen.“ Sie sprang auf und folgte ihm, bis er mit der Wand im Rücken stoppte. Ihr Finger tippte in die Mitte seiner Brust, dorthin wo einmal sein Herz geschlagen hatte, während ihre andere Hand noch immer die Bettdecke umklammerte. „Ich werde einen wunderschönen Pflock für dich schnitzen…“
Glaub ich nicht. „Nimm deine Finger von mir, Jägerin!“
…Und hör auf, mich anzufassen… Abrupt riss sie ihre Hand von ihm los, als der Erinnerungsfetzen in ihr aufflammte. Ihre Hände auf seiner nackten Haut… Sie taumelte rückwärts und schlug die Hand vor den Mund.
„Oh Gott, was habe ich getan?“ Da war nicht viel mehr in ihrem Kopf, außer dass sie seine nackte Haut berührt hatte. Halt. Wieso war er nackt gewesen? Sie senkte die Hand wieder und funkelte ihn an. „Ich will jetzt alles wissen!“
„Verdammt!“ fluchte er unterdrückt. „Lass es uns vergessen, Luv. Bitte.“
Sie sah so wütend aus, wie es nur mit einer Bettdecke bekleidet möglich war. „Ich gehe hier nicht weg, bevor ich weiß, was los war und wie idiotisch ich mich benommen habe.“ Als er nicht reagierte, wurde sie langsam wütend und kam wieder auf ihn zu. „Spike, es ist mein Ernst. Du hattest nichts an. Wieso hattest du nichts an?“
Er stöhnte unterdrückt. „Du saßt unter dem laufenden Wasser in deinen Sachen. Ich wollte meine Sachen nicht auch noch einweichen.“
„Und da hast du sie ausgezogen und bist nackt zu mir unter die Dusche gekommen?!“ kreischte sie auf und ihre Stimme überschlug sich fast.
„Ja!“ fauchte er.
„Und weiter?“ schrie sie ihn wieder an.
„Nichts weiter! Ich habe dir deine Sachen ausgezogen und das war‘s!“ Irgendetwas flackerte in seinem Blick und das war es, was den Ausschlag gab.
Buffy stürzte auf ihn zu und ihre Faust schlug gegen seine Brust. „Hör auf zu lügen, du Scheißkerl! Du hast gesagt: ‚ Und hör auf, mich anzufassen!‘ Was habe ich getan? Was, zum Teufel, habe ich getan?“
Er fing ihre immer noch gegen seine Brust trommelnde Faust und hielt sie fest. „Du willst wissen, was du getan hast?! Du willst das nicht wissen, Luv, glaub mir.“ Ihre Augen sprühten noch immer Funken und plötzlich war es ihm egal. „Blowjob, Süße. Das, was du getan hast, nennt man, jemanden einen Blowjob geben.“
Buffys Gesicht wurde kalkweiß und hätte er ihren Arm nicht noch in seinem Griff, wäre sie wahrscheinlich zusammen gebrochen. Sie brachte kein Wort heraus und wehrte sich auch nicht, als er sie zum Bett dirigierte und hinsetzte.
Er sah, wie sie mehrmals zum Sprechen ansetzte und dann den Mund wieder schloss, als würde sie nur nach Luft schnappen.
„Ich habe gesagt, du willst es nicht wissen“, murmelte er mürrisch, aber die Genugtuung, die er eigentlich empfinden sollte, stellte sich nicht ein.
Buffys Augen starrten irgendwo ins Leere. Das hat er jetzt nicht gesagt. Das kann er nicht gesagt haben…, war das einzige, was in ihrem Kopf kreiselte.
„Wieso?“ stammelte sie zusammenhanglos. „Das ist nicht wahr... Das habe ich nicht getan. Oh... verdammt!“ Sie würde ihn nie wieder ansehen können… Lieber Gott, lass den Erdboden aufgehen und mich in einem großen schwarzen Loch verschwinden.
Sie kam zu der Ansicht, dass es unmöglich einen Gott geben konnte, denn es passierte gar nichts.
Spike lehnte sich gegen das Kopfende des Bettes und beobachtete, wie die kalkweiße Gesichtsfarbe verschwand und einer herrlichen Röte Platz machte.
Süß. Einfach süß, ging es ihm schmunzelnd durch den Kopf. Eine Jägerin, die verlegen war, bekam man schließlich nicht oft zu Gesicht.
Es war Buffy so furchtbar peinlich. Plötzlich wünschte sie sich nichts sehnlicher, als sich in Luft auflösen zu können, aber auch jetzt erfüllte niemand ihren Wunsch. Nervös riskierte sie einen Blick in seine Richtung, sah, wie er sich mühsam ein Grinsen verkniff und wurde noch röter.
Scheiße, Scheiße, Scheiße… „Ich möchte jetzt sterben.“ Jammernd vergrub sie ihr Gesicht in ihren Händen. „Bitte bring mich um.“
Spike lachte leise. „Ich habe eher damit gerechnet, dass du mich umbringen willst.“
„Das ist so peinlich...“, murmelte sie in ihre Hände und weigerte sich, ihn anzusehen.
Er richtete sich auf und zog ihr die Hände vom Gesicht. „Mach jetzt nicht so ein Drama, Luv. So schlimm ist es ja nun auch nicht.“
Ihre Wangen feuerten noch immer, als sie endlich die Augen hob und seinem Blick begegnete. „Spike, wenn du das irgendwem erzählst, bringe ich dich um“, sagte sie todernst.
„Ich wollte es nicht einmal dir sagen, also?“ brummte er missmutig.
„Ich will hier weg. Ich will verdammt noch mal hier weg“, stieß sie hervor und wieder schoss die Röte in ihr Gesicht, als sie bemerkte, wie seine Mundwinkel zuckten. Ich bin die Jägerin, erklärte sie sich mit dem Selbstbewusstsein, zu dem sich jetzt noch fähig war. Ich werde jetzt nicht anfangen zu heulen. Es ist überhaupt nichts dabei, dass ich ihm einen… Scheiße… Wahrscheinlich würde sie doch gleich heulen.
Spike streckte sich auf dem Bett aus und verschränkte die Hände hinter dem Kopf. „Pech, Luv.“ Und sein Grinsen war wieder so spöttisch wie immer. „Deine Schuld, dass wir noch hier sind. Wird ein netter langer Tag.”
Buffy ging plötzlich auf, dass sie noch immer in der Bettdecke eingewickelt war. „Ich brauche dein T-Shirt“, erklärte sie würdevoll.
„So?“
Knurrend sprang sie auf, schnappte das hässliche schwarze Teil vom Stuhl und stürzte wieder ins Bad. Dort stellte sie erfreut fest, dass wenigstens ihr Slip schon getrocknet war, zog ihn an und dann Spikes T-Shirt.
Angeekelt verzog sie das Gesicht, als der Geruch nach Zigaretten in ihre Nase drang. Aber alles war besser, als den ganzen Tag in die Decke eingewickelt zu bleiben. Das T-Shirt reichte nur knapp über ihren Hintern und sie verfluchte sich zum hundertsten Mal selbst für ihre gestrige Dummheit.
Spike musste sich ein Grinsen verkneifen, als sie wieder zur Badtür heraus kam. Sie sah niedlich aus in seinem T-Shirt und die Röte, die noch immer in ihren Wangen stand, gefiel ihm noch besser. Vielleicht sollte sie sich öfter betrinken.
„Ich habe Hunger“, sagte sie plötzlich.
„Ich auch.“
Buffy sprang wie von der Tarantel gestochen herum und durchsuchte das Zimmer nach einem Pflock. „Komm ja nicht auf dumme Gedanken“, kreischte sie wild.
„Krieg dich ein.“ Er tippte lässig an seinen Kopf. „Chip.“
Sie schien eindeutig noch nicht richtig bei Sinnen zu sein. Sonst wäre sie jetzt nicht so erschrocken. Ohne ihn weiter zu beachten, ging sie zum Telefon und bestellte eine Pizza. Dann begann sie, im Zimmer hin und her zu laufen. Bis Spike genervt von seinem Buch hoch sah.
