Without Question
Autor:
Chirugal
Homepage:
http://www.fanfiction.net/~chirugal
Übersetzer:
Elfenwesen
Titel: Without Question
Inhalt: Es ist keine Beziehung. Es war auch nie eine Beziehung und das
ist der Grund dafür, dass es funktioniert.
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Teil: 1/1
Disclaimer: Alle in dieser Story verwendeten Charaktere und Grundkonzepte
sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Sie werden einzig und allein zu
Unterhaltungszwecken genutzt. Eine Copyright-Verletzung ist weder beabsichtigt
noch impliziert.
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Gibbs/Abby
Beta: CloeGirl.
Es ist keine Beziehung. Es war auch nie eine Beziehung und das ist der Grund dafür, dass es funktioniert.
Es fing vor langer Zeit an mit einer feucht fröhlichen Begebenheit. Zu der Zeit wohnten sie quasi in der gleichen Nachbarschaft, nur ein paar Minuten von der Bar entfernt, in der sie mit dem Rest von Gibbs‘ Team diese Freitagnacht verbrachten. Er begleitete sie bis zu ihrer Haustür, weil er sich um ihre Sicherheit sorgte, angetrunken wie sie war. Sie lächelte, dankte ihm und lud ihn ein, auf einen Kaffee mit hinein zu kommen, aber er lehnte ab.
Er lehnte sich zu ihr, um ihre Wange zu küssen, wie es mittlerweile zu ihrer Routine geworden war. Den Bruchteil einer Sekunde, bevor seine Lippen auf ihr Fleisch trafen, stieß eine Katze etwas weiter die Straße runter einen Mülleimer um, was sie erschrak und dazu brachte, ihren Kopf zu drehen. Also küsste er nun ihre Lippen und sie erstarrten beide für – wie es schien – eine Ewigkeit, ihre großen grünen Augen starrten in seine.
Zögernd ergab sie sich in den Kuss, ihre Augenlider schlossen sich flatternd und er konnte einfach nicht anders als es zu erwidern, sein Körper betrog ihn trotz seiner guten Absichten. Der Moment dehnte sich aus, was es ihm nun unmöglich machte, einen Schritt zurück zu weichen, sich zu entschuldigen und die Situation aufzuhellen. Er ließ eine Hand in ihren Nacken gleiten, vertiefte den Kuss und sie schmolz in seiner Umarmung, während ein kleiner Seufzer des Genusses ihren Lippen entrann.
Er zog sich zurück, sein Gewissen schrie ihn an. Wir sind beide betrunken. Ansonsten würde sie das nicht einmal in Erwägung ziehen. „Abby…“
Sie rollte mit den Augen und erwartete seine Worte. „‘Abby, du bist betrunken, ich würde dich ausnutzen und ich bin so viel älter als du…‘“ Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen schüttelte sie den Kopf. „Ich bin alt genug, um zu wissen, was ich will, Gibbs. Dann hatte ich eben ein paar Bier, na und? Heißt das etwa, dass ich nicht von dir phantasiere, wenn ich nüchtern bin?“
Er holte Luft, um zu protestieren, aber sie legte ihre Hand über seinen Mund. „Ich bitte dich nicht, mich zu heiraten. Es ist nur ein wenig Spaß.“ Bevor er widerstehen konnte zog sie ihn durch ihre Tür, schloss und verschloss diese in Rekordzeit und küsste ihn erneut, langsam und tief.
Stunden später, als ihm die ungeheuren Ausmaße dessen, was geschehen war, klar wurden, entschuldigte er sich. Sie hob ihren Kopf ein wenig von seiner Brust und sagte ihm, er solle verdammt nochmal die Klappe halten. Sie diskutierten. Sie gewann, hauptsächlich deswegen, weil er seine Taten nicht mal das kleinste bisschen bereute. Das Leben ging wie gewohnt weiter.
~*~*~*~
Auch Jahre später ist ihre Freundschaft so stark wie eh und je. Sie reden nie über diesen einen Aspekt ihrer Freundschaft. Sie fangen Beziehungen an und beenden sie wieder, er trifft sich eine Weile mit einem mysteriösen Rotschopf, sie geht ein Jahr lang immer mal wieder mit Tim McGee. Sie tauschen sich über ihre Erfahrungen nicht aus oder zeigen mehr als oberflächliches Interesse am Privatleben des anderen.
