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Original Autor: Chirugal
Link zu Originalstory: http://www.fanfiction.net/~Chirugal
Übersetzer: Elfenwesen


Inhalt: „Ohoh… ich glaube, du hast den Notstoppknopf einmal zu viel missbraucht, Gibbs...“ Als sie im Aufzug festsitzen, müssen Gibbs und Abby einen Weg finden, sich zu beschäftigen.
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "Navy NCIS". They were created by Donald P. Bellisario and Don McGill and belong to them and the CBS Television Network.
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Abby/Gibbs
Beta:  CloeGirl

*~*~*~*~*

„Wer ist dein liebster Special Agent?“, fragte Tony und wedelte mit einem extra großen Caf-Pow! vor meiner Nase herum.

„Das ist Gibbs“, gab ich zurück, entriss ihm das Caf-Pow! und nahm sofort einen riesigen Schluck. Ah, koffeinische Gottheit.

„Er wird jede Minute aus Quantico zurück sein“, erzählte mir Tony. „Und er will so schnell wie möglich einen Namen zu dem Sicherheitsband.“

Ich rollte mit den Augen und fragte mich, weshalb er sich überhaupt die Mühe machte. „Wir haben gerade aufgelegt und ich bin fast fertig. Was gibt’s?“

Tony zögerte, ehe er mit dem Kopf schüttelte. „Warum sollte es was geben?“

Amüsiert setzte ich das Getränk ab und grinste ihn an. „Weil du hier unten bist und versuchst, deine Gibbs-Imitation zu machen, und das machst du nur, wenn dich jemand dazu bringt, dich minderwertig zu fühlen.“

Tony blickte finster und öffnete schon den Mund, um etwas zurückzugeben, als sein Handy klingelte und ihn unterbrach. „Ich fühle mich nicht minderwertig“, sagte er bockig, bevor er zum Aufzug ging, um das Gespräch anzunehmen.

Ich schüttelte den Kopf und wendete mich wieder dem Bild zu, dessen Qualität ich in der letzten Stunde verbessert hatte. Ich hatte schon so eine Idee, wer das auf dem Band sein könnte, aber ich musste es noch etwas weiter bearbeiten, um sicher sein zu können.

Ein paar Minuten später war ich fertig und Petty Officer Watkins‘ Gesicht war klar und deutlich auf meinem Bildschirm zu erkennen. „Hab dich!“, rief ich triumphierend aus, betätigte den Drucker-Button auf meiner Tastatur und wartete darauf, dass der Drucker seine Arbeit machen würde. Als das erledigt war, legte ich das Bild in einen Papierhefter und machte mich auf den Weg zum dritten Stock. Ich wusste, dass ich es Gibbs einfach hätte emailen können, aber er schätzte es immer, wenn ich die Dinge auf die langsame, unpraktische Art tat.

Die Türen des Aufzugs glitten hinter mir zu und ich zappelte herum, während er sich nach oben in Bewegung setzte und dann im Erdgeschoss langsamer wurde.

Gibbs trat in den Aufzug und sah etwas angepisst aus. Es war also ein typischer Tag.

„Gibbs! Genau der Mann, den ich sehen wollte!“, begrüßte ich ihn enthusiastisch, wobei ich die Tatsache, dass ich mich zu ihm hingezogen fühlte, wie immer mit meiner Hyperaktivität verbarg.

Er schaute aus egal welchem Tagtraum er gerade gehabt hatte auf und lächelte müde. „Hey Abbs. Hast du das Bild für mich?“

Ich zeigte ihm stolz den Hefter. „Rate, wer es ist.“

Gibbs starrte das Bild einen langen Moment lang an, bevor er den Hefter energisch schloss. „Das war ganze Arbeit, Abby“, sagte er mir und lehnte sich zu mir, um mir einen sanften Kuss auf die Wange zu geben.

