
Bild von anja25ive
Autor: AbbyGibbs
Originalstory:
http://www.fanfiction.net/s/3807132/1/
Übersetzer: Elfenwesen
Inhalt: Nachdem Abby wieder einmal fast getötet worden wäre,
kann sie abends nicht einschlafen und fährt zu dem einzigen Mensch, der sie
beruhigen kann...
Spoiler: Spielt nach 4x20 "Das Buch zum Mord/Cover Story"
Altersfreigabe: alle Altersklassen
Teil: 1/1
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I
own any rights to the television show "Navy NCIS". They were created by Donald
P. Bellisario and Don McGill and belong to them and the CBS Television Network.
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Abby/Gibbs
Beta: Cloegirl
~*~*~*~*~
Abby lag in ihrem Sarg und starrte an die Decke. Sie hätte heute getötet werden können.
McGee und seine dummen Ideen... wie konnte er nur daran denken, dass McGregor und Amy am heiraten würden? Das ist dermaßen weit weg von der Realität. Es wäre das denkbar schlechteste Ende für dieses Buch gewesen. Und wer zur Hölle hätte geglaubt, dass das der Wahrheit entsprechen könnte? Nein... das war wirklich dumm. Dieser Typ hat eindeutig einen Vogel.
Fragte sie sich eine Weile lang, ehe sie entschied, dass sie ohnehin nicht schlafen können würde. Sie setzte sich aufrecht hin, atmete tief ein und kletterte aus dem Sarg.
Seine blauen Augen... sie wollte, sie musste sie jetzt sehen. Sie waren wie ein Ozean und alles, was sie je gewollt hatte, wenn sie sie ansah, war, sich vollständig in ihnen zu verlieren. Gibbs brachte sie dazu, sich sicher zu fühlen. Wann auch immer sie in Gefahr war, in dem Moment, in dem er auftauchte, wusste sie, dass sie in Sicherheit war.
Abby wusste nicht warum, aber sie musste ihn sehen, jetzt bei ihm sein, in genau diesem Moment. Sie hetzte ins Badezimmer, zog sich ungeschickt ihre Sachen, wobei sie beinahe jedes einzelne Kleidungsstück verfluchte, weil es ihr nicht schnell genug ging. Ein paar Momente später, als sie endlich fertig war, rannte sie schon fast die Treppen hinunter und packte im Vorübergehen ihre Schlüssel, als sie aus dem Haus ging.
Sie wusste nicht warum oder wie – und es hätte sie nicht weniger interessieren können. Was sie wusste war, dass sie ihn sehen musste, bei ihm sein musste.
Während sie zu Gibbs' Wohnung fuhr, hoffte sie, dass sie ihn nicht stören würde, während Colonel Mann bei ihm war. Bei dem Gedanken wurde ihr schlecht. Abby mochte diese Frau ganz und gar nicht, sie war so... überheblich und nicht richtig für ihn.
Jedes Mal wenn sie mit Gibbs ins Labor kam, hatte Abby den Eindruck, dass Mann sie erschießen würde, wenn sie in ihre Richtung schaute, als ob sie sagen wollte: "Nicht anfassen, Gibbs gehört mir!"
Gibbs gehörte niemandem und bestimmt nicht ihr. Und sowieso, was ging da zwischen ihr und Direktor Shepard ab? Hatten sie vergessen, dass Leroy Jethro Gibbs ein menschliches Wesen und kein Stück Fleisch war, das man im Supermarkt kaufen konnte?
Gibbs war weit davon entfernt, das zu sein... Er war ein wundervoller, starker Mann mit unglaublich blauen Augen, der genau wie sie coffeinsüchtig war – und der sich um andere sorgte, denn sonst würde er nicht so viele Überstunden machen oder dermaßen sauer sein, wenn er wusste, dass jemand in Gefahr war und er keine Verbindung zum Tatverdächtigen ausmachen konnte.
Darum mag ich ihn so sehr. Darum lie... Oh mein Gott! War sie wirklich drauf und dran zu sagen: 'darum liebe ich ihn so sehr'? Wenn sie so darüber nachdachte, war das vielleicht der Grund, weswegen sie weder Shepard noch Mann mochte. Und das war vielleicht auch der Grund dafür, weshalb sie Ziva am Anfang nicht gemocht hatte. Gibbs hatte ihr ein wenig zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Abby hatte damals gewusst, dass sie sich kindisch verhielt, aber sie konnte nicht anders. Jedes Mal, wenn sie Ziva sah, fühlte sie diese ziehende Eifersucht in ihrem Bauch.
Abby fühlte sich plötzlich dumm. Wie kam es, dass sie es nicht früher bemerkt hatte? Sie hatte sich in ihren Boss verliebt.
Oh nein...
Es war nicht sein Alter, vor dem sie Angst hatte. Nein, sie war schon mit Männern ausgegangen, die wesentlich älter waren als Gibbs und sie wusste, dass es ihn nicht im Geringsten stören würde. Gibbs war nicht die Art Mann, die sich darum schert, was andere von ihnen hielten.
