Inhalt

Spike schreibt Buffy einen Brief. Ein toter Brief ist ein Brief, der niemals zugestellt wurde.

Pairing: Buffy/Spike

Altersfreigabe: Keine

Genre: Drama

*komplett*

 

Der tote Brief

„Ich habe nie nach dir gesucht, doch als ich dich fand, wusste ich, dass ich dich schon verloren hatte.“
 
So war es, Luv, ich wusste von Anfang an, dass ich dich verloren hatte. Es gab nie eine Chance und es wird auch in Zukunft keine geben. Ich bin dankbar für jede Nacht, jedes Gespräch, jede Sekunde, die ich dich bei mir wissen darf, denn was bleibt mir noch anderes übrig?
Alle sagen mir, ich sei viel zu fixiert auf dich, festgefahren in meinen Wünschen und Träumen, aber ist das nicht normal, wenn man liebt? Wieso werde ich von allen – inklusive dir – als verliebter Trottel abgestempelt? Wieso darf ich nicht einfach mit dir glücklich sein?
 
Ich kenne die Antwort. Zwei Welten, nicht wahr? Ich weiß gar nicht mehr, wer es sagte, aber der oder diejenige hatte Recht. Du stehst im Licht, bist in der Blüte deines Lebens und ich, ich stehe im Schatten und lebe nur durch dich. Sauge alles, was du bereit bist, mir zu geben, auf, wie ein Schwamm, nur um mich für einen Moment lebendig und nicht mehr ganz so leer zu fühlen, denn weißt du, es tut weh.
Immer, wenn ich wieder einen Fehler mache, weil ich deine Welt nicht kenne, tut es weh. Ich sehe dich an, Kätzchen, und alles was ich sehe, strahlt und bringt mein kaltes Herz zum Überquellen vor Liebe. Doch für dich bin ich nur eine Schattengestalt. Vielleicht bemitleidest du mich, aber die meiste Zeit über ekle ich dich an – weil ich ein Fremdkörper in deiner Welt bin.
 
Deswegen sitze ich hier, schreibe einen Brief an die Person, die ich über alles liebe, für die ich bereit wäre zu sterben, und weiß genau, dass ich zu feige sein werde, ihn dir zu geben. Du würdest mich ansehen und mir sagen, wie erbärmlich ich bin, würdest dich lustig machen über meine Liebe zu dir. Ich weiß, dass du mich auch liebst, aber dennoch werden wir nie eine Chance haben, Kätzchen, und weißt du auch wieso?
Weil wir, egal wie gleich unsere grundlegenden Bedürfnisse und unsere Charaktere auch sein mögen, wir unsere Welten niemals werden vereinen können. In deinen Augen werde ich immer der verstümmelte Vampir sein, der nichts besseres zu tun hat, als einem unerreichbarem Ziel hinterher zu rennen.
 
Und vielleicht, ganz vielleicht, Luv, ist es besser so. Denn wo würde es enden, wenn wir eine Chance bekämen?
Wir würden uns zerstören, uns wehtun. Und weißt du, ich will dir nicht weh tun, will nicht sehen, wie du an mir zu Grunde gehst, will dich nicht gehen sehen und allein zurück bleiben, mit dem Wissen, dass ich dich verloren habe, weil ich es nicht wert war, bei dir zu sein.
Du lebst im Licht und ich im Schatten. Du hast so viele Freunde, Menschen, die du liebst und die dich lieben, und wen habe ich?
 
Wieso sind wir uns im Innern so ähnlich, wenn wir so unterschiedliche Leben führen?
 
Egal was ich tue, wie viel ich grüble, ich bekomme keine Antwort auf meine Fragen. Und zum ersten Mal in meinem Leben, habe ich wirklich Angst vor meiner Zukunft, weil ich weiß, dass da, egal was ich tun werde und was kommt, unendlich großer Schmerz auf mich wartet. Größer als jeder Schmerz, den ich bisher gekannt habe.
 
Luv, so theatralisch es sich auch anhören mag, wenn ich zwischen deinem und meinem Glück wählen müsste, ich würde deines wählen, denn für mich gibt es keine Hoffnung mehr, aber du, du hast noch die Chance auf dein Glück, die Liebe deines Lebens und weiß der Geier was noch.
 
Buffy, Kleines, ich liebe dich. Und das werde ich tun, bis ich zu Asche werde.
 
 
Ende
 
 
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