Ich kann mich nie beherrschen, wenn er das tut. Mein Lächeln wurde so breit, dass ich dachte, es würde mein Gesicht zerteilen, und für das millionste Mal in dieser Woche dankte ich Gott dafür, dass ich nicht schnell errötete. Um mich selbst abzulenken, fragte ich ihn: „Also was ist mit Tony los? Hast du ihn wieder an der kurzen Leine?“

Gibbs zog eine Augenbraue nach oben. „Würde ich das tun?“ Bevor er es näher ausführen konnte, rüttelte der Aufzug und ich stolperte gegen die Wand, als wir anhielten. Das Licht dämmte sich automatisch und für eine Sekunde starrten wir uns nur verblüfft gegenseitig durch die Dunkelheit hindurch an.

„Ohoh… ich glaube, du hast den Notstoppknopf einmal zu viel missbraucht, Gibbs“, sagte ich ihm und drückte einige der Knöpfe in der Hoffnung, dass wir weiter fahren würden. Nichts passierte.

„Verdammt“, murmelte Gibbs. „Irgendwelche Ideen?“

Trotz der Situation musste ich meine Belustigung zurück kämpfen. „Du hast Glück, dass ich hier bin. Wenn du allein wärst, sähst du ganz schön alt aus.“ Ich drückte den Alarm-Knopf, der die Rezeption auf unsere missliche Lange aufmerksam machen würde.

Innerhalb von ein paar Sekunden drang eine blecherne Stimme aus den Lautsprechern: „Was ist das Problem?“

„Hey Tom!“, antwortete ich, als ich seine Stimme erkannte. „Wir stecken im vorderen Aufzug fest, zwischen dem zweiten und dritten Stock.“

„Verstanden“, gab mein Freund zurück. „Wer ist bei dir?“

„Special Agent Gibbs, und wir haben kein Koffein, wir müssen hier also wirklich schleunigst raus.“

Tom lachte. „Wir werden uns gleich dranmachen. Könnte allerdings ein wenig dauern.“

Gibbs überprüfte sein Handy, doch wie vorherzusehen war, hatte er kein Netz. "Schnappen Sie sich Special Agent DiNozzo oder Todd. Sagen Sie ihnen, sie sollen Watkins bringen – das ist unser Mann."

Tom stimmte zu und beendete die Verbindung.

"Du bist nicht klaustrophobisch, oder?", fragte ich Gibbs, obwohl ich bereits wusste, dass er es nicht war, aber ich brauchte etwas zum Reden. Etwas, das nicht klang wie: Also, hier sind wir, gefangen in einem Aufzug, nur du und ich... willst du rummachen?

Er schüttelte den Kopf, während ich mich gegen die Wand lehnte. "Du?"

"Ich schlafe in einem Sarg, Gibbs", erinnerte ich ihn mit einem leichten Grinsen. "Ich langweile mich schnell, aber ich bin nichts klaustrophobisch."

Gibbs griff an mir vorbei, um es nochmal mit den Knöpfen zu probieren. Es war aussichtslos und das wussten wir beide. Als er sich zurückzog, streifte sein Arm meinen. Ich schluckte und versuchte, mich auf etwas anderes zu konzentrieren, aber es gab nicht viel, auf das ich mich hätte konzentrieren können.

"Ich könnte wirklich einen Kaffee gebrauchen", murmelte er und ich musste lachen.

Da kam mir eine Idee – kindisch, aber es könnte mich gerade genug ablenken, um mich selbst davon abzuhalten zusammenzubrechen und Gibbs meine Liebe zu gestehen. "Willst du Wahrheit oder Pflicht spielen?"

Er warf mir einen amüsierten Blick zu. "Sind wir dafür nicht beide etwas zu alt?"

"Hey, ich würde ja Tic-Tac-Toe vorschlagen, aber ich habe keinen Stift."

Er hielt eine Sekunde inne und Stille legte sich über den Aufzug. Vielleicht deswegen stimmte er zu. "Ich fange an. Wahrheit oder Pflicht?"

Überrascht darüber, dass er tatsächlich mitmachte, zuckte ich mit den Schultern. "In diesem Aufzug gibt es nicht viele Pflichten. Ich nehme Wahrheit."

Während ich auf seine Frage wartete, starrte ich hinauf zu der Luke in der Decke, die aus dem Aufzug hinaus führte. Ich fragte mich, ob wir sie wohl benutzen würden müssten.