Nein, sie hatte Angst davor, dass er nicht dasselbe für sie empfinden könnte. Sie glaubte nicht, dass sie damit umgehen könnte, wenn das der Fall war. Sie brauchte ihn genauso sehr in ihrem Leben – wenn nicht noch mehr – wie die Luft zum Atmen. Sie war nach seinen blauen Augen süchtig.
Sie fühlte, wie die Tränen ihre Augen befeuchteten, als sie an seinem Haus ankam. Abby wischte sich die Tränen ab und nahm einen tiefen Atemzug, ehe sie den Motor abstellte. Sie wusste, dass es der einzige Weg war, es herauszufinden und ihre Gefühle zu beruhigen, aber plötzlich fühlte sie sich starr vor Schreck. Abby atmete noch ein paar Mal tief ein und versuchte, wieder die Kontrolle über sich selbst zu erlangen – womit sie nicht gerade großen Erfolg hatte.
Komm schon, Abbs, das schaffst du.
Endlich öffnete sie die Autotür und stieg aus. Wie sie Gibbs kannte, war seine Haustür vermutlich nicht abgeschlossen und er selbst befand sich in seinem Keller, wo er an seinem Boot arbeitete, um den Stress des Tages abzubauen.
Vielleicht trank er auch – aber natürlich nicht, um sich zu betrinken, sonst wäre er nicht mehr dazu in der Lage, sein Boot abzuschleifen.
Sie würde nie die Nacht vergessen, in der sie betrunken in seinem Keller gewesen war, weil sie Angst vor Mikel Mawher gehabt hatte. Sie hatte sich wie ein kompletter Vollidiot betrunken – und sie war sich bewusst, das es dumm war und ihr nichts Gutes tun würde, aber sie war nicht in der Lage gewesen zu widerstehen.
Gibbs war runter gekommen, während sie mit sich selbst sprach, wie sie es immer tat, wenn sie sich vor etwas oder jemandem fürchtete. In diesem speziellen Fall war es Mikel, er hatte sie zum Wahnsinn getrieben. Am meisten deswegen, weil sie keinerlei Kontrolle über die Situation oder ihre Ängste hatte und das gab ihr das Gefühl, schwach und machtlos zu sein, und das hasste sie. Abby hatte sich entschlossen zu trinken, vielleicht in der Hoffnung, der Alkohol würde ihre Ängste hinweg spülen. Sie hatte die Flasche in der einen, das Schleifpapier in der anderen Hand gehalten. Das musste ein ziemlicher Anblick für ihren Boss gewesen sein, seine forensische Expertin betrunken in seinem Keller. Wie dumm sie gewesen war, Gott sei Dank hatte sie sich nicht an ihn herangemacht.
In einem bestimmten Moment war er hinter sie getreten und hatte seine Hand auf ihre gelegt, um ihre Bewegungen zum Abschleifen des Bootes zu korrigieren. Es hatte sich so gut angefühlt, diese simple Berührung seiner Hand auf ihrer hatte einen Schauer der Wärme durch ihren ganzen Körper gejagt. Seit dem Tag, an dem sie ihn kennen gelernt hatte, war es so. Jedes Mal, wenn er sie mit seinen himmelblauen Augen ansah, jedes Mal, wenn er nur neben ihr stand, um ihr über die Schulter auf ein paar Testresultate oder dergleichen zu schauen.
Sie liebte ihn. Nicht wie den Boss oder den großartigen Freund, der er ohne Zweifel war. Nein. Abby hatte sich in ihn verliebt. Eigentlich, wurde ihr plötzlich klar, war sie bis über beide Ohren in ihn verliebt.
Ari war im Autopsiesaal und hatte Kate und Ducky als Geiseln genommen. Gibbs war runter gegangen, um ihm zu bringen, was er verlangt hatte, und wurde in die Schulter geschossen. Abby hatte sich wochenlang geweigert, den Raum auf Grund eines Albtraums zu betreten, aber sobald sie hörte, dass er angeschossen worden war, war alles, was sie tun wollte, runter zu gehen und nachzusehen, wie schlimm es ihn erwischt hatte. Nichts anderes spielte mehr eine Rolle, ihre Ängste waren vergessen.Alles, was sie damals gewollt hatte, war, ihn zu sehen, und nichts anderes...
Während sie auf Gibbs' Haustür zuging, nahm sie einen tiefen Atemzug. Sie würde ihm ihre Gefühle für ihn gestehen – es gab nur zwei Möglichkeiten, was passieren könnte, entweder fühlte er dasselbe oder er tat es nicht. Wenn er es nicht tat, so hoffte Abby, würde er es ihr nicht verübeln und sie könnten weiter Freunde bleiben.
Abby fühlte, wie sich ihr Herzschlag verschnellerte, als sie dabei war, den Türknauf zu drehen. Wie sie es erwartet hatte, war die Tür nicht verschlossen. Als sie langsam durch sein Haus ging, musste sie lächeln. Er war und würde auch immer ein Marine bleiben.
Als sie sich der Kellertür näherte, schloss Abby die Augen, in dem Versuch, ihren rasenden Herzschlag zu beruhigen, außerdem versuchte sie die aufwogenden Wellen der Angst und Traurigkeit zu unterdrücken, die plötzlich drohten, sie zu übermannen.