„Was liest du da?“
Er sah sie skeptisch an. „Willst du dich mit mir unterhalten?“
„Unterhalten?! Ich unterhalte mich nicht mit dir!“ Es klang, als hätte er ihr etwas komplett Bescheuertes unterstellt.
„Gut.“ Er senkte seine Augen wieder in das Buch und ignorierte sie.
Zwei Minuten später ließ sie sich auf das Bett neben ihm fallen. „Mir ist langweilig.“
Spike sah kurz auf ihre langen gebräunten Beine und die pink lackierten Zehnägel, ehe er seine Augen schnell wieder ins Buch senkte. „Dein Problem, nicht meins“, sagte er kurz.
„Wo hast du das Buch her?“ Buffy drehte sich auf den Bauch und stützte sich auf ihre Ellenbogen und sah ihn an.
Spike funkelte sie einen Moment böse an. „Lag im Nachtschrank.“
„Oh“, machte sie nur.
Er fing wieder an zu lesen.
„Ist es interessant?“
„Was wird das?“ fauchte er gereizt. „Wenn es keine Unterhaltung ist?“
Buffy blickte auf ihre Uhr. „Es sind noch genau 7 Stunden und 18 Minuten bis Sonnenuntergang. So lange kann ich nicht schweigen.“
Das konnte lustig werden. Seine Überlegungen darüber, welch schöne Möglichkeiten es gab, ihr den Mund zu stopfen, wurden durch das Klopfen an der Tür unterbrochen.
Buffy nahm ihre Pizza in Empfang, bezahlte mit seinem Geld und verabschiedete sich lächelnd von dem Mann.
Als Spike zusah, wie sie die Pizza in sich hinein stopfte, wurde ihm noch einmal bewusst, dass es eine Weile her war, seit er getrunken hatte. Wahrscheinlich hatte sein Blick zu eindeutig an ihr geklebt, denn die Hand mit der Pizza blieb in der Luft hängen und sie fuhr ihn an.
„Hör auf, zu schauen, als wäre ich etwas zu essen!“
„Bist du, Luv. Bist du“, grinste er.
Buffy legte demonstrativ ihren Pflock neben sich auf den Tisch. „Schau weiter so und ich nehme dich in einer Urne mit heim!“
„Ich habe Hunger.“ Hatte er wirklich. Alles wegen ihr! Ohne sie wäre er längst daheim und hätte seine ein zwei Tassen Blut getrunken.
„Ich kann das nicht ändern. Beherrsch dich halt. So schnell stirbt kein Vampir!“ Sie beschäftigte sich weiter mit ihrer Pizza.
„Du könntest mir ja helfen.“
„Was?!“ schrie sie entsetzt. „Bist du jetzt komplett bescheuert? Ich lasse mich nicht von dir beißen!“
„Du könntest ja mal ein bisschen ablassen…“ Er würde sie lieber aussaugen, bis kein Tropfen mehr übrig blieb. Dämlicher Chip!
Buffy starrte ihn eine ganze Weile an und ihr ging auf, dass sie den ganzen Tag mit einem hungrigen Vampir eingesperrt sein würde. Gut, er konnte sie nicht beißen, aber was würde passieren, wenn sein Blutdurst übermächtig wurde.
Es wäre besser, sie würde ihn irgendwo festbinden. Wenn sie etwas zum festbinden hätte… Sie konnte nicht einmal das Zimmer verlassen, um ihm Tierblut zu besorgen. Oder besser, sie würde es nicht. Nicht mit nur seinem T-Shirt bekleidet.
Nachdenklich biss sie sich auf die Unterlippe und stellte fest, dass sie ihn noch immer anstarrte. Und er sie.
„Denkst du drüber nach?“ fragte er nach einer ganzen Weile lauernd.
Das tat sie natürlich nicht! Es würde ja noch fehlen, dass sie ihn mit dem mächtigsten Blut der Welt versorgte! Dummerweise stieg trotzdem die Fantasie von seinen Lippen und seinen Zähnen an ihrem Hals in ihr auf und ihr wurde heiß.
Als würde er es spüren, veränderte sich der Ausdruck in seinen Augen und er schaute fast noch hungriger. Panisch schnappte sich Buffy den Pflock und umklammerte ihn mit zitternden Fingern.
„Ich will von deinen kranken Vorstellungen nichts mehr hören!“ fauchte sie ihn so zornig wie möglich an.
Ein feines Lächeln kräuselte Spikes Lippen. „So ganz abgeneigt siehst du nicht aus…“, stänkerte er und verstummte, als sie explodierte.
„Du dämlicher Blutsauger! Du bist so was von tot, wenn du nicht auf der Stelle deine vorlaute Klappe hältst!!“ schrie sie und Spike wunderte sich, warum sie so hysterisch klang.
Angriff war schon immer die beste Verteidigung. Und das schlimmste war, dass er Recht hatte. Buffy würde das nur niemals zugeben.
Spike senkte den Blick wieder in das Buch und tat so, als würde er lesen.
Buffy atmete tief durch, wie um sich selbst zu beruhigen. Sie war wohl tatsächlich noch immer nicht bei Sinnen. Erst ihr idiotisches Benehmen in der Nacht, an das sie sich zum Glück nicht erinnern konnte, und nun das. Sie dachte tatsächlich darüber nach. Gut, nicht unbedingt über seine Zähne in ihrem Hals… obwohl der Gedanke plötzlich eine komisch erotische Bedeutung bekam… BUFFY!!!
Mit glühenden Wangen konzentrierte sie sich mühsam wieder auf die Reste der Pizza und versuchte, nicht an ihn zu denken. Was sehr schwer war, wenn er nur wenige Meter von ihr entfernt auf dem Bett lag und nur seine Hose trug.
Für einen Moment schielte sie wieder in seine Richtung und bemerkte beruhigt, dass er immer noch in das Buch starrte. Eigentlich hatte sie ihn noch nie ohne den Ledermantel, geschweige denn ohne T-Shirt gesehen. Und dass, was der Ledermantel verborgen hatte, konnte sich wirklich sehen lassen.
Er hatte einen tollen Körper, nicht breit, eher schlank und sehnig und sie konnte von hier aus das Spiel seiner Muskeln unter seiner Haut beobachten.
Buffy! Hör auf, so einen Scheiß zu denken!
Erschrocken sah sie weg, als er plötzlich den Blick hob und sein allgegenwärtiges Grinsen auf seinem Gesicht erschien.
„Gefällt dir, was du siehst, Luv?“ fragte er mit dieser wahnsinnigen Stimme, die einen Schauer über ihren Körper laufen ließ.
Sie war verrückt. Das waren garantiert die ersten Anzeichen einer Eingesperrtsein-Neurose. Und sie beschloss, dass diese Frage keine Antwort verdiente. Welche auch?
Spike legte das Buch auf den Nachtschrank. „Ich werde schlafen.“
„Schlafen?!“ Buffy sprang auf und warf mit einer unbewussten Geste die langen blonden Haare zurück.
„Ich Vampir“, erklärte Spike, als spräche er zu einer geistig Behinderten. „Ich schlafe am Tag.“
„Ja, aber… aber…“, begann Buffy zu stottern. Was soll ich nur den ganzen Tag machen!? Sie setzte sich auf ihre Seite des Bettes. „Wir könnten ein Spiel spielen?“
Spike hob seine Augenbraue. „Ein Spiel?“ erkundigte er sich belustigt.
„Karten. Mensch-Ärger-dich-nicht. Schach!“
„Du kannst Schach?“
„Gut, kein Schach.“ Sie verzog entnervt das Gesicht. „Verdammt, sieben Stunden sind eine verdammt lange Zeit!“
Spike lehnte sich zu ihr herüber und sie erstarrte, als sein Gesicht plötzlich nur noch wenige Zentimeter von ihrem entfernt war.
„Ich wüsste eine Menge nette Spiele, Luv, um uns die Zeit zu vertreiben.“
Buffy sah ihn eine ganze Weile wie hypnotisiert an. „Schlafen…“ stieß sie dann hervor, „…ist eine gute Idee.“
Spike lachte, ließ sich wieder aufs Bett fallen und verschränkte die Hände hinter dem Kopf.