Aber ab und an, wenn die Zeiten stürmisch werden, fängt er ihren Arm, wenn sie von einer Ecke ihres Labors zur anderen rennt, zieht sie eng an sich, um sie zu fragen, ob sie für die Nacht frei ist. Oder sie fängt seinen Blick im Aufzug, zieht eine Augenbraue in die Höhe und gebärdet stumm mit ihren Händen: Ich brauche dich.
Und ohne nachzufragen, egal ob es gerade einen anderen wichtigen Jemand in ihren Leben gibt, steht er dann vor ihrer Tür. Sie verbringen die Nacht miteinander, machen immer wieder und wieder Liebe, aber sie sprechen nie über die Umstände, die zu dem Treffen geführt haben.
Als Gibbs‘ Besessenheit von Ari Haswari wächst, besucht er sie oft, lässt seine Frustration an ihr aus, fickt sie beinahe gewalttätig. Sie versteht, ermutigt es sogar, gibt sich ihm vollkommen hin. Als Kate getötet wird, vergräbt sie ihr Gesicht an seinem Hals, um ihre Trauer zu verstecken, während er in sie dringt. Nachdem sie nur knapp dem Tod durch Chips Hände entrinnt, fährt er sie nach Hause, drückt sie gegen die Wand und vergräbt seinen Kopf zwischen ihren Schenkeln bis sie schreit und zu Boden sinkt.
Als ihr Mikel Mawher Problem ans Licht kommt und sie die Nacht in seinem Haus verbringt, kuriert er ihre von Angst getriebene Schlaflosigkeit, küsst sie bis die Angst von einem prickelnden Bedürfnis überschattet wird. Sie übernimmt die Kontrolle, reitet sie beide zu einem intensiven Höhepunkt und schläft dann auf ihm ein, ihre Beine immer noch um seine geschlungen.
Nur Wochen später, als er einen Finger auf ihre Lippen legt, um die Flut von Worten, die über sie kommen will, zurückzudrängen – Gibbs, nein, bitte, denk darüber nach, ich weiß du bist wütend, ich weiß du bist traurig, aber bitte verlass mich nicht! – weiß sie, dass er sie später am Abend besuchen wird. Und als die Türglocke klingelt, wischt sie sich die Tränen weg und fliegt zur Tür, reißt sie auf um sich selbst in seine Arme zu werfen und ihren beider Schmerz mit ihren Küssen zu betäuben.
Vier Monate später öffnet sie ihre Tür mit einem verwirrten Stirnrunzeln, nur um ihn vor sich zu sehen, gebräunt und mit Bart. Zum ersten Mal seit er sie kennt, ist sie sprach- und bewegungslos. Er streckt eine Hand aus, um über ihre Wange zu streicheln, unsicher darüber, wie sie ihn empfangen wird, doch dann bewegt sie sich mit einem Freudenschrei auf ihn zu und küsst ihn so hart, dass es fast weh tut.
Das Leben kehrt danach schnell zur Normalität zurück. Die ersten paar Monate besucht er sie ein paar Mal pro Woche, ungefragt, heilt damit die Kluft, die ein Dritteljahr des Abstands verursacht hat.
Nach einer Weile, als ihre neu gefundene Zuckerabhängigkeit abnimmt und sie keine Angst mehr davor hat, dass er wieder geht wird, gehen sie zurück zu ihren alten Signalen. Abby fängt an, mit Marty auszugehen und Gibbs beginnt eine turbulente Beziehung mit Lieutnant Colonel Hollis Mann.
Keiner von ihnen hat irgendwelche Skrupel, seinen Partner anzulügen. Es ist kein Betrug. Es ist Abby und es ist Gibbs. Es ist ihr Geheimnis, weil es das sein muss. Die Wahrheit würde zu viele Komplikationen verursachen und eine Bindung steht außer Frage.
Sie behalten es für sich selbst und leben ohne Schuld. Es ist keine Beziehung und das ist der Grund dafür, dass es funktioniert.