"Wie stehen die Dinge zwischen dir und McGee?"

Ich blinzelte, die Frage kam aus heiterem Himmel. "Nunja... wir haben uns vor sechs Monaten getrennt. Eine Zeit lang war es schwierig...", sagte ich langsam. "Aber wir haben es geschafft, es hinter uns zu lassen und jetzt sind wir ziemlich gute Freunde, denke ich. Warum fragst du?"

"Manchmal bist du schwer zu lesen", war alles, was er sagte.

Fasziniert von seinem Interesse dachte ich eine Sekunde darüber nach, bevor ich die Frage stellte: "Wahrheit oder Pflicht?"

"Wahrheit", sagte er, mit dem Hauch eines Lächelns auf seinen Lippen.

Ich dachte noch etwas nach. Obwohl ich ihn liebend gern gefragt hätte: Also, würdest du jemals eine Beziehung mit jemandem in Betracht ziehen, der zwanzig Jahre jünger ist als du, Tattoos und wilde Spiele zwischen den Laken liebt? Ich wusste, dafür wäre ich niemals mutig genug. "Was ist das mit den Rothaarigen?", fragte ich stattdessen, und gewann ihm damit ein Lachen ab. Ein paar Sekunden starrte er mich mit einer unlesbaren Mine an, aber ich zog nur eine Augenbraue hoch und tat so, als würde ich nur die Gerüchteküche etwas in Gang bringen wollen.

"Ganz ehrlich?", sagte er schließlich. "Sie tendieren dazu, nicht ganz so eingeschüchtert von mir zu sein, wie andere Frauen."

Das hatte ich nicht erwartet. "Kate und ich sind keine Rothaarigen und wir sind auch nicht von dir eingeschüchtert", betonte ich, und warf Kates Namen in die Runde, damit es etwas unpersönlicher klang.

"Kate ist es auf jeden Fall", erzählte mir Gibbs, ließ sich aber nicht anmerken, dass ich mich auch selbst in dem Satz genannt hatte. Ich dachte darüber nach, seine Aufmerksamkeit darauf zu lenken, entschied mich dann aber dagegen. Eingeschüchtert von ihm? Nah, ich wollte nur seinen Respekt behalten, ganz abgesehen von meinem Job. "Wahrheit oder Pflicht", fragte Gibbs.

"Wahrheit."

Dieses Mal gab es kein Zögern. "Was ist dein Typ?"

Ältere Männer mit durchdringenden blauen Augen und silbernem Haar. Die Worte wollten nicht über meine Lippen, also zuckte ich stattdessen mit den Schultern. "Körperlich? Alter, Haarfarbe, Körperbau... spielt nicht wirklich eine Rolle. Ich meine, wenn er heiß ist, dann umso besser, aber es hängt von der Einstellung, Intelligenz und so etwas ab."

Als ich aufsah, hatte Gibbs wieder diesen undurchschaubaren Gesichtsausdruck aufgelegt. Ich konnte nicht sagen, was er gerade fühlte, also entschied ich mich, nichts mehr zu sagen. "Wahrheit oder Pflicht?"

"Wahrheit."

Ach, was soll's. "Was denkst du gerade?"

Ich sah ihm an, dass er drauf und dran war, eine Lüge zu formulieren und hob eine Hand, um es zu stoppen. "Die Wahrheit, du erinnerst dich?"

Er seufzte. "Abbs, du willst die Wahrheit nicht."

Ein Prickeln der Hoffnung machte mir Gänsehaut auf den Armen, ich sah ihm in die Augen. "Sag's mir trotzdem." Er sah so aus, als wollte er wieder protestieren, aber ich unterbrach ihn. "Ich will wirklich die Wahrheit. Was auch immer es ist, ich kann damit umgehen."

Das erste Mal seit langem, konnte ich den Zwiespalt in seinen Augen sehen, aber ich hielt seinem Blick, ohne zu schwanken, stand. Seine Worte, als sie dann endlich kamen, klangen weich. "Ich frage mich, ob ich es mir nur eingebildet habe, dass seit Jahren etwas zwischen uns ist, aber keiner von uns beiden überzeugt genug davon ist, um es zu erwähnen."