Wütend mit sich selbst und ihren dummen Gedanken, schmiss sich Buffy auf ihre Seite des Bettes, drehte ihm den Rücken zu und schloss demonstrativ die Augen.
Es dauerte nicht lange und Buffy wurde kühl. Sie linste kurz in Spikes Richtung.
Sie würde ihn nicht ansprechen. Sie würde nie wieder mit ihm reden! Als ob sie
das nötig hätte!
Er schien zu schlafen und das machte sie erst recht wütend. Und er lag auf ihrer
Decke. Ohne lange zu überlegen, zog sie die Decke zu sich herüber.
Er öffnete seine Augen nicht, sondern drehte sich nur im Schlaf, so dass er
jetzt in ihre Richtung blickte. Ihre Wut verflog ein wenig, als sie in sein
schlafendes Gesicht schaute. Er sah so friedlich aus… und sexy… und süß…
Buffy! Denk niemals süß, sexy und Spike in einem Gedanken!
Und plötzlich ärgerte sie sich darüber, keine Erinnerung mehr an die letzte
Nacht zu haben. Schließlich war Spike komplett nackt gewesen und er hatte sie
geküsst. Gut, wie er küsste wusste sie, dank Willows schief gelaufenem Zauber
und allein bei der Erinnerung daran, wurde ihr eigenartig zumute.
Aber komplett nackt? Sie bekam schon ein komisches Kribbeln im Bauch, wenn sie
seine nackte Brust anstarrte.
Wieso zum Teufel war es einem Vampir erlaubt, so toll auszusehen?
Sie stöhnte unterdrückt. Jetzt ging das schon wieder los.
Eingesperrtsein-Neurose!
Trotzdem würde sie gern einmal wissen, wie sich seine Haut unter ihren Fingern
anfühlte. Dummes Blackout.
Schließlich hatte sie es ja getan. Sie hatte ihn berührt. Und nicht nur das. Die
Röte schoss ihr wieder ins Gesicht und sie verfluchte sich für ihre
Entscheidung, Alkohol zu trinken. Wenn sie schon *das* getan hatte, sollte sie
sich wenigstens daran erinnern können!
Entnervt sah sie zur Uhr. Noch immer sechseinhalb Stunden. Und sie war
putzmunter.
„Schläfst du, Spike?“, fragte sie laut, obwohl sie sich vor fünf Minuten noch
geschworen hatte, kein Wort mehr mit ihm zu wechseln.
Er reagierte nicht und sie verzog das Gesicht. Wenn alle Vampire so fest
schliefen, müsste sie eigentlich nur tagsüber ihre Quartiere aufsuchen und sie
der Reihe nach pfählen.
„Spike?“
Es war bestimmt reine Glücksache, dass er es geschafft hatte, so alt zu werden.
Oder Drusilla hatte die ganze Zeit auf ihn aufgepasst. Sie legte sich auf den
Bauch, stützte sich auf ihre Ellenbogen und beobachtete weiter den schlafenden
Vampir.
Die fast weißen Haare sturzelten auf seinem Kopf herum und sie fragte sich, wer
diese eigentlich immer färbte. Sie sollte ihn das mal fragen.
Er sah aus wie tot. Buffy kicherte leise. Er war tot. Ich liege neben einer
Leiche.
„Wie lange willst du mich eigentlich noch anstarren?“, fragte er plötzlich und
Buffys Herzschlag setzte fast aus.
„W-was?“, stotterte sie und verfluchte sich wieder selbst.
Jetzt öffneten sich seine Augen und dieses verdammte Grinsen trat wieder in sein
Gesicht. „Ich spüre es, Luv. Ich spüre, wenn du mich ansiehst. Und außerdem kann
bei dem Lärm, den du veranstaltest, kein Vampir schlafen.“
Buffy lief schon wieder feuerrot an, warf sich wortlos aufs Bett und drehte ihm
den Rücken zu. Sie hörte ihn kichern und zwang mit aller Macht den Drang nieder,
zum Tisch zu stürzen und den Pflock zu holen.
Sie würde ihn ignorieren. Sechseinhalb Stunden waren schließlich eine Zeit, die
man durchaus einmal schweigen konnte. Noch dazu mit einem so nervenden Untoten
an ihrer Seite. Es sollte eigentlich kein Problem sein.
Dummerweise spürte sie Spikes Blicke in ihrem Rücken und diese begannen, sie
richtiggehend nervös zu machen.
„Warum rast dein Herz so, Luv?“, erkundigte er sich leise und ein Hauch von
Spott lag in seiner Stimme.
Pflock. Ich hole jetzt den verdammten Pflock!
„Ich will schlafen!“, giftete sie, jedoch ohne sich zu rühren.
Erst kam keine Antwort, doch dann fühlte sie eine Bewegung auf dem Bett und wäre
fast kerzengerade in die Luft gesprungen, als er neben ihrem Ohr wisperte:
„Mache ich dich nervös, Luv?“
„Spinnst du?!?!?!“, kreischte sie auf, wollte herum fahren und ihm sehr handfest
begreiflich machen, dass man mit ihr solche Späßchen nicht trieb, doch sie hatte
nicht damit gerechnet, dass er einfach seinen Arm um sie schlang und sich gegen
ihren Rücken presste.
Für einen Moment war sie zu schockiert, um sich zu rühren und sie konnte nicht
einmal verhindern, dass ihr Puls wahrscheinlich irgendeinen Weltrekord brach.
„Das ist wirklich eine verdammte Einladung“, hauchte der Vampir an ihrem Hals
und Buffy fühlte sich, als würde sie gleich ohnmächtig werden.
„Spike“, stieß sie gepresst hervor und fragte sich, wohin ihre Jägerinnenkräfte
verschwunden waren.
„Ja?“
Sie schloss die Augen, als seine Zunge über ihren Hals leckte, genau über die
Stelle, an der ihr Puls hämmerte. Ein Zittern lief über ihren Körper. Sie konnte
sich nicht rühren, weil sein Arm sie wirkungsvoll gegen seinen Körper presste.
Er kann mich nicht beißen…, ging es ihr schwach durch den Kopf.
„Spike… ich…“, begann sie wieder, …werde dich pfählen… Dann strichen seine
Lippen über ihren Hals und jeglicher Gedanke an einen Pflock wurde durch Oh
Gott, warum sind seine Lippen so weich… ersetzt.
Tu etwas, Buffy!!!
„Verflucht einladend“, murmelte er heiser gegen ihre Haut.
Er hatte sie einfach noch ein wenig nervöser machen wollen. Ihr rasender Puls
hämmerte in seinem Kopf, der Vampir in ihm drängte nach dem Blut, das er durch
die Haut riechen konnte und er kämpfte gegen das Verlangen, seine Zähne in ihren
Hals zu schlagen.
Doch das war nicht alles. Plötzlich umschwebte ihr Geruch seine Sinne, der
sanfte Duft nach Vanille und etwas anderem, das einfach Buffy ausmachte, und die
Erinnerungen an die Nacht und das, was sie getan hatte, stieg in ihm hoch.
Er wollte sich von ihr lösen, wollte lachen und ihr spöttisch erklären, wie
herrlich es war, gerade die Jägerin so nervös machen zu können. Er brachte gar
nichts davon fertig, weil jeder seiner Sinne auf ihre Nähe reagierte.
Das ist Spike!, schrie es in Buffys Kopf und für einen Moment setzte ihr
Verstand wieder ein. Raus aus dem Bett! Bring Abstand zwischen dich und ihn!
Mit einer schnellen Bewegung stieß sie seinen Arm zur Seite und wollte
aufspringen.
Doch Spike reagierte genau so schnell. Seine Hand schoss vor, riss sie auf das
Bett zurück und keine Sekunde später presste er sie diesmal mit seinem Gewicht
gegen die Matratze.
Buffy schnappte überrascht nach Luft und starrte hinauf in seine blauen Augen,
in denen jetzt ein Sturm tobte, wie sie ihn lange nicht gesehen hatte.
„Bist du jetzt komplett durchgeknallt?“, fragte sie erbost und war froh, dass
ihre Stimme ihr noch gehorchte und sie nicht ganz so klang, wie sie sich fühlte:
entsetzt und fasziniert.
