„Ich habe nie nach dir gesucht, doch als ich dich fand,
wusste ich, dass ich dich schon verloren hatte.“
So war es, Luv, ich wusste von Anfang an, dass ich dich
verloren hatte. Es gab nie eine Chance und es wird auch in Zukunft keine
geben. Ich bin dankbar für jede Nacht, jedes Gespräch, jede Sekunde, die ich
dich bei mir wissen darf, denn was bleibt mir noch anderes übrig?
Alle sagen mir, ich sei viel zu fixiert auf dich, festgefahren
in meinen Wünschen und Träumen, aber ist das nicht normal, wenn man liebt?
Wieso werde ich von allen – inklusive dir – als verliebter Trottel
abgestempelt? Wieso darf ich nicht einfach mit dir glücklich sein?
Ich kenne die Antwort. Zwei Welten, nicht wahr? Ich weiß gar
nicht mehr, wer es sagte, aber der oder diejenige hatte Recht. Du stehst im
Licht, bist in der Blüte deines Lebens und ich, ich stehe im Schatten und lebe
nur durch dich. Sauge alles, was du bereit bist, mir zu geben, auf, wie ein
Schwamm, nur um mich für einen Moment lebendig und nicht mehr ganz so leer zu
fühlen, denn weißt du, es tut weh.
Immer, wenn ich wieder einen Fehler mache, weil ich deine Welt
nicht kenne, tut es weh. Ich sehe dich an, Kätzchen, und alles was ich sehe,
strahlt und bringt mein kaltes Herz zum Überquellen vor Liebe. Doch für dich
bin ich nur eine Schattengestalt. Vielleicht bemitleidest du mich, aber die
meiste Zeit über ekle ich dich an – weil ich ein Fremdkörper in deiner Welt
bin.
Deswegen sitze ich hier, schreibe einen Brief an die Person,
die ich über alles liebe, für die ich bereit wäre zu sterben, und weiß genau,
dass ich zu feige sein werde, ihn dir zu geben. Du würdest mich ansehen und
mir sagen, wie erbärmlich ich bin, würdest dich lustig machen über meine Liebe
zu dir. Ich weiß, dass du mich auch liebst, aber dennoch werden wir nie eine
Chance haben, Kätzchen, und weißt du auch wieso?
Weil wir, egal wie gleich unsere grundlegenden Bedürfnisse und
unsere Charaktere auch sein mögen, wir unsere Welten niemals werden vereinen
können. In deinen Augen werde ich immer der verstümmelte Vampir sein, der
nichts besseres zu tun hat, als einem unerreichbarem Ziel hinterher zu rennen.
Und vielleicht, ganz vielleicht, Luv, ist es besser so. Denn wo
würde es enden, wenn wir eine Chance bekämen?
Wir würden uns zerstören, uns wehtun. Und weißt du, ich will
dir nicht weh tun, will nicht sehen, wie du an mir zu Grunde gehst, will dich
nicht gehen sehen und allein zurück bleiben, mit dem Wissen, dass ich dich
verloren habe, weil ich es nicht wert war, bei dir zu sein.
Du lebst im Licht und ich im Schatten. Du hast so viele
Freunde, Menschen, die du liebst und die dich lieben, und wen habe ich?
Wieso sind wir uns im Innern so ähnlich, wenn wir so
unterschiedliche Leben führen?
Egal was ich tue, wie viel ich grüble, ich bekomme keine
Antwort auf meine Fragen. Und zum ersten Mal in meinem Leben, habe ich
wirklich Angst vor meiner Zukunft, weil ich weiß, dass da, egal was ich tun
werde und was kommt, unendlich großer Schmerz auf mich wartet. Größer als
jeder Schmerz, den ich bisher gekannt habe.
Luv, so theatralisch es sich auch anhören mag, wenn ich
zwischen deinem und meinem Glück wählen müsste, ich würde deines wählen, denn
für mich gibt es keine Hoffnung mehr, aber du, du hast noch die Chance auf
dein Glück, die Liebe deines Lebens und weiß der Geier was noch.
Buffy, Kleines, ich liebe dich. Und das werde ich tun, bis ich
zu Asche werde.
Ende