Sie atmete tief ein, bevor sie ihre Augen öffnete und die kleine Distanz überquerte, die sie von der Kellertreppe trennte.
"Gibbs?", rief sie.
"Abby?"
"Yeah, kann ich runter kommen?"
"Natürlich kannst du. Du musst nicht um Erlaubnis bitten, Abbs", sagte er ihr, während er sie beobachtete, wie sie die Treppen herabstieg.
Als sie stumm auf der untersten Stufe der Treppe stehen blieb, wusste Gibbs sofort, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Das Blitzen, das normalerweise in ihren schönen grünen Augen tanzte war nicht da, das konnte er sogar in dem dämmrigen Licht des Kellers erkennen.
"Gibbs...", flüsterte sie mit einer rauen Stimme. Dann brachen die Tränen, die sie so lange bekämpft hatte, aus ihr heraus und rollten ihre Wangen hinunter.
Gibbs machte die wenigen notwendigen Schritte, bis er an ihrer Seite war.
"Abby, was ist los?", fragte er sie, die Sorge war deutlich in seiner Stimme zu hören, als er die Tränen mit seinem Daumen sanft fortwischte.
"Könntest du mich bitte einfach halten?", bat sie ihn mit zittriger Stimme.
Jethro Gibbs antwortete nicht. Er öffnete seine Arme und Abby kuschelte sich an seine Brust. Ihre Arme schlangen sich um seine Taille und hielten ihn so fest, dass er verblüfft war.
"Hey Abbs, schone einen alten Mann wie mich...", sagte er in einem leichten Tonfall.
Sich gerade genug zurückziehend, um von ihren verweinten Augen in seine schauen zu können, sagte Abby ihrem Boss: "Du bist nicht alt."
Gibbs lächelte sanft. "Also erzählst du mir, weshalb deine hübschen Augen ganz rot und voller Tränen sind?"
Er lockerte seine Umarmung, hielt sie aber immer noch in einem Arm und wischte ihr mit dem Daumen der anderen Hand die Tränen aus dem Gesicht, die wieder begonnen hatten zu fallen. Abby seufzte. Sie wollte es ihm wirklich sagen, aber plötzlich schien es ihr so, als würde seine Nähe sie lähmen. Sie öffnete ihren Mund, um etwas zu sagen, aber kein Laut dran über ihre Lippen.
Sag was, Abbs, oder tu was, irgendwas...
Dann schaffte sie es endlich, etwas zu tun, ohne zu denken, als wäre sie auf Autopilot oder so – sie hätte es nie bei vollem Bewusstsein getan, sonst hätte sie sich selbst Vernunft eingeredet.
Abby schaute Leroy Jethro Gibbs unverwandt in die Augen, dann schweifte ihr Blick ab zu seinen Lippen und wieder hoch zu seinen Augen, ehe sie sich langsam nach vorn lehnte und seine Lippen sanft mit ihren liebkoste.
Gibbs war so überrascht, dass er nicht sofort reagierte – er brauchte allerdings nur den Bruchteil einer Sekunde. Er wich nicht zurück. Jethro erwiderte den Kuss langsam und genoss das Gefühl ihrer weichen Lippen auf seinen. Sein Daumen befand sich immer noch nur knapp unter ihrem Auge, also öffnete er seine Hand ganz und senkte sie gerade so weit, dass er ihre Wange mit ihr umschließen konnte.
Abby ließ von seinen Lippen ab und schaute überall hin, nur nicht auf ihn.
"Es... es tut mir leid, Gibbs, ich weiß nicht, was über mich gekommen ist."
Gibbs rechter Mittelfinger glitt unter ihr Kinn, was sie zärtlich dazu zwang aufzusehen.
"Entschuldige dich nie, Abbs." Er lächelte sanft.
"Aber...", fing sie an zu protestieren.
"Shh. Ich hab dich nicht weggestoßen, oder?"
Abby dachte für einen Moment über das, was er eben gesagt hatte, nach. Hieß das, dass... Gibbs... Nein... Ihr Gedankengang stoppte und plötzlich fing ihr Kopf an sich zu drehen, als seine Lippen ihre wieder einfingen, und jeder zusammenhängende Gedanke verflüchtigte sich aus ihrem Gehirn. Dieses Mal war der Kuss fordernder als der erste und er wurde schnell vertieft.
Als sie sich schließlich trennten, weil sie atmen mussten, presste er seine Stirn gegen ihre und sie lächelten beide.
"Gibbs...", flüsterte sie sanft.
"Ich weiß, Abbs. Ich liebe dich auch", sagte er ihr in einem zärtlichen Tonfall. "Ich glaube, das ist der Grund, weshalb du gesagt hast, dass Agent McGregor Amy Sutton nicht heiraten kann..."
Lächelnd fuhr sie für ihn fort: "... denn sie liebt Agent Tibbs."
Sie küssten sich wieder und die Welt verschwand um sie herum, als sich ihr Kuss einmal mehr vertiefte. Und zurück blieben nur Empfindungen und Liebe.
The End