Spike hatte instinktiv reagiert. Vielleicht mit dem Instinkt des Raubtiers, der
Reflex, der ausgelöst wurde, wenn die Beute flüchten wollte. Beute… Er hätte
fast gelacht bei dem Gedanken. Also vielleicht hätte er gelacht, wenn er nicht
mehr damit beschäftigt wäre, gegen den Sturm in seinem Körper zu kämpfen. Es
trug nicht zu einer Verbesserung seines Zustandes bei, dass er jetzt ihren so
knapp bekleideten Körper direkt unter seinem spürte.
Als ob es nicht reichen würde, dass er ihre Blicke gespürt hatte, als wären es
ihre Hände, die ihn streichelten. Nein… sie musste jetzt auch noch liegen
bleiben, sich nicht rühren und ihn anstarren, als…
Spike schluckte.
Warum hatte sie ihm die Faust noch nicht ins Gesicht geschlagen? Sie war die
verdammte Jägerin und sie sollte ihn nicht anschauen, als wäre sie verdammt
scharf darauf… War sie es?
Aber Spike war nicht scharf darauf, als Aschehaufen zu enden. Es war unfair, da
er nicht zurück schlagen konnte, falls sie es sich doch anders überlegen sollte.
Und das würde sie garantiert!
Mit einem Knurren gab er sie frei, ignorierte, dass ihm seine Hose sehr eng
geworden war, rollte zur Seite und blieb auf dem Rücken liegen. Seine Augen
starrten an die Decke, während er versuchte, sich selbst zu beruhigen und dabei
unnötigerweise nach Atem rang.
Buffy rührte sich genau so wenig. Und noch weniger wollte sie sich selbst
eingestehen, dass sie einen Funken Enttäuschung fühlte.
Es dauerte eine ganze Weile, ehe der Zorn über seine Frechheit wieder die
Oberhand gewann und sie hervor stoßen konnte: „Fass mich nie wieder an!“
Das weckte Spike und er lachte hart auf. Dieses kleine Miststück… Er hob den
Kopf, wechselte übergangslos in das Vampirgesicht und knurrte: „Vielleicht
kriegst du dann endlich mal deinen rasenden Herzschlag unter Kontrolle, ehe mein
Dämon sie verliert!“
Buffy wurde blass und starrte in seine gelben Augen, in denen Wut funkelte. Wut
und noch etwas anderes, über das sie jetzt auf gar keinen Fall nachdenken
wollte.
„Du…“, schaffte sie zu drohend sagen, „du bettelst regelrecht um den Pflock…“
Spikes Vampirzüge schmolzen und ein belustigtes Funkeln blieb in seinen blauen
Augen zurück. Er lehnte sich zu ihr und registrierte erfreut, dass ihr Herz
schon wieder einen Satz machte. „Wenn heute einer von uns bettelt, Luv“, hauchte
er, nur wenige Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt, „bin nicht ich das…“
Diesmal reagierte sie, holte schneller aus, als er denken konnte und ließ ihre
Faust gegen seinen Unterkiefer krachen. Spike wurde auf die andere Seite des
Bettes geschleudert und lachte leise. „Ich habe nichts gegen ein nettes hartes
Vorspiel…“
„Du bist ein Schwein, Spike!“ schrie Buffy hysterisch, sprang auf und stürzte
zum Tisch, auf dem sie den Pflock liegen gelassen hatte.
Spike blieb liegen, stützte sich nur auf seine Ellenbogen und schaute ihr
relativ gelassen entgegen. Allein, wie sie jetzt mitten im Zimmer stand, mit
wehenden Haaren, funkelnden Augen, nur in seinem schwarzen Shirt und drohend den
Pflock in der Hand hielt, reichte, um das Verlangen in seinem Körper noch höher
zu puschen. Einmal mehr verfluchte er den Chip, der ihn davon abhielt, dieses
Spiel nach seinen Regeln zu spielen.
„Ich weiß, Luv“, antwortete er gelassen. „Und du bist mit mir noch fast sechs
Stunden hier eingesperrt.“
„Ich muss mich nicht mit dir herum ärgern, wenn du ein Aschehaufen bist!“
„Ein Aschehaufen kann dich auch nicht heim fahren“, entgegnete er und grinste
breit.
Verdammt! „Ich hasse dich!“
„Ich mag dich auch nicht.“ Sein Grinsen wurde noch breiter. „Nur das
fantastische Blut, das so verführerisch durch deine Adern pumpt.“
Es war wirklich eine Frechheit. Wie konnte er es wagen, so ruhig auf dem Bett
liegen zu bleiben und solche Dinge zu sagen? Sie war die Jägerin und sie tötete
seine Art in Nullkommanichts. Fahrer oder nicht… Sie könnte sich ein Taxi
nehmen. Oder Giles anrufen… Und ihrem Wächter erklären, warum sie denjenigen
gepfählt hatte, der ihr geholfen hatte, den Dämon zu töten?
Verdammt, fluchte sie wieder in Gedanken und senkte die Hand mit dem Pflock
etwas.
„Hast du es dir anders überlegt, Luv?“, stänkerte Spike schon wieder und
wackelte provozierend mit den Augenbrauen. „Also ich bin ja auch für die harten
Spielchen zu haben… es sollte nur nicht unbedingt ein Pflock inbegriffen sein.“
„Du verdammter, untoter Idiot!“, explodierte Buffy endgültig und hechtete in
Richtung Bett. „Selbst ein Pflock ist für dich zu schade! Du bist die
lächerlichste Ausgabe eines Vampirs, die mir je begegnet ist!“
Spike rollte lachend zur Seite und fing das Gelenk der Hand, die den Pflock
hielt. Sie mochte ja behaupten, was sie wollte, aber das Risiko, dass das Ding
in seinem Herzen landete, wollte er dann doch nicht eingehen.
Buffy wusste selbst nicht, warum er sie so wütend machte. Normalerweise behielt
sie ihre Beherrschung in jedem Kampf. Das war wichtig, weil Zorn sie ablenkte
und nicht richtig handeln ließ.
Spike war nicht zornig, sondern grinste noch immer so dämlich, dass Buffys Blut
anfing zu kochen. Ihre freie Hand ballte sich zur Faust und krachte in sein
Gesicht. Sie dachte nicht einmal darüber nach, dass er sich nicht wehren konnte,
sondern stürzte sich auf ihn, pinnte ihn auf dem Bett fest und schlug wieder zu.
Ein Knurren drang aus seiner Kehle. Es war nicht der Schmerz, er hatte schon
schlimmeres einstecken müssen, nein, es war das Gefühl der Hilflosigkeit, das
ihn krank machte. Diese kleine Furie deckte ihn mit Schlägen ein und alles was
er, William the Bloody, tun konnte, war, sie abzuwehren. Er war wirklich
lächerlich.
„Verdammt!“, stieß er hervor, als ihre Faust seine Augenbraue traf und sie
aufplatzen ließ. Er spürte das Blut und unkontrollierter Zorn kochte in ihm
hoch. Einen kurzen Moment funkelten seine Augen gelb und seine zweite Hand fing
ihre Faust kurz vor seinem Gesicht ab. „Tu es richtig, Jägerin!“, fauchte er
hinauf in ihr Gesicht.
Buffy erstarrte einen Moment, den er nutzte, um ihre Hand mit dem Pflock über
seinem Herzen zu platzieren.
„Na los! Stoß zu! Das ist es doch, was du willst!“, reizte er sie weiter. „Mach
diesem Scheißleben ein Ende, Jägerin!“
Buffy rührte sich nicht, sondern schaute eine ganze Weile auf die Spitze des
Pflocks, die genau über der Stelle seiner Haut verharrte, unter der einmal sein
Herz geschlagen hatte. Seine nackte Brust hob und senkte sich, obwohl er gar
nicht atmen musste und ihre Gedanken wirbelten durcheinander. Sie saß auf ihm
und alles, was sie tun musste, war zustoßen. Er würde sich nicht wehren.
Und schlagartig wusste sie, dass sie es nicht tun konnte. Mit dieser Erkenntnis
hoben sich ihre Augen zu seinem Gesicht und sie schnappte nach Luft, als sie dem
Feuer in seinem Blick begegnete.