Ich blinzelte, während die Worte langsam zu mir durchsickerten. Ich konnte nicht genug Luft bekommen und sein Blick auf meinem Gesicht war so stark, es hätte eine Hand sein können, die meine Haut liebkoste. Bevor ich die Worte bilden konnte, um ihm zu sagen, dass er es sich nicht eingebildet hatte, dass ich dachte, dass ich es mir eingebildet hätte, lächelte er etwas. "Wahrheit oder Pflicht?"

"Wahrheit", flüsterte ich durch meine tauben Lippen.

Er trat einen Schritt auf mich zu, hob mein Kinn mit einem Finger und hauchte: "Was würdest du tun, wenn ich dich genau jetzt küssen würde?"

Meine Augen fielen zu und ich nahm einen stockenden Atemzug, um zu antworten. Es war anstrengend zu sprechen. "Vielleicht hinfallen." Gibbs lachte leise, das Geräusch war so nah an meinem Ohr, dass es mich überraschte. Meine Augen flimmerten wieder auf und ich starrte in sein Gesicht, das jetzt so nah war, dass alles, was ich tun musste, war, mich ein wenig nach vorn zu lehnen, dann würde ich ihn küssen. "Wahrheit oder Pflicht?", murmelte ich, während ich versuchte, mich an meinen Gedanken festzuhalten.

"Pflicht", sagte Gibbs sanft.

Ich zögerte eine Sekunde – war ich wirklich dabei, das zu sagen? "Küss m-"

Noch bevor ich den Satz überhaupt zu Ende gebracht hatte, drückten sich Gibbs' Lippen gegen meine und erstickten meine Worte. Wie ich es gesagt hatte, gaben meine Knie unter mir nach und ich fiel gegen ihn, ich brauchte ihn näher bei mir und seine Arme umschlossen mich, unterstützten mich. Für lange Momente vergaß ich alles, von unserer beengten Umgebung bis hin zu meinem Bedürfnis zu atmen. Alles was zählte, war Gibbs' Mund auf meinem, seine Hände, die mich näher an ihn pressten, sein silbernes Haar, das sich geschmeidig an meinen Fingerspitzen anfühlte.

Und dann erwachte der Aufzug ruckartig wieder zum Leben, die Lichter flackerten wieder zurück zur normalen Stärke, als die Maschinerie wieder surrte. Vollkommen überrumpelt sprangen wir auseinander. Gibbs schien zwischen Belustigung und Ärger über die Störung hin- und hergerissen zu sein, und ich konnte nicht anders, als atemlos über die ganze Situation zu kichern. "Wahrheit oder Pflicht?", fragte ich, als der Aufzug langsamer wurde.

"Wahrheit", gab Gibbs zurück, während er meinen Kragen zu Recht rückte.

Die Türen glitten auf und brachten McGee und Ducky zum Vorschein. Beide sahen uns neugierig an.

Können wir später weitermachen?, fragte ich ihn in Gebärdensprache, weil ich es nicht riskieren wollte, dass es jemand anders mitbekommen und verstehen würde, wenn ich die Worte laut aussprach.

Gibbs gab mir das kleinstmögliche Nicken zurück und wandte sich dann McGee zu. "Sag mir, dass DiNozzo und Kate Watkins abholen."

"Ähm... sie holen Watkins ab, Boss." Als Gibbs an McGee vorbei ins Büro ging, hob ich den Hefter mit dem Ausdruck, den ich auf seinen Schreibtisch hatte legen wollen, vom Boden auf.

"Gibbs, Gibbs, Gibbs, Gibbs, Gibbs!", rief ich, mich aus dem Aufzug heraushängend. Er drehte sich um und ich hielt den Hefter in die Luft. "Vergisst du nicht etwas?"

Er nahm ihn von mir und lehnte sich zu mir, um meine Wange zu küssen. "Gute Arbeit", murmelte er in mein Ohr und ich lächelte, während ich zurück in den Aufzug hüpfte und den Knopf nach unten drückte, um zurück an meine Arbeit zu gehen.

 

The End