„Jägerin“, sagte er lauernd. „Mir kommt’s fast so vor, als bringst du’s nicht.“
Sie riss die Hand mit dem Pflock hoch, doch seine Hand schoss nach, fing ihr
Gelenk, während sich sein Körper aufbäumte und sie zur Seite warf. Und wieder
war sie zwischen der Matratze und dem Vampir gefangen, nur dass er diesmal
reichlich wütend aussah.
„Hab’s mir anders überlegt“, knurrte er und seine Hände pinnten ihre mit dem
Pflock über ihrem Kopf fest. „Vielleicht will ich doch noch ein bisschen leben
und kleine Jägerinnen quälen…“
Buffy kämpfte gegen seinen Griff, wollte seinen Körper von sich stoßen, doch er
lachte leise und presste sich gegen sie. Die Bewegungen ihres Körpers unter ihm
ließen einen Teil des Zorns verrauchen.
„Ich mag es, wenn du so zappelst“, murmelte er und fühlte sie unter sich
erstarren.
Große grüne Augen schauten zu ihm auf und ihr Mund öffnete sich, als sie
keuchend nach Luft rang. „Spike, du…“, quietschte sie erschrocken und schnappte
nach Luft, als sie schlagartig spürte, was er meinte. „Geh runter von mir…“
Es klang nicht einmal wie ein Befehl und Spike lachte wieder. Seine Hüften
rieben sich an ihr und er schnurrte. „Mir gefällt es auf dir.“
„Verdammt!“ Buffy bäumte sich auf, versuchte ihn von sich zu treten, erreichte
aber nur, dass er es schaffte, sein Knie zwischen ihre Beine zu drängen und sie
etwas zu spreizen.
„Jägerin“, murmelte Spike begeistert, senkte den Kopf und strich mit den Lippen
über ihre Kehle.
„Ich bringe dich um, Spike“, flüsterte sie und verfluchte die Schwäche, die sich
in ihrem Körper ausbreitete.
Spike hob den Kopf. Während seine linke Hand ihre mit dem Pflock festhielt,
wanderte seine rechte abwärts zum Bund seines T-Shirts, das sie trug. Sie hielt
den Atem an und ein feines Lächeln huschte über seine Lippen.
„Wer, glaubst du, gewinnt dieses Spiel, Luv?“
Du nicht!, dachte Buffy mit einem Anflug von Panik, als sie sein süffisantes
Grinsen sah. Doch ehe sie reagieren und das einzig richtige, nämlich ihn von
sich stoßen, tun konnte, trafen seine Finger unter ihrem T-Shirt auf die nackte
Haut ihres Bauches und sie schnappte nach Luft, weil plötzlich etwas durch ihren
Körper schoss, von dem sie nicht geglaubt hatte, es in Spikes Gegenwart zu
fühlen.
Jedenfalls, solange sie bei klarem Verstand war und nicht unter irgendeinem von
Willows missglückten Zaubern stand. War das am Ende wieder so ein Missgeschick?
Spikes Finger tanzten über ihren Bauch, ohne dass sein Blick sich aus ihren
Augen löste. Er sah die Verwirrung und Nervosität, aber auch eine gewisse
Faszination und die Erregung nahm seinen Körper gefangen.
Weil es die Jägerin war. Nicht irgendeine Frau, sondern diejenige, die er als
seine Todfeindin bezeichnete. Und es war *ihr* rasender Puls, der in seinen
Ohren hämmerte und die Hitze *ihres* Körpers, die er an seinem spürte. Die
Jägerin.
Buffy wehrte sich noch immer nicht gegen seinen Griff, doch ihr Mund öffnete
sich, als sie tief die Luft einzog, weil seine Finger den Bund des winzigen
Slips erreichten. Ihre Zunge schnellte heraus und befeuchtete die plötzlich so
trockenen Lippen.
Und in Spikes Hirn brannte etwas durch, als seine Augen sich an der kleinen rosa
Zunge verfingen. Mit einem Knurren senkte er den Kopf und presste seine Lippen
auf ihren Mund.
Sie bäumte sich wieder auf, doch im nächsten Augenblick erstarb jegliche
Gegenwehr und sie antwortete genau so hungrig. Seine Zunge drängte zwischen ihre
Zähne, traf auf ihre und für einen Moment vergaßen sie alles um sich herum,
während sich ihre Zungen duellierten.
Es war Spike, der seinen Kopf von ihr losriss, unnötigerweise genau wie sie nach
Atem rang und in ihr Gesicht mit den geröteten Wangen blickte.
„Sag, dass du es willst, Jägerin“, stieß er hervor.
Teil 4
"Sag, dass du es willst,
Jägerin.“
War er von Sinnen?
Buffy schüttelte wild den Kopf. „Nie…“ Ihre Stimme war nur ein Hauch, doch sie
putschte die Erregung in seinem Körper noch weiter in die Höhe.
Sie wollte spielen? Konnte sie haben… Das war ein weitaus besserer Zeitvertreib,
als sich von ihr wie ein Sandsack benutzen zu lassen.
Buffy hätte am liebsten die Augen geschlossen, als dieses verruchte Grinsen in
sein Gesicht trat, aber eine ihr völlig unbekannte Macht hinderte sie daran.
Dann fühlte sie seine Finger, die sich in den Bund ihres Slips schoben und
schnappte nach Luft.
Er ließ sie nicht aus den Augen und versank in dem Grün, während sein Finger
sich zwischen ihre Beine schob und ihre Mitte streifte. Ganz zart und ein
Hochgefühl breitete sich in ihm aus, als sich ihre Zähne in ihre Unterlippe
gruben und er sah, wie mühsam sie einen anderen Laut unterdrückte.
Der Geruch ihrer Erregung traf seine Nase und ließ ihn schlagartig steinhart
werden. Der Drang, ihr den winzigen Fetzen vom Leib zu reißen, seinen Schwanz in
ihre Mitte und seine Zähne in ihrem Hals zu vergraben, wurde so übermächtig,
dass er einen Moment gar nichts tat, sondern nur krampfhaft um Fassung rang.
„Nein“, flüsterte sie wieder. Nicht sonderlich überzeugend, aber es war ein
eindeutiges Nein.
Spike lächelte wieder. Ihr Körper sagte etwas völlig anderes. „Du willst mich“,
hauchte er, senkte den Kopf und strich mit der Zunge über ihre Kehle. „Mich, den
Vampir… Jägerin… Ist es das, was dir den Kick gibt?“
Er spürte ihr Zittern unter seiner Zunge. „Ich wusste es“, murmelte er. „Ein
normaler Mann ist nicht genug. Du brauchst jemanden, der dir ebenbürtig ist.“
„Dich… nicht…“, schaffte sie tatsächlich zwischen stoßweißen Atemzügen hervor zu
bringen.
Spikes Kopf schoss hoch und sie stöhnte auf, weil er im gleichen Atemzug seinen
Finger in sie stieß. „Nein?“, knurrte er und ließ seinen Daumen über ihre
Klitoris streichen, rieb sanfte Kreise und fühlte, wie ihre Säfte seine Hand
tränkten.
Ihre Augen hatten sich halb geschlossen. Oh Gott… das ist nicht wahr. Ich lass
nicht zu, dass er das tut…
„Lass den Pflock los, Luv“, flüsterte er und verschlang ihren Mund wieder. Ihre
Finger umklammerten noch immer das Stück Holz, über ihrem Kopf und nicht in
gefährlicher Reichweite, aber sie erwiderte seinen Kuss, als würde es kein
Morgen geben.
Qualvoll langsam begannen seine Finger aus ihr heraus und wieder in sie hinein
zu gleiten, während sein Daumen weiterhin den sensiblen Punkt massierte. Sie
stöhnte in seinen Mund, drängte sich unbewusst gegen seine Hand und ihre Beine
spreizten sich wieder.
Oh ja, Jägerin, dachte er wild, während er gegen den Dämon kämpfte, der an die
Oberfläche dringen wollte. Er hatte es oft getan. Eine Sterbliche gefickt und
sie dann ausgesaugt, als sie noch nicht wieder richtig zur Besinnung gekommen
war und nicht einmal merkte, mit wem sie sich eingelassen hatte.
Jetzt warnte ihn die leise Stimme im Hintergrund, die ihn an den Chip erinnerte.
Leises Bedauern breitete sich in ihm aus, aber er verdrängte es mit einem Anflug
von Sarkasmus. Nimm den Fick, Alter… wenn du schon nicht mehr haben kannst…
Sie sah nicht mehr so aus, als würde sie ihn davon abhalten, auch wenn ihre Hand
noch immer den Pflock umklammerte und Spike fühlte sich zum ersten Mal, seit man
ihm den Chip verpasst hatte, nicht mehr ganz so elend. Sein Schwanz drängt gegen
den Reißverschluss der Jeans und plötzlich wurde nichts wichtiger, als der
Drang, ihn heraus zu holen und ihn in der glühenden Hitze ihres
Jägerinnenkörpers zu vergraben.
Buffy wimmerte leise, als seine Finger sie weiter reizten und der Geruch ihrer
Erregung benebelte seine Sinne. Er wusste, sie war nah an der Grenze und so
presste er seine Hand gegen sie und gab ihr, was sie wollte.
Sie schrie auf und er spürte, wie ihre inneren Muskeln seinen Finger
umklammerten. Jägerinnenmuskeln… Allein der Gedanke, dass diese Muskeln seinen
steinharten Schwanz molken, reichte. Mit einem Knurren riss er ihr den winzigen
Slip vom Leib und öffnete hektisch die Knöpfe seiner Jeans.
Nur nebenbei nahm er wahr, dass der Pflock ihren Händen entglitten war, aber
ihre Hände noch immer über ihrem Kopf lagen, obwohl er sie nicht mehr festhielt.
Er drängte zwischen ihre Beine, als sie die Augen aufschlug und ihn ansah.
Grüne Augen trafen auf Blaue, in denen solch ein Verlangen loderte, dass es
Buffy einen Moment den Atem verschlug.
Spike dagegen ging kurz durch den Kopf, dass er durchdrehen würde, wenn sie es
sich jetzt wieder anders überlegte und ihn von sich stieß. Zuzutrauen wäre es
ihr.
Doch sie hob ihre Arme, legte sie um seinen Hals und spreizte die Beine
einladend weiter. Mit einem Grollen der Erleichterung stieß er vorwärts, hinein
in ihre Hitze und hätte fast aufgeschrieen, als die Sensationen seinen Geist
überrollten.
Vielleicht war es wirklich schon zu lange her, seit er das letzte Mal eine
Sterbliche gefickt hatte. Sein Schwanz schien zu verbrennen, zu explodieren und
doch war das Gefühl so einmalig, dass er erst einmal gar nichts tun konnte,
sondern keuchend nach unnötigem Atem rang und um seine Beherrschung kämpfte.
Buffys Finger krallten sich in seine Haare und brachten ihn wieder in die
Wirklichkeit zurück. „Hast du vor, heute noch etwas zu tun, Vampir?“, reizte sie
ihn mit einer Stimme, die er von ihr nicht erwartet hatte.
Er wusste, dass es noch nicht viele Männer in ihrem Leben gegeben hatte. Zwei
genau. Angel und diesen Idioten, und sie sollte nicht so klingen, als wäre sie
es, die die Kontrolle über ihn hatte.
Mit einem Knurren riss er den Kopf hoch, presste seine Lippen auf ihren Mund und
begann, sich zu bewegen. Er würde ihr zeigen, was es hieß, einen Vampir zu
ficken. Angel zählte nicht, diese seelenbehaftete Schmalzlocke konnte ihr nie
geben, was sie brauchte… das Monster in ihrem Mann. Und der Junge? Der zählte
sowieso nicht…
Buffy stöhnte auf. Seine aggressiven Stöße pressten sie jedes Mal hart gegen die
Matratze, sein Schwanz dehnte sie auf eine Art und Weise, wie sie es nie für
möglich gehalten hatte und seine Zunge drang in ihren Mund, als wolle sie jeden
Winkel erforschen.
Der letzte Rest ihres Verstandes sagte ihr, dass es verrückt war, so etwas zu
tun. Ausgerechnet mit ihm. Aber ihr Körper reagierte, als wäre es das Einzige,
was er brauchte.
Automatisch schlangen sich ihre Beine um seine Hüften, gaben ihm damit
Gelegenheit, noch tiefer in sie zu dringen und Spike tat es.
Es war, als hätte sie beide jeglicher gesunder Menschenverstand verlassen.
Einzig und allein ihre Körper reagierten aufeinander, bewegten sich in einem
Tanz, der Jahrhunderte alt war und nur das Geräusch ihres keuchenden Atems
erfüllte den Raum. Buffys Fingernägel zogen Spuren auf seinem Rücken, krallten
sich in seine Haut und ließen ihn wieder knurren.
Seine Bewegungen wurden schneller, härter und sie begegnete ihm auf die gleiche,
aggressive Weise. Spike fühlte sich, als würde er gleich sterben, als sein Dämon
die Kontrolle übernahm und sich seine Gesichtszüge veränderten. Im nächsten
Moment bohrten sich seine Zähne in Buffys Hals.
Buffy bäumte sich auf. Ihre Finger klammerten sich in seinen Haaren fest und das
Gefühl, das plötzlich durch ihren Körper tobte, konnte man nur noch als Ekstase
bezeichnen. Bunte Lichter tanzten vor ihren Augen, ein Zittern lief durch ihren
Körper und sie presste seinen Kopf gegen ihren Hals, als ein Orgasmus von
solcher Stärke ihren Körper erschütterte, dass er sie haltlos aufschreien ließ.
Spike hatte keine Kontrolle mehr. In dem Augenblick, als ihr Blut seine Kehle
traf und ihre inneren Muskeln sich um seinen Schwanz schlossen, explodierte er,
rammte noch einmal tief in sie und pumpte seinen toten Samen in ihren Körper,
ehe er seine Zähne von ihrem Hals löste und fast bewusstlos auf ihr
zusammenbrach.
***************
Buffys Verstand setzte wieder ein, als sie etwas wie ein Schnurren hörte und
seine Zunge fühlte, die über die Bissverletzung an ihrem Hals leckte.
Er hat mich gebissen, dachte sie und im gleichen Moment setzte die Panik ein.
Ich hatte Sex mit Spike! Und er hat mich gebissen!
Mit einem Aufschrei stieß sie in von sich und stürzte sich auf den Pflock, der
verloren neben ihr auf dem Bett lag.
Spike scherte sich überhaupt nicht um ihre Aufregung, sondern rollte auf den
Rücken und starrte mit einem so breiten Grinsen zur Decke, dass Buffy ihn am
liebsten allein deswegen gepfählt hätte. Seine Hose hing noch immer unter seinen
Hüften und Buffy wandte ihre Augen schnell von dem Körperteil ab, das sich
gerade noch in ihrem Körper befunden hatte.
Oh mein GOTT! Ich hatte Sex mit Spike…
„Du hast mich gebissen!“, stieß sie dann hervor und stellte fest, dass ihre
Stimme wie ein hässliches Quieken klang.
„Ja“, war alles, was Spike antwortete.
„Was hast du mit dem Chip gemacht?“, kreischte sie, nun eindeutig hysterisch.
Er drehte endlich den Kopf und sah sie mit diesem typischen Spikegrinsen an, das
die Röte in ihre Wangen trieb. „Ich wollte dich nicht töten und dir auch nicht
wehtun.“
„Du… Was?!“ Buffys schon stoßbereit gehobene Hand mit dem Pflock senkte sich
wieder.
Sein Grinsen wurde breiter. „Der Chip springt nicht an, wenn ich nicht töten
oder jemandem wehtun will…“ Er klang, als wäre er erst jetzt zu dieser
Erkenntnis gekommen und als würde sie ihm ausgesprochen gut gefallen.
„Du hattest deine Zähne in meinem Hals, du dämlicher Untoter!“, schrie sie
erbost, warf den Pflock zur Seite, hechtete sich auf ihn und schlug ihm die
Faust ins Gesicht.
Spike lachte und sie fragte sich, ob er jetzt vollkommen verrückt geworden war.
„Wie kannst du behaupten, du wolltest mir nicht wehtun?!“
Er fing lachend ihre Handgelenke. „Sag bloß, Angel hat dich beim Sex nicht…“ Er
prustete los, ohne den Satz zu vollenden.
Buffy registrierte nicht einmal, dass sie plötzlich auf ihm saß, sondern zerrte
erbost an ihren Händen. „Lass Angel aus dem Spiel!“, giftete sie.
Spike hörte nicht auf zu lachen. Sein Grandsire war doch wirklich lächerlich.
Unterdrückte den natürlichen Drang eines Vampirs, als würde er sich dafür
schämen. Tat er wahrscheinlich sogar.
Als Buffy es jedoch schaffte, ihre Hand zu befreien und diese wieder mit seinem
Kiefer kollidierte, verschwand sein Lachen. Urplötzlich richtete er sich auf und
schlang seine Arme um ihren Körper.
„Bei Vampiren…“, hauchte er mit den Lippen nur wenige Millimeter von ihrem Mund
entfernt, „… gehört beißen zum Sex, Luv.“
Buffy erschauderte, als seine Lippen ihre streiften und er dann mit der Zunge
über ihre Wange ihren Hals hinab fuhr. Eine eigenartige Schwäche breitete sich
in ihrem Körper aus und sie schloss die Augen, als seine Zunge, die Bissstellen
erreichte.
„Angel war ein Dummkopf, es nicht zu tun“, flüsterte er gegen ihre Haut. „Ich
hab es gefühlt, Luv…du bist in dem Moment gekommen, als sich meine Zähne in
deinen Hals senkten.“
„Ahhhh!“, schrie Buffy zornig und stieß ihre Hände gegen seine Schultern.
Sie erreichte damit gar nichts, nur, dass er sie lachend fester an sich zog und
seine Hände dabei unter ihr – oder besser: sein – T-Shirt wanderten.
In diesem Moment wurde ihr wieder bewusst, dass sie außer dem T-Shirt gar nichts
trug und seine Hose irgendwo an seinen Kniekehlen hing. Kein Fetzen Stoff
trennte sie und sie konnte nicht einmal vorgeben, nicht zu bemerken, dass er
schon wieder auf diese Nähe reagierte.
Verdammt… Das war ja alles gut und schön. Buffy wusste schließlich, dass sich
die sprichwörtliche Vampirausdauer nicht nur auf den Kampf bezog. Warum aber
reagierte ihr Körper darauf mit einem solchen Schwächegefühl???
„Bereit für Runde zwei, Jägerin?“, fragte Spike mit einer so rauchigen Stimme,
die einen erneuten Schwall Feuchtigkeit zwischen ihre Beine schickte. Seine
Hände strichen über ihre nackte Haut, streiften ihre Brüste und schickte ein
Zittern durch Buffys Körper.
Sie schluckte, während sie ihn einfach wortlos mit großen Augen anstarrte. Seine
Finger wanderten zum Saum ihres – nein, seines – T-Shirts.
„Hände über den Kopf, Luv“, befahl er leise.
Buffy fragte sich, ob sie wirklich den Verstand verloren hatte, als sie genau
das tat und zuließ, dass er ihr das T-Shirt über den Kopf zog, während er
gleichzeitig seine Hose von den Beinen trat.
„Ich weiß, dass du es willst, Luv“, hauchte er, ohne ihren Blick loszulassen und
seine Finger fuhren sanft über ihre sich sofort erhärtenden Brustwarzen. Sie war
wunderschön, nackt, dieser perfekte Körper und die herrliche Röte in ihren
Wangen. „Also tu es. Reit mich, Jägerin.“
Buffy schluckte, als sie die Herausforderung in seinem Gesicht sah. Dann
verengten sich ihre Augen. Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken, krallte ihre
Finger in seine kurzen Haare und riss seinen Kopf hoch. „Buffy“, stieß sie hart
hervor. „Mein Name ist Buffy.“
Ihre Lippen senkten sich auf seine und trafen sich in einem hungrigen Kuss.
Spike stöhnte in ihren Mund und ein Hochgefühl raste durch ihre Adern. Ihre Hand
wanderte zwischen ihre Beine zu seinem schon wieder steinharten Schwanz und
umfasste ihn hart.
Spike riss überrascht die Augen auf und starrte sie keuchend an. Buffy war nie
bewusst gewesen, dass er atmete, obwohl er es gar nicht musste. Aber es
begeisterte sie. Mit einem sehr verruchten Grinsen pumpte sie langsam an ihm auf
und ab.
„Mein Name ist Buffy“, erklärte sie wieder.
„Ja…“, war alles, was er hervor brachte und stöhnte dann auf, als ihn ihre
kleine Hand übergangslos fester umschloss.
„Buffy“, knurrte sie zornig.
„Buffy…“, bestätigte er hilflos und schnappte nach Luft, als sie sich mit einer
schnellen Bewegung auf ihm niederließ und ihn mit seiner ganzen Länge in sich
aufnahm. Er sank auf das Bett zurück, nahm ihren Anblick in sich auf und wusste,
dass er es nie vergessen würde. Seine Hände kamen auf ihren Hüften zum ruhen,
ohne sie zu drängen. Im Moment war er froh, dass sie sich noch nicht bewegte,
weil die Hitze und Enge ihres verflucht heißen Körpers ihn schon wieder an den
Rand der Beherrschung katapultiert hatte.
Buffy atmete genau so keuchend wie er. „Du willst, dass ich dich reite, Vampir?“
Er würde sie später daran erinnern, dass er ebenfalls einen Namen hatte. Jetzt
konnte er nur nicken.
Sie lehnte sich über ihn, stützte ihre Arme neben seinem Kopf auf das Kissen und
flüsterte seine Worte: „Ist es das, was dir den Kick gibt?“
Ihre Haare kitzelten seine Brust. Einen Moment lang blitzte es in seinen Augen
und seine Hände schlossen sich härter um ihre Hüften. Er stieß sich selbst noch
tiefer in sie hinein und registrierte erfreut, dass sie scharf die Luft einzog.
„Eine Menge Dinge geben mir einen Kick“, bestätigte er heiser. „Die Jägerin zu
vögeln, gehört eindeutig dazu.“
Buffy fauchte zornig auf. Ihre Beine umklammerten seine Hüften, zwangen ihn
still zu liegen, während sie sich aufrichtete und die Haare in den Nacken warf.
Ihre Augen funkelten in einer Art und Weise, die ihm den Atem raubte. „Wenn ich
mit dir fertig bin, Vampir“, knurrte sie leise und ließ ihre Hüften etwas
kreisen, „wirst du nicht mehr laufen, geschweige denn, solche frechen
Bemerkungen machen können.“
Das war eigentlich alles, was er wollte. „Ist das ein Versprechen, Luv?“,
erkundigte er sich begeistert.
Buffy beugte sich noch einmal zu ihm hinab, strich sanft mit ihren Lippen über
seine und schnurrte. „Und du wirst niemals wieder vergessen, dass ich Buffy
heiße…“
Yeah… dachte Spike und dann verabschiedete sich sein Verstand für eine Weile.
*********************
4 Stunden später
Noch immer nackt, aber erschöpft lagen die beiden „Todfeinde“ nebeneinander auf
dem breiten Bett. Spikes Blick war zur Decke gerichtet, ohne dort etwas zu
sehen. Seinen rechten Arm hatte er um Buffys Schultern geschlungen, die sich
genau so müde an seine Seite kuschelte.
Nach zwei Stunden hemmungslosem Sex hatten sie die gegenseitigen Beleidigungen
aufgegeben, weil es einfach lächerlich wirkte. Selbst Buffy konnte nicht mehr
abstreiten, dass Sex mit Spike sie einfach vom Hocker riss. Warum das so war,
darüber würde sie nachdenken, wenn sie dieses Zimmer wieder verließen. Was noch
genau zwei Stunden und zweiunddreißig Minuten dauern würde.
Gedankenverloren strich ihre Hand über seine nackte Brust. Er atmete noch immer
und sie musste bei dem Gedanken lächeln. Er war ein Vampir. Wahrscheinlich tat
er es unbewusst oder es war seine Erinnerung an die Zeit, als er noch lebte.
Spike fing ihre Hand, als diese seine Bauch abwärts wanderte und murmelte träge:
„Bei welcher Runde sind wir, Luv?“
Buffy kicherte. „Noch nicht am Ende, wenn du meinen Namen schon wieder vergessen
hast… Vampir.“
Im nächsten Augenblick flog sie auf den Rücken und sein fester Körper presste
sich gegen sie. „Gut zu wissen“, hauchte er mit den Lippen über ihrem Mund. „Wer
weiß, ob er mir heute noch mal einfällt…“
„Ist das eine Herausforderung??“, fragte sie spielerisch und rieb ihre noch
immer feuchte Mitte an seinem, sich schlagartig erhärtenden, Schwanz.
Mit einem teuflischen Grinsen nickte er, fuhr mit der Zunge über ihre Lippen,
ihre Kehle hinab und dann zu ihren Brüsten. „Ich mag es auch, meinen Namen aus
deinem Mund zu hören, wenn du kommst, Jägerin.“
„Vergiss es…“ Sie stöhnte leise, als seine Zunge ihre rechte Brustwarze
umzirkelte und er die dunkle Spitze in seinen Mund saugte.
Spike lachte leise. Seine Hände kamen auf ihren Knien zum Ruhen und spreizten
ihre Beine weit, während seine Lippen über ihren Bauch weiter nach unten
glitten. „Sicher, Jägerin?“
Ihr Kopf flog zurück, als seine Zunge über das pochende Nervenbündel leckte und
ihre Hände krallten sich in die Bettdecke zu ihren beiden Seiten. Es war egal,
morgen würde sie darüber nachdenken, ob es eine Schande war, seinen Namen zu
schreien.
Jetzt würde sie es ganz sicher erst einmal tun…
***********
„Oh Gott… du treibst mich noch in den Wahnsinn, Jägerin…“, keuchte Spike. „So
verdammt eng… und heiß…“
Ihre verschwitzten Körper klammerten sich aneinander. Stunden waren vergangen,
in denen sie nichts anderes taten, als sich gegenseitig den Verstand aus dem
Kopf zu vögeln. Buffy musste sich selbst eingestehen, dass ihr eigenes Hirn
wahrscheinlich auf die Größe einer Erbse geschrumpft war, denn alles, was sie
denken konnte war… Spike… Spike… Oh jaa…
Wie ein Wilder stieß der Vampir immer wieder in sie. Ihrer beider abgehackter
Atem und der Geruch nach Sex erfüllten den Raum.
„Spike…“, schrie Buffy auf, als es in ihrem Kopf explodierte und ihr Körper von
Schauern geschüttelt wurde.
Ihre inneren Muskeln umklammerten seinen Schwanz, schienen ihn noch weiter in
ihren Körper saugen zu wollen und Spike gab jegliche Beherrschung auf, die noch
in ihm schlummerte.
„Buffy…“, war alles, was seine Lippen verließ, als er seinen toten Samen in sie
pumpte. „Buffy…“
***********
Sonnenuntergang
Buffy starrte in den Spiegel, während sie mit fahrigen Bewegungen ihre Haare
kämmte.
Die Sonne war untergegangen und mit der Dämmerung hatte auch ihr Verstand wieder
begonnen zu arbeiten. Sicherlich war das auch so eine Jägerinnengabe. Vampire
wurden um diese Zeit wach und für sie war es genau so wichtig, jetzt alle
Gedanken beisammen zu haben.
Da konnte es schon mal passieren, dass sie sich tagsüber nicht ganz wie sie
selbst benahm. Dass sie sich tagsüber benahm, als hätte sie nicht einen Funken
Grips im Kopf?
Buffy stöhnte gequält und ließ die Hand mit der Bürste sinken. War das ein
Grund, den ganzen Tag mit einem Vampir im Bett zu verbringen? Ihre Zähne gruben
sich in ihre Unterlippe, während sie darüber nachgrübelte.
Nein, definitiv nicht. Eingesperrtsein-Neurose? Kurzzeitige
Unzurechnungsfähigkeit?
Sie lachte hart auf. Nun, kurzzeitig… war schon mal sehr untertrieben. Fünf
Stunden hemmungslosen Sex konnte man weiß Gott nicht mehr als kurzzeitig
betrachten.
Seufzend schlüpfte sie in ihre jetzt wieder trockenen Sachen. Ausgerechnet
Spike!
Ihr ganzer Körper fühlte sich ziemlich angeschlagen an und als sie ihre Hose
verschloss, stöhnte sie leise. Dann schaute sie wieder in den Spiegel und
seufzte noch einmal.
Ihre Augen wanderten zu ihrem Hals und fast automatisch hob sich ihre Hand zu
den kleinen Einstichwunden, dort wo er seine Zähne gehabt hatte. Sie würde
irgendwo auf dem Heimweg noch ein Tuch auftreiben müssen, um die Bisswunden zu
verbergen. Giles würde durchdrehen… Alle würden durchdrehen…
Scheiße, dachte sie langsam. Ich bin so eine Idiotin. Und diesmal gab es keinen
missglückten Zauber, mit dem sie sich heraus reden konnte. Es ist alles Spikes
Schuld!
Missmutig schnappte sie sich sein T-Shirt und verließ das Bad. Spike besaß die
Frechheit, sie mit einem sehr süffisanten Grinsen vom Bett aus zu begrüßen und
sie biss die Zähne zusammen. Wortlos warf sie das T-Shirt in seine Richtung.
Spike fing es, ohne sein Grinsen abzustellen, und zog es über. „Aha“, machte er
spöttisch. „Die unnahbare Jägerin ist erwacht.“
„Halt die Klappe“, fuhr sie ihn böse an und packte die Tasche mit ihren Waffen
zusammen. Als ob ihn jemals interessiert hätte, wenn sie das sagte.
So lachte er auch diesmal nur leise. „Kein Wunder, wenn dich keiner ein zweites
Mal wollte, wenn du danach immer so freundlich bist.“
„Ich sagte: HALT DIE KLAPPE!“, schrie sie hysterisch, machte den Reißverschluss
der Tasche mit einem Ruck zu und warf sich die Tasche über die Schulter. „Lass
uns endlich fahren!“ Lass uns verschwinden und vorgeben, das Ganze wäre nie
passiert…
„Wegen dir mussten wir hier den ganzen Tag verbringen“, erinnerte Spike sie und
folgte ihr zur Tür. „Nicht, dass ich etwas dagegen gehabt hätte. Ich hab mir
schon immer gedacht, dass das Einzige, was besser ist als eine Jägerin zu töten,
ist, eine flachzu…“
Mit einem Aufschrei fuhr Buffy herum, hechtete in seine Richtung und stieß ihn
gegen die Wand. Ihre Hand krallte sich in sein T-Shirt, während er ihrem Blick
nur ungerührt begegnete.
„Wenn du irgendjemandem von diesem Tag erzählst“, knurrte sie drohend, „bring
ich dich um!“
Spike hob mit einem spöttischen Grinsen seine vernarbte Augenbraue. „Sicher,
Luv“, meinte er lässig, schob sie mit einer sanften Bewegung von sich und trat
an ihr vorbei hinaus in die Nacht.
Erst als Buffy mit einem wütenden Knall die Tür des Motelzimmers hinter sich
zugeworfen hatte, drehte er sich noch einmal um.
„Und du denkst wirklich, du kannst das hier so einfach vergessen?“
Sie rauschte wortlos an ihm vorbei in Richtung seines DeSoto, nicht ohne ihm
einen Blick zuzuwerfen, der ihn in Staub verwandelt hätte, wenn er hätte Pflöcke
verschießen können.
Mit einem noch breiteren Grinsen vergrub er seine Hände in den Taschen seiner
schwarzen Jeans und folgte ihr. Keine Antwort war auch eine Antwort.
Er war sich mit absoluter Gewissheit sicher, sie würde es nicht vergessen.
Und er auch nicht.
E n d e